Oktober 2004

Mosh Mosh

Dienstag sind Wahlen. 94% aller Deutschen sind gegen Bush. Für die letzten Zweifler hat Eminem kürzlich ein schönes Video veröffentlicht. Film ab!

Swod – Gehen (CCO)

Als belgischer Musiker, das gilt auch für ihre Exilanten, steht die Bekenntnis zum legendären Kult-Label Les Disques Du Cræpuscule noch vor dem ersten Ton. Die musikalische und auch sonst wie geartete Vielfalt des Labels, vereinheitlicht unter dem Begriff »Strange«, gab uns Musik von Cabaret Voltaire, Tuxedomoon, Wim Mertens, A Certain Ratio, Michael Nyman, Der Plan, Brian Eno und Malaria! Oliver Doerell (u.a. Dictaphone) ist Belgier und als solcher geradezu verpflichtet, dass Schaffen seiner Landsleute zu reflektieren (daran hindert ihn auch seine Wahlheimat Berlin nicht). Unter dem Einfluss des Labels steht wahrscheinlich auch der Pianist und Schlagzeuger Stephan Wöhrmann, der Doerells Reflexionsfähigkeit mit seinen harten Analysen perfekt ergänzt. Daraus folgt: Reflexion + Analyse = Swod. Swod bewegen sich mit ihrem Debüt »Gehen« (City Centre Offices) auf zwei Spuren. Auf der einen läuft das Klavier und setzt die Akzente, auf der anderen zeigt sich der Entdecker der versteckten Töne mit der Dynamik einer ausgeschalteten Endstufe. Beides fließt gut ineinander. Sehr gut sogar. Jetzt hören!

Sendung vom 30.09.2004
01. Kissogramm – Tune Man (Louisville)
02. Tortoise – Stretch [you are alright] (Thrill Jockey)
03. Swod – I think he was a journalist (City Centre Offices)
04. Quarks – du entkommst mir nicht (Home Records)
05. Swod – Attends (City Centre Offices)
06. dosh – Dark lord of rhodes (Anticon)
07. Mouse On Mars – Evoke an object (Sonig)
08. Philippe Zdar & Etienne de Cræcy – Poisoned [aus: Super Discount 2] (Pias)
09. The Go-Find – Over the edge (Morr Music)
10. Sons and Daughters – Johnny Cash (Domino)

Fan-Bus nach Hannover

Für mich ist das die Idee des Jahres. Hazelwood Vinyl Plastics stellt einen Fan-Bus für das Konzert von Mardi Gras.bb. Die Band spielt am Mittwoch, 27.10.04 gegen Hannover. Das Fanpaket schlägt jede Kaffeefahrt. Statt Wurstpaket und Tafelsilber gibt’s hier Hin und Rückreise von Mannheim bzw. Frankfurt nach Hannover im klimatisierten Liner. Fahrt plus Eintritt gibt’s für schlappe 5 Euro (weitere Infos auf ihrer Seite)!!! Wo die Party steigt, ist klar. Die Machtdose fordert: Mehr organisierte Fan-Fahrten in die Nachbarhallen.

Wer keine Zeit findet oder Hannover scheiße, kommt am Samstag, 30.10.04 ins Hafen 2 nach Offenbach. Dort gibt’s die Show dann ohne Fahrt (Fahrt haben ihre Shows trotzdem). Aktuelles Album: Mardi Gras.bb – »29 Moonglow«.

Mardi Gras.bb – Samstag, 30.10.04 – Hafen 2 – Offenbach – Einlass 21:00

Abrissparty

Der hässlichste Fleck Deutschlands, die zweite Ebene des Offenbacher Marktplatzes, wird in der Nacht von Samstag (30.10.) auf Sonntag (31.10.) abgerissen.

Das Rotari ruft auf: »Unsere Bitte: kommt alle mit all euren Kameras und Foto-Apparaten.« Bedauern soll auch schon geäußert worden sein.

Drum Buddy

Verblasste Mythen – ich hab’s eigentlich schon vergessen, jetzt hat mich ein Freund daran erinnert, dass ich schon mal auf einem Konzert von Quintron and Miss Pussycat war. Also gehe ich auf ihre Homepage und mich danach zu fragen, wie ich ihre Musik, ihre Show, ihr Puppentheater, wie ich all das überhaupt vergessen konnte? Im Mittelpunkt des Spektakels steht Quintrons Drum Buddy, ein eigenartiges Gerät, das der Meister persönlich in fünf sinnreichen Jahren entwickelt und betreut hat. Fünf mit Licht betriebene Oszillatoren fügen sich mit ein wenig Beiwerk zu einem eleganten Trommelsynthesizer, der sehr schnurrige Sounds auf den Tasten sitzen hat. Tasten sind’s dann aber nicht wirklich, die Quintron zu bedienen hat. Sein Drum Buddy mag Spins und Scratches, jedenfalls erinnern seine Fingerübungen auf der Bühne ein wenig an Turntablism.

An seiner Seite findet sich Miss Pussycat, Begleitmusikerin an den Maracas. In den Spielpausen unterhält sie uns mit ihrer ausgefallenen »Technicolor Puppet Show«. In den Hauptrollen: Der fernsehabhängige Dusty und der Fashionist Treasure, zwei abenteuerlustige Biberratten, die eine lange und beschwerliche Reise zu bewältigen haben. Eingebettet in irrsinnige Landschaften, torkeln die zwei Puppchen von einer Geschichte in die nächste. Auch als Video zu haben. Ihre Hauptzeit verbringen Quintron und Miss Pussycat in New Orleans, selten, dass sie mal das Land verlassen. Mit dem Import ihrer Platten haut’s natürlich auch nicht so richtig hin, daher bleibt der dürftige Verweis auf zwei MP3s, die hier zu hören sind. Wer damals danach die Bühne betrat, ist mir bis jetzt nicht wieder eingefallen. Sei’s drum.

Quintron in Pose
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Und ja nicht kirre machen lassen von ihrer Homepage. Es gibt drei Rubriken: Press, Tourdates und Images. Dort bitte aufhalten!

Puck in Silber

Die HipHop-Fraktion wird an der Mineralart scheitern, für alle anderen, ich denke da vor allem an die DeeJays, ist der Pucks Adapter jedoch unentbehrliches Accessoire auf ihrem emsigen Arbeitsgerät. Die 7« hat zwar ihre glorreichsten Einsätze bereits hinter sich, der Unermüdlichkeit vieler Labelbetreiber sei Dank ist sie aber noch lange nicht tot. Die Fakten: Während der Durchmesser der Single auf 7″ genormt ist, entschied sich die Industrie, deren zentrales Mittelloch in zwei unterschiedlichen Größen auszustanzen. Das kleine Loch ermöglicht das schnelle, passgenaue Auflegen der Platte auf den Stift des Plattentellers (siehe 12« oder 10«), während das größere Loch mit 1,5″ Durchmesser keinen mir bekannten Sinn verfolgt, außer vielleicht den, Produkte zu schaffen, die entbehrlich sind. Wäre es nicht herrlich einfach gewesen, es bei dem kleinen Loch zu belassen? Nun ist es halt da, das übergroße Loch, und mit ihm der Kult. Um die unsinnige Durchlochung nun wieder zu flicken, benötigt man entweder einen Puck, der jedem guten Plattenspieler beigelegt ist, oder man benützt eben den flachen, sternförmigen, silbernen Singlepuck aus der youth&wisdom-Reihe (38mm à¸, 14g). Sieht schick aus. Auch am Hals!