Januar 2005

Anti-Pub

Dazu fällt mir noch folgende Geschichte ein, die sich vor etwa einem Jahr zugetragen haben soll, hier weitergegeben von Dorothea Hahn, Autorin der TAZ, in der Ausgabe vom 05.02.2004.

Die französische Bewegung »Anti-Pub« hat die Schnauze voll von Werbung. Und bekämpft sie, vor allem in der Pariser Metro. Aufhalten lässt sie sich von niemandem – auch nicht von der Polizei

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CJ – Handelsblatt

Schönes Beispiel für CJ.


Plakatanzeige der Wirtschaftswoche aus dem Jahr 2002

Im Text ist zu lesen:

Wenn ein Künstler die Werbekampagne des Wirtschaftsmagazins Handelsblatt dergestalt verfremdet, dass neben dem römischen Feldherren Julius Cäsar, dem Kaiser Napoleon und dem einflussreichen Microsoft-Eigentümer, Bill Gates, das Antlitz des größten Gewaltverbrechers der Menschheitsgeschichte, das Adolf Hitlers, hinzugefügt wird, wird einerseits deutlich, wie unverfroren und durchsichtig multinationale Unternehmen (in diesem Fall eine Verlagsgruppe) ihre Konzepte auslegen, andererseits werden die Mechanismen durch Interventionen dieser Art unweigerlich gebrochen.

Natürlich ging es dem Magazin in erster Linie darum, Macht zu demonstrieren. Ihre Inhalte konzentrieren sich im Wesentlichen auf Geld und Wirtschaft, ihre Werbung war jedoch ein offenes Bekenntnis zu Macht und Gewalt. Auf dem großflächig verbreiteten Plakat stand damals zu lesen: »Jede Generation hat ihre Vorbilder«.

LCDS on the Radio

Puh, das hatte Dampf. Draußen Schnee, drinnen die pulsierende Hitze des Murphy-Sounds. Ich sag’s ja: Das Album kickt! Deshalb ging’s in dieser Sendung eigentlich um nichts anderes. Diese Geschichte darf allerdings nicht fehlen.

Sendung vom 27.01.2005
01. Acid Pauli – I see a dark(er)ness (MP3 download)
02. LCD Soundsystem – Daft Punk is playing at my house (DFA Rec./EMI)
03. The Rapture – House of jealous lovers [Morgan Geist Mix] (Output/DFA)
04. The Rapture – Alabama Sunshine (Motor/DFA Rec.)
05. Munk feat. James Murphy – Kick out the chairs (Gomma)
06. LCD Soundsystem – Give it up (DFA Rec./EMI)
07. The Fever – Gray ghost (Kemado Rec.)
08. Scissor Sisters – Laura (Polydor)
09. Low 500 – Help me (Hazelwood Rec.)
10. Bloc Party – Helicopter (Wichita)

Plattenjanuar

Endlich mal wieder ein Album, das bereits im Januar in meinen Jahrescharts landet (ja, in den 05er-Charts). Die Auszeichnung empfängt das LCD Soundsystem aka James Murphy aus dem Staate New York. Murphy, Inbegriff eines charmant schmierigen Antistars mit feuchten Schweißringen unter den Armen, galoppiert momentan ohnehin als trendsetzender Titelheld durch den internationalen Blätterwald – und das nicht ohne Grund. Als Produzent und Alleskönner hat der begnadete Techniker gerade das Dance-Punk-Album der Stunde veröffentlicht. Zudem betreibt er mit seinem kongenialen Freund und Partner Tim Goldsworthy (Ex-UNKLE) das Label DFA Records (Death From Above), das getrost zu den besten Labels der Stunde/Welt gezählt werden darf. Seit nunmehr drei Jahren werden darüber in regelmäßigen Abständen Maxi-Singles auf den Markt geworfen, die unter DJs Kultstatus genießen. Dazu zählen auch mindestens drei LCD-Soundsystem-Maxis (das scharfzüngige Anti-Hipster-Epos »Losing my Edge« wurde sogar abseits der DJ-Kanzeln bekannt), die uns eine erste Vorahnung davon gaben, was da auf uns zurollt. Die Musik dieses Albums glückt auf zwei Ebenen, ohne auseinander zu fallen. Einerseits hat der Sound einen druckvollen Groove, der dich je nach Stimmung und Situation in den Wahnsinn treibt, die Texte hingegen reagieren eindeutig zweideutig auf jene Fragen, die sich die Popkultur gegenwärtig zu stellen hat. Heraus kommen mitunter bemerkenswert gute Antworten. Kluger Kopf, dieser Murphy!

Nicht ganz so grandios geht es auf dem Debütalbum der Frankfurter Band Low 500 zu. Nicht ohne Grund stellt sich ihnen (und uns) die Frage, ob es schon mal eine relevante Rockband aus Frankfurt gab, die ohnehin mit »Nein« beantwortet werden muss. Also hängen wir die Messlatte etwas tiefer. »High Commissioner« ist kein kritischer/musikalischer Beitrag zur Betrachtung der Weltlage. Dafür ist »High Commissioner« das untypischste (New Wave/Psychedelic-) Rockalbum (laut Low 500 Pre-Post-Punk), das dieses Land in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Von unzähligen deutschen Indierock-Bands richtiggehend angenervt, stand ich schon lange vor der Frage, wann da mal jemand auf die Idee kommt, anders sein zu wollen. Sascha Beck, York Bandow (Ex-Superfan), Vincent Spielmann, Jean Geiler und Marokko Slesina sind anders. Sie sind eine durchgeknallte Glaubensgemeinschaft auf der Grundlage ästhetischer Bewusstseinserweiterung. Ihre Predigt heißt Musik!

LCD Soundsystem — LCD Soundsystem (DFA Records/EMI)
Low 500 — High Commissioner (Hazelwood Music)

Bad Album Covers

By the way, here’s one more listing: over a thousand votes have been counted for the worst of the worst album covers and the results are here! Seen in the museum of bad album covers. Be careful!