Februar 2006

Netlabel-Mix März 2006

Machtdose Netlabel-Mix März 2006

Dickeres Ding also als sonst, weil mit 192kbps und auch ein bisschen anders als gewohnt: diesmal nicht mit Moderation, sondern als reiner Mix.

Beim Zusammenstellen hat sich nämlich ergeben, dass sich die Musikstücke fast schon wie von selbst aneinanderfügten. Ich musste wirklich kaum mehr tun als die Tracks fast unverändert ein bisschen ineinanderschieben, und fertig. Da schien es mir frevlerisch, wenn ich irgendwie dazwischenquatsche.

Da ich nicht reinrede, kommt nach dem gewohnten Cover und der Playlist mit allen relevanten Links noch ein bisschen Kommentartext zu den Stücken. So viel sei schon mal verraten: über Dreiviertel bewegt sich das Ding auf ruhigeren Wogen, im letzten Viertel aber wirds deutlich tanzbarer und am Ende kommt der Knüppel aus dem Sack.

Hier erstmal wie immer:

  1. 1000 hours of staring (Serein) – i am philips head mp3
  2. Transfolmer (2063music) – Probe mp3
  3. Bannister Boy (Drift Records) – Lines on Squares mp3
  4. Stalker (1bit wonder) – Introducing Savya (Kultobjekt encore) mp3
  5. jap jap (Maetrix Solution) – in a bright light mp3
  6. Mickey Eats Plastic (Skyapnea) – Failed breakfast, chinese tea mp3
  7. CobSOn (WM Recordings und trastienda [Edit, weil: siehe Kommentare]) – intro mp3
  8. fidget (unfoundsound)- over, under, through (someones else’s bliss remix) mp3
  9. Nulleins (Thinner)- Emerge mp3
  10. K.Fog (Uran97) – Musikstueck mp3
  11. the millboard message (Digital Kunstrasen)- Interlude mp3
  12. mario f. (politicide.net) – Fake Godess mp3
  13. Beatokko (exegene)- Needlebreaker mp3
  14. 303 Addict (Analogue Mind-Control Network) – Drunken Gogo Girls Are Dangerous mp3

So, jetzt noch mein Krams dazu: 1000 hours of staring bei Serein, dem homogensten Netlabel, das ich kenne, die Releases fügen sich so einander an, dass man denken muss, die wohnen alle inner Künstler-WG oder so. Benannt haben die sich wahrscheinlich nach einem relativ bekannten Werk des Aktionskünstlers Tom Friedman, der zwischen 1992 und 1997 eintausend Stunden lang ein leeres Blatt Papier anstarrte. Gings bei dem Tun wahrscheinlich auch um die Leiden an der (Nicht-)Kreativität, kann man schon mal sagen, dass alle folgenden offensichtlich keine Schwierigkeiten damit haben. Nach dem relativ zarten Anfang gehts weiter mit Transfolmer, schon im Dezember bei 2063music rausgekommen, aber erst jetzt von mir entdeckt, und geht wie ne Eins mit dem vorderen zusammen. Bannister Boy ist als Ganzes für mich das Release aus dem Februar, bei dem qualitativ eh immer weit vornen Drift Label. Unbedingt das ganze Album holen! Orientiert sich schon an klassischer Minimal Music, wenn auch nicht immer so offensichtlich wie bei dem ausgewählten Stück, bei dem die Steve-Reich-Anleihen deutlich zu hören sind. Stalker darf mich gerne weiter belästigen, hier jetzt schonmal so’n bisschen Beat, noch sehr fluffig und locker geschlagen. jap jap geht da auch gut zu, Downbeatschönheit. Die letzten beiden Titel habe ich übrigens aus dem hervorragenden Netz Klang-Podcast von Tobi Tobsucht vom Rest-Label, der ja schon geraume Zeit bei shouted.fm seine Netaudio-Sendung macht. Kaum hat er sich allerdings entschlossen, daraus auch runterladbare Mp3s zu machen, muss er erstmal wieder pausieren. Soll aber ab April wieder losgehen. Ich werde dann auf jeden Fall nochmal hinweisen. Denn im Gegensatz zu hier gibts dann dort jede Woche (!) zwei Stunden (!!) Netlabelmusikauswahl. Mickey Eats Plastic habe ich von einem Sampler bei Skyapnea, einem Projekt, dass ich noch nicht so ganz begriffen habe. Das Stück ist mal endlich wieder Frickel, der von mir die Auszeichnung „klug“ erhält. Die sympathisch aussehende CobSOn macht nicht nur so schönes Klavierspiel, das ins Rauschige abdreht, sondern eher so Singer-Songwriter mit Elektrozeugs-Musik und ihre EP war bereits im Sommer 2005 bei WM Recordings erschienen ist mir jetzt aber erst durch das nochmalige (warum eigentlich?) Release bei trastienda aufgefallen. [Edit, weil: siehe Kommentare]. Der Track von fidget ist mein Lieblingsstück aus dem Mix. Sternenstaubfangen. Oder so. Zumindest irgendwas kitschiges als Assoziation. Nulleins – täusche ich mich, oder werden die Thinner-Releases wieder besser? Nulleins hat jedenfalls ein schönes, trancig angehauchtes Album da gebracht. Das vorliegende Stück eignet sich jedenfalls gut, aus dem Sphärischen ins Wummerige rüberzuleiten, erst kommen die 303artigen-Arpeggios leise, dann wird daraus ein veritables Tanzstück. Das folgende Musikstück heißt Musikstück und ist von K.Fog, der eine überlebenswichtige Frage stellt, na, ich hoffe, Ihr überstehts. Die beiden nächsten sind äußerst untypisch für die eigentlichen Albenreleases, the millboard message etwa machen eigentlich emocore, und das stück „interlude“ – sagt ja schon der name – eigentlich nur nebenarbeit, die 1:30 passten aber ganz gut dazwischen und mario f. ist eigentlich leicht krachiger deutschdingsrock oderwieauchimmer, hier so eher die Richtung Electroclash (oweh, schon wieder ganz viele Schubladenbegriffe hier in der Beschreibung, aber was will man machen). Zum Schluss noch die beiden Klopper: auf dem Drum’nBass-Label exegene beatokko mit entsprechendem Track und zum Schluss lässt der 303 Addict es – auch wie der Name schon sagt – schön Acidkrachen. Soweit.

Achso, das letzte mal gut gefallen hat mir als Ihr Eure Lieblingsstücke aus der Auswahl nanntet. Könnt Ihr ruhig wieder so machen. Gruß,

John Peel Tapes

Wie wäre es mit einer Community, die alte John-Peel-Kassetten in MP3s umwandelt und ins Netz stellt? In den eigenen Gemäuern finden sich ja bestenfalls alte Werner-Reinke-Kassetten aus den 80ern. Hitparade International. Hat schon auch Spaß gemacht, aber bei aller Sympathie: John Peels Musikerziehungsmodell liegt weit vorne.

myspace mal wieder

Die erst seit rund zwei Jahren existierende Seite wird inzwischen zweieinhalb mal so oft besucht wie Google selbst. […] Die derzeit bei MTV dauerpräsenten Arctic Monkeys sind nur durch myspace bekannt geworden.

Das globale Poesiealbum – Harald Jähner in der Berliner Zeitung über myspace.

Sundance Shorts

Dieses ins Leere versenden fuchst mich schon seit Jahren. Ich meine dieses völlige außer Acht lassen der Zweitverwertung von Filmen auf Filmfestivals, speziell beim Kurzfilm. Diese pure Verschwendung an Energie und Phantasie, gemessen an ihrem Ziel, dem Publikum, das sie ereichen wollen. Dass gerade mal wenige Hungrige in ihren handwarmen Kinosesseln ganze Jahrhunderte an Arbeit an sich vorbeiziehen sehen, bevor Abertausende an Filmen in den Schubladen ihrer Macher verschwinden, ist ja ärgerlich genug. Dabei ergießen sich die vielen einförmigen Sendeanstalten im Trash ihrer Feigheit oder berichten über Filme, die sie nie zeigen werden. Sendeplätze für Kurzfilme sind rar. Das weiß jeder. Und die Technik ist längst noch nicht so weit, dass auf die Situation angemessen reagiert würde. Man stelle sich nur mal vor, viele dieser Filme wären im Netz zu sehen — sortiert und in Übersicht gebracht. Die Welt wäre eine bessere. Das Sundance Film Festival hat auf meine Bedürfnisse reagiert und zeigt erstmals die besten Kurzfilme der diesjährigen Festspiele auf ihrer Homepage (with Macormedia Flash Player). Screeninggröße: bescheidene 14 X 10 cm (!). Meines Wissens nach die Ersten, die das machen.

Best of Netlabels Podcast Feb 06

Der Januar war ein guter, meiner Meinung nach, weshalb es diesmal eine durchgängig hohe Qualität der Stücke gibt, leichte Übersteuerungen bei der Moderation bitte ich zu entschuldigen, aber ich hab das wirklich nur so runtergeschnuddelt (wenig Zeit halt) – also was gibt es diesmal: Nick-Drake-artiges, stampfende Banjos, Geister-Dubdub-Gesang, russischen Fastschlager in Breaklastigem; eindeutiger Schwerpunkt aber: Wipphousiges.

Playlist mit den Links zu den einzelnen Stücken und Labelseiten:

  1. New City 16 (retropublik) – Theme (0:48) mp3
  2. Sundays in Spring) – Paper Crane (4:49) mp3
  3. The Banjo Consorsium (Seedsound) – Tuesday Craker (6:48) GranLab (Broque) – Memories (6:40) Mujuice (Fragment) – Monochrome (Piano Version) (7:51) Christian Bloch (Memento) – Ongoing 3 (5:43) mp3
  4. Zucchini (Bump Foot) – Walking Around (6:32) mp3
  5. Livelectro vs. Elena Nikitaeva (Electrosound. ru) Sig Tango (Tango Intelligent Dance Mix) (3:55) mp3
  6. Observatory) – Six O’Clock Whispers (3:18) mp3
  7. Freddy Musri (Tropic) – Transdimensional (6:16) mp3
  8. Dennis DeSantis (Thinner / Epsilonlab)- Brink (5:26) mp3