Songs about other musicians
Bei den Wombats ist das beste Antidepressiva Musik von Joy Division. Dazu getanzt, und die Laune ist wieder happy. CSS gehen mit Death from Above ins Bett (Musik zum Sex ist weit verbreitet), der Sänger der Teenagers würde gerne Starlett Johansson heiraten, Phoenix sehen in Franz Liszt den ersten großen Rockstar der Musikgeschichte und Oma-Hans-Sänger Jens Rachut bedankt sich auf der letzten 7-Inch der Bandgeschichte bei seinem Label und – den Wipers. Lässt man Primal Screams’ »Some Velvet Morning« und Lemonheads’ »Dirty Robot« featuring Kate Moss als netten Versuch von ihr durchgehen, das Mikro selbst mal in die Hand zu nehmen, geht der Hushpuppies-Song ebenfalls an die Adresse einer Musikerin – und an John Lennons’ Rolls Royce (Moss singt übrigens ähnlich schräg wie Nico). Musiker, die über andere Musiker singen. Hier eine Auswahl (weitere Songbeispiele gerne in die Kommentare packen).
Sendung vom 27.08.2009 · Thema: Musiker singen über Musiker · 19-20 Uhr · Radio X · zum Livestream
01. The Wombats – Let’s dance to Joy Division (14th Floor Records)
02. CSS – Let’s make love and listen to Death From Above (Sub Pop)
03. Let’s Wrestle – I wish I was in Hüsker Dü (Marquis Cha Cha)
04. Hushpuppies – Bad taste and gold on the doors (Faith Recordings)
05. Phoenix – Lisztomania (V2 Records)
06. The Teenagers – Starlett Johansson (Merok Records)
07. Bag Raiders – Daft Punk is playing on my Nintendo (bagraiders.com)
08. The Magentic Fields – When my boy walks down the street (Domino)
09. Flight of the Conchords – Bowie (Sub Pop)
10. Oma Hans – Danke, Wipers (Schiffen)
11. Die Goldenen Zitronen – Von den Dämonen des Wesley Willis (Buback)
12. Vincent Delerm – Veruca Salt et Frank Black (Tôt Ou Tard)
13. LCD Soundsystem – Daft Punk is playing at my house (DFA)
Nicht in die Sendung geschafft:
14. David Gilmour Girls – Crimson as murder (Relish Records)
15. Tocotronic – Die Sache mit der Team Dresch Platte (L’Age D’Or)
16. Dosh – Pink Floyd Cowboy Song (Anticon)
17. The Libertines – What Katie did (Rough Trade Records)
18. Television Personalities – You, me and Lou Reed (Wipe Out)
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IMEEM – what’s on your Playlist?
Soll hier zukünftig Standard werden: Der Playlistplayer von IMEEM. Passt hübsch hierher und hilft all denen, die meine Playlists in der Vergangenheit nicht deuten mochten. Vieles von dem, was ich gerne höre, findet sich dort zwar nicht, bleibt aber trotzdem noch genug zu Entdecken. Für die Sendung vom 20.03.2008 fanden sich immerhin sechs von fünfzehn Tracks.
Sendung vom 20.03.2008 · 19 – 20 Uhr · Radio X · zum Livestream
01. Lo Fidelity Allstars – Blisters on my brain [David E. Sugar Forward Acid Mix] (Skint)
02. Odd Nosdam – Up in flames (Anticon)
03. Tipper – Whomi (Tipper Music)
04. Simian Mobile Disco – Clock (Wichita)
05. Süperdisco with Bibi Parvin – Belaii Feraii (4 Ohm/Warner)
06. The Death Set – Intermission (Counter Records)
07. Mahjongg – Tell the police the truth (K Records)
08. Dandi Wind – Umbilical noose (Noize! Records)
09. The B-52’s – 52 Girls (Warner)
10. Venus Gang – Love to fly (Lotus Records)
11. The Kills – U.R.A. Fever (Domino)
12. Clare Burson – These boots are made for walkin’ (Clare Burson)
13. Murder – When the bees are sleeping (Devil Duck Records)
14. Kleerup feat. Robyn – With every heartbeat (Risky Dazzle)
15. Booka Shade – Estoril (!K7)
Top oder Flop
Wer gerne Musik hört, wird dieser Tage bemerkt haben, das die Jahresbestenlisten eine Bedeutung erlangt haben, deren Wirksamkeit allmählich Löcher bekommt. Listen, soweit das Auge reicht. Die Kernthese: Es gibt mehr Listen als Menschen. Auf Titelseiten, im Gespräch an der Bar und in jeder zweiten Musikspezialsendung im Radio. Vor allem aber im Internet. Alles dreht sich darum, die Musik-Highlights in den Fokus zu rücken und auf geradewegs Versäumtes aufmerksam zu machen, am dringlichsten aber auf den sich Selbstdarstellenden. Dabei lohnt es sich ganz bestimmt, nicht nur sein eigenes Tun in den Mittelpunkt zu rücken, sondern in die Rolle des Empfängers zu schlüpfen. Da lässt sich nämlich prima Musik entdecken. Von den eigenen Leuten beispielsweise, aber auch von jenen, die das eigene Rezeptionsverhalten zunehmend prägen, den Blogs. The Last Beat ist so eins, dessen Leitfähigkeit ist groß. In dessen Kochwasser befinden sich wertvolle Elektrolyten, die ein ums andere Mal bei uns auf dem Tisch landen. So auch deren Best Of 2007. Eine wunderbare Liste gibt es auch bei Distortion Disco, die Top 15 für 2007, hier allerdings auf Singles beschränkt. Viele Songs bei, die ich vielleicht ebenfalls zu meinen Lieblingen erklärt hätte, wenn ich gewusst hätte, dass es sie gibt. Die Türen, noch so ein Fall. Zum Jahresende veröffentlicht, kam der begehrte Ritterschlag erst hintenraus, weit unten, in den Kommentaren zu unserer Jahresbilanz 2007. Der Teufel steckt eben häufig im Detail. Vom Sender zum Empfänger – eine Sendung über den Wahnsinn, der alljährlich entflammenden Euphorie um das Beste vom Besten.
Sendung vom 10.01.2008 · Thema: Vom Sender zum Empfänger · 19 – 20 Uhr · Radio X · zum Livestream
1. Die Türen – Eier (Staatsakt)
2. Die Türen – Daddy Uncool (Staatsakt)
3. The Derailers – Cold Beer, Hot Women, & Cool Country Music
4. Alfred Alpaka with Danny Stewart’s Hawaiians – The Hukilau Song
5. Will Saul & Lee Jones – Hug The Scary [Partial Arts Remake] (Aus Music)
6. Copyfokking – Knippelsuppe (A:larm Music)
7. The Field – A Paw in My Face (Kompakt)
8. Efdemin – Acid Bells (Kompakt)
9. Junior Senior – Headphone Song (Rykodisc)
Die Blockflöte im Indie
Die Blockflöte. Kann jeder spielen, will aber keiner. Hohes Nervpotential. Kaum Obertöne, fiepsig-schriller Klang. Kann nicht an elektrischen Strom angeschlossen werden. Koffer zu klein für coole Sticker. Jahrelang um Weihnachten herum damit gequält worden. Als »Blockflötengesicht« beschimpft worden. Nach ein paar Monaten Blockflötenkreis die Musikerkarriere abgebrochen. Die Blockflöte, ein lange vernachlässigtes, wenn nicht gar verdrängtes Thema, da, wo sie keiner kennt: im Indie. Eine Sendung über das unglamouröseste Musikinstrument der Welt.
Sendung vom 13.12.2007 · Thema: BLOCKFLÖTE im Indie · zu Gast: Charlotte Brombach · 19 – 20 Uhr · Radio X · zum Livestream
1. Caribou – Bees (The Leaf Label)
2. Led Zeppelin – Stairway to Heaven (natürlich nur angespielt…)
3. The Moldy Peaches – Nothing came out (Rough Trade)
4. The Left Outsides – A Kingdom of my Own (self released CDR)
5. Lydia Daher – Schöner als draußen (Trikont)
6. Gustav – We shall overcome (Mosz)
7. Sufjan Stevens – The Predatory Wasp of Palisades Is out To Get Us! (Rough Trade)
8. Rufus Wainwright – Rules and Regulations (Geffen Records)
9. Magnetic Fields – Blue You (Circus Music)
10. Beck – Farewell Ride [Subtle Remix] (Interscope)
11. Listen with Sarah – Blue Parsley (Sunday Best)
Wo war sie zu finden? Zum Beispiel da, wo Folkeinflüsse mit unbekümmert exzentrischem Do-it-Yourself zusammenkommen. Auffällig oft bestehen diese Bands aus einer jungen Frau mit Laptop oder einem jungen Mann, der neben dreiundachtzig Instrumenten eben auch noch die Blockflöte spielt. Ebenfalls auffällig: die häufige Koexistenz des Glockenspiels. Läßt sich anhand der Chronologie der Musikersozialisation erklären: nach den Rasseln aus zerdepperten Glühbirnen in Pappmaché kommt der Eierschneider auf der Kabadose (plingpling), dann das Glockenspiel, dann die Blockflöte.
Die Sendung war übrigens super. Hart in der Recherche, hintenraus ein Kinderspiel. Klänge auch als Mixtape gut. Fällt euch noch ein Blockflötenlied ein?
Hinter diesem Türchen geht’s ab
Plattenkritiken | Playlists | mp3
Heute ist Donnerstag. Heute ist Advent. Tür 6. Dahinter: Nikolaus von Myra. Da hagelt es schon mal lecker, lecker MP3s als kleine Gefälligkeit. Auch ich bin der Beschenkte, der die FreeMP3-Links in aller Bescheidenheit durchreicht, in der Hoffnung, damit Gutes getan zu haben – für die Musik und für den Heiligen Advent. Die Tendenz zur Vermischung von Werbung und Inhalt bleibt, das steht fest. Denn den Labels (besonders hierzulande) wird langsam klar, dass die Blogosphäre beim musikalischen Meinungsbildungsprozess einbezogen werden muss (ich behaupte: Den meisten Blogs ist das egal), und zu ihrer Grundausstattung gehört nun mal das kostenlose MP3. Wohin die Reise gehen könnte, zeigt diese Seite, ein Bündnis der Labels Kompakt, Warp, Dim Mak, Ghostly International u.a. Erst mal registiert, werden die Köstlichkeiten nicht nur in der Adventszeit zum Dauerzustand und illegal wird scheißegal.
Genug der Worte, wo bleibt die Musik? Okay. Die Chromatics verschenken auf ihrer MySpace-Seite nicht nur ihre Version von »I’m on fire«. Die Songs »Int the city«, »I want your love« und das »Dark Day«-Demo gibt’s gratis dazu. Es wird langsam Zeit, in die Langsamkeit der Chromatics einzutauchen, gerade in diesen Zeiten. Magische Musik. Wird die Energiekosten spürbar senken. (siehe auch Italians Do It Better)
Die Yeasayer (der Welt schlimmster Bandname. Ihr Erfolg könnte daran scheitern!) verschenken ihre beiden Songs »2080« und »Sunrises«. Zu haben auf ihrer Website. Die Yeasayer, das ist Brooklyn, wie man es in den vergangenen Jahren häufig zu hören bekommen hat. Aufwändige Arrangements mit kunstvollem Beigeschmack. Frisch wie das eigene Gartengemüse. Ihr aktuelles Album »All hour cymbals« sollte auf jeden Fall unter Beobachtung stehen. Und Phil Collins als Einfluss zu nennen muss man ihnen verzeihen. So lange im gleichen Atemzug Namen wie Prince und Leonard Cohen fallen, ist die Welt in Ordnung. (Vielleicht ist die Musik des ehemaligen Genesis-Drummers doch nicht so verkehrt wie ihr Ruf – man denke nur an »Against All Odds« von Postal Service.)
Ein weiteres MP3 stammt von Produzentenlegende und ~scape-Gründer Pole alias Stefan Betke. Seine Steingarten-Remixe wurden kürzlich veröffentlicht und der darauf enthaltene Achterbahn-Remix von Frivolous ist auf der Startseite des Labels zu finden. Dort wird man dann auch über ein Re-Release von Burnt Friedman & The Nu Dub Players fallen, aber das ist ein anderes Thema.
Ein Letztes habe ich noch, danach ist Schluss. Beiruts A Sunday Smile vom aktuellen Album »A Flying Club Cup«. Beeindruckender Zweitling, den Zach Condon da hingelegt hat. Über Einzelheiten wird noch zu reden sein, demnächst, wenn es hier am 15.12.2007 heißt: Jahresbilanz 2007.
Sendung vom 22.11.07 · 19 – 20 Uhr · Radio X · zum Livestream
01. Shawn Lee’s Ping Pong Orchestra – Get UR Freak on (Ubiquity)
02. Beirut – Un dernier verre [pour la route] (4AD/Beggars)
03. Yeasayer – 2080 (We Are Free)
04. Yeasayer – Sunrises (We Are Free)
05. Chromatics – I’m on fire (Free MP3)
06. LCD Soundsystem – Us V Them [Any Colour You Like Remix by Windsurf]
07. Pole – Achterbahn [Frivolous Remix] (~scape)
08. Burial – Near dark (Hyperdub)
09. Tilly And The Wall – Sing songs along [Hot Chip Remix]
10. Jolly Goods – Girl move away from here (Louisville)
11. Beirut – Nantes (4AD/Beggars)






