Archiv der Kategorie: Politik

Zwischen Programm und Offenheit

Zustimmung: »Keine Stadt wird gut, wenn die Aufgabe, die sie zu erfüllen hat, nicht klar und klug formuliert ist, mit anderen Worten: wenn ihr Programm nicht stimmt. Ein Programm, das nur oder überwiegend Wohnungen vorsieht, erzeugt Schlafghettos, die tagsüber fast immer trostlos daliegen. Ein Programm, das nur oder überwiegend Büros vorschreibt, erzeugt Arbeitsstädte, die nach Feierabend aussterben.«

In den vergangenen Jahren ist viel in Frankfurt gebaut worden, schön und auf anständigem Niveau, mit HQ aus der Baustoffsammlung, kreativer Architektur, teuer natürlich und für Wohlhabende gemacht, und immer habe ich mich gefragt: Wo bleibt hier eigentlich das Leben, die Gemeinschaft, die Gemütlichkeit? In diesen beeindruckend trostlosen Schluchten, wie sie exemplarisch auf der Sonnemannstraße oder im Europaviertel entstanden sind.

Prof. Dr. Vittorio Magnago Lampugnani hat in seinem Artikel »Kritische Gedanken zur Stadtplanung – Zwischen Programm und Offenheit« für die Neue Zürcher Zeitung ein paar sehr wichtige Gedanken zusammengetragen. Für den Städtebau im Allgemeinen. Auf Frankfurt übertragen heißt das: Das Programm stimmt nicht.

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Harte Zeiten für Abzocker und Abmahnanwälte

Gute Nachrichten: Die Bundesregierung hat sich auf ein Gesetz geeinigt, das uns vor Massenabmahnungen bei Urheberrechtsverletzungen schützen soll. Anwälte dürfen zukünftig privaten Internetnutzern, die zum ersten Mal eine Urheberrechtsverletzung begehen, für die Abmahnung maximal eine Gebühr in Höhe von 155,30 Euro in Rechnung stellen. Zudem muss in der Abmahnung detailliert aufgelistet sein, wie der konkrete Internetanschluss ermittelt worden sei. Hoffentlich ist das das Ende dieses Randberufs.

»Harte Zeiten für Abzocker und Abmahnanwälte« von Daniela Kuhr (Süddeutsche.de vom 29. Januar 2013)

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Warum in Deutschland die meisten Musikvideos gesperrt sind

»Die Datenjournalisten von Opendatacity haben die 1.000 beliebtesten Videos auf Youtube ausgewertet und festgestellt: In Deutschland sind die weltweit mit Abstand meisten Videos gesperrt. 615 der der beliebtesten 1.000 Youtube-Videos sind in Deutschland nicht verfügbar. Zum Vergleich: Südsudan sperrt die zweitmeisten Videos, nämlich 152. Im Vatikan sind 51 blockiert, in Afghanistan 44.« Herrlich, allein der Klang dieser Worte! Das ist mal eine Headline! Und ja, es ist wohl so. Hinter all diesen Streitigkeiten steckt ein System, das man nicht verstehen will und jauchzt nach einer Lösung. Derweil: die GEMA – immer tiefer drin im Schlamassel.

»Warum in Deutschland die meisten Musikvideos gesperrt sind« von Jannis Brühl (Süddeutsche.de vom 28. Januar 2013)

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Diskussion “Remixkultur – wem gehört das Wissen?”

Kollege Andreas vom sowieso mal zu empfehlenden Klangboot, der zugleich auch für das Goethe Institut Russland tätig ist, weist uns auf folgende Aufzeichnung einer dort am 27.10.12 stattgefundenen Veranstaltung “Remixkultur – wem gehört das Wissen?” hin, in der u. a. Matthias Spielkamp von irights.info ins Thema einführt und schon allein deshalb kann man sich das anhören, wenn man mal was über die Basics zur Geschichte des Urheberrechts usw. erfahren möchte. Die Diskussion selbst schaue/höre ich mir gerade selber an, hier das Video:

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Die Gema und die neue Sachlichkeit

In sechs deutschen Städten wird heute gegen die bevorstehende Tarifreform der Gema demonstriert. Die Stimmung ist auf beiden Seiten gereizt und nicht immer wird sachlich miteinander geredet. Allein: In der Debattenkultur der Gegenwart ist der (ungefragte) Kommentar so alltäglich ist wie Autofahren und gute Filter, der Verstand beispielsweise, müssen heutzutage anders Arbeiten als zu den seligen Monopolzeiten der Printjahrzehnte. In einer Welt also, in der jeder seinen Senf dazu geben darf, sollten wenigstens die Entscheidungsträger sachlich bleiben. Dass kurz vor der Demonstration die Debatte eskaliert, geht also alleine auf die Kappe der GEMA-Vereinsspitze, die bezahlte Schreiber in Extraschichten (»erweitertes Backup-Team«) engagiert hat, um in sozialen Netzwerken gegen die Kritik an der Tarifreform »anzuschreiben« (siehe Rundbrief vom 03.09.12) und auch sonst ein fragwürdiges Demokratieverständnis an den Tag legt. Mehr Details dazu gibt’s in der De:Bug: GEMA vs. Clubs die Dritte.

Gute Aussichten also für jene, die sich derzeit mit Alternativen auseinandersetzen, die Cultural Commons Collecting Society beispielsweise: »Die C3S ist eine gemeinschaftliche Initiative mit Künstlern und für Künstler, eine neue und richtungsweisende europäische Verwertungsgesellschaft zu gründen.« Mehr dazu hier.

Ob Prince Valium GEMA-Mitglied ist, weiß der Geier. Herrlich unsachlich: Ich scheiß auf die Gema. Kann mir bitte jemand den Ort nennen, wo dieser Akzent gesprochen wird!

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Die Kamera als Waffe

Der Reuters-Fotograf Goran Tomasevic hat in Aleppo ein Foto gemacht, das uns vielleicht als Sinnbild des Krieges in Syrien im Gedächtnis bleiben wird. Eine Bildanalyse von Karen Krüger.

WohnungAleppo   Die Kamera als Waffe

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Gema am Ende

Die GEMA wähnt starke Partner an ihrer Seite: Die Musiker und Komponisten selbst sind es, die völlig zu Recht eine Verwertungsgesellschaft für sich beanspruchen, sich in Ermangelung an Alternativen allerdings nahezu kritiklos zur GEMA bekennen. Diese “Besser-als-Nichts-Mentaliät” ist brandgefährlich. Alternativmodelle, für die einzustehen es sich lohnen würde, stehen häufig nicht zur Debatte. Und so bleibt der komplexe Verteilerschlüssel des Monopolisten vor allem weiterhin eins: in Zement gegossen.

»Es kann und darf nicht sein, dass die GEMA auf alle Zeiten das Sagen hat. Irgendwann wird es zu einer marktwirtschaftlichen Regelung kommen, bei der der Künstler die Option hat, sich für eine Gesellschaft seiner Wahl zu entscheiden, die die Live-Rechte für ihn wahrnimmt«, sagt der renommierte Entertainment-Promoter Marek Lieberberg im Gespräch mit dem Hamburger StadtMagazin OXMOX. Lieberberg geht auch sonst mit der GEMA wenig zimperlich um. Ein Plädoyer für die Öffnung des GEMA-Monopols.

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Immer auf der Suche nach dem Flow, begeistern Gregor Maria Schubert und Roland Graffé sich für Trends, Widersprüche und Abseitiges in Kunst, Musik und Medien.

Machtdose entdeckt, kultiviert, archiviert, und teilt Glanzlichter der Popkultur und persönliche Vorlieben mit allen anderen Träumern, Liebhabern und Neugierigen.

Plattenteller

  • Daft Punk - Random Access Memories

    Random Access Memories Lernen Sie richtig zu entspannen, so wie es die Herren Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter seit Jahren tun. Hinter dieser Maske steckt der Papst der Gottlosen, aber das wussten wir ja längst.

  • Savages - Silence Yourself

    Savages Silence Yourself Das Anwachsen von Stabilität und Klarheit geht auf die Kappe von Savages. Post-Punk auf Brause.

  • Bonobo - The North Borders

    Bonobo - The North Borders Plätscher plus Treuepunkt. Schatz, ich liebe dich!

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    Phosphorescent - Muchacho Auf Country gebaut, mit Verfremdung vergoldet! Alle paar Jahre machbar, wenn man sonst nichts damit am Hut hat.

  • Thee Oh Sees - Floating Coffin

    Thee Oh Sees - Floating Coffin Stampf und Brei, was das da Thee Oh Sees mit fein gesetzten Lärmeskapaden herausarbeiten. Nie unbehaglich und nie unüberlegt.

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