Der Ton wird härter: »Der Krieg der Banken gegen das Volk« von Michael Hudson (FAZ vom 03.12.11). Hudson, Jahrgang 1939, ist Professor der Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Missouri in Kansas City und gehört zu dem Teil der Occupy-Bewegung, die sich aus Finanzexperten und Ökonomie-Professoren zusammensetzt.
Die Lösung eines jeden größeren sozialen Problems schafft – nicht immer unbeabsichtigt – oft noch größere Probleme. Aus Sicht des Finanzsektors besteht die „Lösung“ der Eurokrise darin, die Errungenschaften der Reformer im letzten Jahrhundert (John Maynard Keynes sprach 1936 freundlich von der „Euthanasie des Rentiers“) rückgängig zu machen. Das Bankensystem sollte der Wirtschaft dienen und nicht umgekehrt. Doch nun ist der Finanzsektor zu einer neuen Form der Kriegsführung angetreten – scheinbar weniger blutig, aber mit den gleichen Zielen wie bei den Wikingereinfällen vor mehr als tausend Jahren und beim Vorgehen der europäischen Kolonialmächte, die sich Land und Bodenschätze, Infrastruktur und andere profitable Einnahmequellen aneigneten. Genau darum ging es, als Wilhelm der Eroberer nach 1066 das Domesday Book erstellen ließ – ein Modell für die heutige Politik von EZB und IWF.