Die besten Alben 2011 – Plätze 3


Gregors No. 3:

Moon Duo – Mazes
(Souterrain Transmissions / Rough Trade, VÖ: 01.04.2011)

Der völlig überzogene Trend zum Musik beschreiben, das Flächen-Wärme-Space-Gelaber passt ja wohl kaum zum Moon Duo. »Mazes« ging Anfang des Jahres über den Tresen, dann mit nach Paris genommen, meinem neuen Berlin, dort im Opel Rekord hoch und runter gehört, sagen wir auf der Rue Oberkampf, während neben mir die Straßenmäuse für kurze Zeit die Fassung verlieren. Okay, ich saß in einem Astra (ich glaube immer noch, dass ich einen fahre, bin mir aber nicht ganz sicher), aber immerhin: der Boxensound stimmt ja heutzutage, obwohl das Moon Duo doch beträchtlich eiert und scheppert. Muss ich noch erwähnen, dass meine Arme meterweit aus dem Fenster hingen?


Sebastians No. 3:

Ja, Panik – DMD KIU LIDT
(Staatsakt / Rough Trade, VÖ: 15.04.2011)

Selten ging eine Band trotz fortwährend guter Besprechungen in meinem Lieblingsmusikmagazin so an mir vorbei wie Ja, Panik. Da bedurfte es schon eines Überhits wie „Nevermind“, um meine Aufmerksamkeit zu wecken. Doch auch dann brauchte es noch einmal ein halbes Jahr. Zu sperrig und textlastig war´s mir auf Anhieb! Als der Funke dann übergesprungen ist, wurde mir aber schlagartig deutlich: Ja, Panik sind mit ganzer Seele DIE Poeten der Großstadtanonymität, die in ihrem monomanischen Kreisen um die Hörigkeit des Menschen in allen Facetten trotz aller Referenzen auch das ganz große Gefühl bedienen können. Und das dazugehörige Austroenglisch ist sehr passend …


Rolands No. 3:

Hauschka – Salon Des Amateurs
(Fatcat / Rough Trade, VÖ: 29.04.2011)

Auch so’n Trend: elektronische Musik mit „akustischen“ Instrumenten nachbauen. Macht seit geraumer Zeit ja bereits Hauschka, „der mit dem präparierten Klavier“ und ist ja auch ein logischer Schritt mit so einem getweakten Instrument. Bei dem Album jetzt nochmal ganz explizit, indem er also ausdrücklich die typischen Bauformen diverser „elektronischer“ Genres gebraucht und sone Art „Akoustik-Techno“ bei rauskommt. Kann man prätentiös oder abgeschmackt finden. Im schlimmsten Falle bei so Transformationen kann ja Gestelztes wie sagen wir mal Rondo Veneziano rauskommen, oder es werden irgendwelche Wertigkeiten behauptet (Akustik beats böse Maschinen oder so), aber hier spricht tatsächlich nur musikalische Offenheit, und deshalb funktioniert das auch. Natürlich ist das „schön“ – für einige vielleicht zu glatt teilweise. Mir gefällt es sehr.

Related posts

Schlagwörter: , ,

  • email this
  • share this on facebook
  • tweet this

4 Antworten auf Die besten Alben 2011 – Plätze 3

  1. seb sagt:

    Ich habe so um das Jahr 1990 gerne Spacemen 3 gehört und weiß nicht, warum ich nicht wieder diese Platten hervorholen, sondern Moon Duo hören soll. Dennoch: Ein sympathisch-lässiger Platz 3 bei Gregor. – Dass Hauschka eventuell die Machtdose-Platte-des-Jahres wird (ich mein, die haben jetzt schon 7,5 Punkte) erscheint mir als eine kleine Sensation!

  2. Nesluap sagt:

    Casper – XoXo
    Hierzu will, darf und kann ich gar nicht viel sagen, ausser das ich selten (und damit meine ich eigentlich nie) Musik zu hören bekam die mich derartig berührt. Fast schon peinlich.. Eine Platte, strotzend von Emotionen! Mit 16 darf ich das auch geil finden!

  3. Nesluap sagt:

    Ist natürlich mein 3. Platz.

  4. seb sagt:

    Casper ist im Spex-Redaktionspoll auf Platz 6 und da sind die meisten – glaube ich – über 16! Dennoch: Für mich bis jetzt die mit Abstand unverständlichste Nennung 2011!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Plattenteller

  • Rokia Traoré - Né So

    Rokia Traoré - Né So Rokia Traoré stammt aus Mali. Ihre Musik ist eine Verbeugung vor den Griots – malische Sänger, die die Tradition der Geschichtenerzähler pflegen und seit Jahrhunderten mündlich weitertragen.

  • Julia Kent - Asperities

    Julia Kent - Asperities Cello-Monotonie und -Melancholie mit viel Drama. Tracktitel wie »Flag of No Country« und »Empty States« sprechen Bände. Antony and the Johnsons und Swans durften bereits von ihrem Können profitieren.

  • Lea Porcelain - Lea Porcelain

    Lea Porcelain EP Das Debüt von Lea Porcelain hat einen ordentlichen Bums. Mehr noch einen Punch. Inspiriert von dunklen Mächten aus den großen Regenstädten dieser Welt.

  • Bersarin Quartett - III

    Bersarin Quartett - III Ambient-Electronica, wie für unsere Zeit gemacht. Als stünde da jemand mit weißer Flagge und schrie: runterkommmen!

  • Sea Moya - Twins

    Sea Moya - Twins Twins ist eine kleine Schatzkiste, zum Mögen, mit Soundteilchen aus aller Herren Länder. Der Computer als Vermittlungsstelle zwischen Psychedelic, Krautrock, Afrobeat und Electronic Funk.

Veranstaltungstipps Rhein-Main