Neben dem lieben Datenschutz sind es ja vor allem die verflixten zehn Minuten am Tag, die Addicts wie mich davon abhalten, sich ein Facebook-Profil zuzulegen. Zehn Minuten entsprechen nämlich etwa der durchschnittlichen Verweildauer, die man täglich einplanen muss (die FAZ spricht gar von zwei Stunden und 24 Minuten). Dass es dann doch passiert, ist der Hartnäckigkeit einiger weniger geschuldet, die trotz meiner lautstark dahingelebten Ablehnung Einladung um Einladung an mich sandten. Und es kam, wie es kommen musste: I like it! Facebook ist schneller, intimer, charmanter und lockerer als so ein daily B-Blog wie die Machtdose. Herr Richter, Dauergast im Pinnwandland, hat es unlängst auf den Punkt gebracht:
Facebook ist verlockend für sozialliebende Menschen wie mich, man bekommt schnelle Reaktionen auf seine Postings, ist ständig in parasozialem Kontakt mit vielen Freunden und bekommt selbst viel geboten (wenn man keine langweiligen Freunde hat). Kurz und gut, eigentlich gibt mir dieses faszinierende Instrument der verfeinerten Prokrastination soviel schnelle und kontinuierliche Befriedigung, daß das reguläre Bloggen mir mühsam und undankbar erschien.
So ähnlich geht es mir auch. Ich vermute, dass der lesens- und vor allem sehenswerte Beitrag über »Tom Kunz« nur ein kurzes Aufflackern darstellt, bevor er sich wieder ins Hinterzimmer verzieht. Mein eigenes Verhalten bleibt noch eine Weile zu beobachten. Tendenziell folge ich wohl auch in Zukunft der Einsamkeit.
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