Robotrobotrobot

SatanicPuppeteerOrchestra   Robotrobotrobot Drüben bei music for maniacs findet sich übrigens immer mal wieder was zum Thema »Roboter«. Gerade gestern über »Music for (and by) Robots« gestolpert, einer zweistündigen Reise durch irrwitzige Plattenarien. Ein Mixmisch aus 50s/’60s Space Age Records, Spoken-Word/Comedy, Film- & TV-Clips, Kinderschallplatten, Dictionaraoke, altem New-Wave, Sound-Effekten, ’70s Funk und anderen kurzlebigen Aufnahmen von Musikern wie beispielsweise Jean-Jacques Perrey, Bruce Haack und Frank Comstock. In diesem Blog bin ich einst auch auf den Song »Robots can’t Cry« vom Satanic Puppeteer Orchestra gestoßen, einem schönen Cure-Cover. Hinter dem Satanic Puppeteer Orchestra verstecken sich der verrückte Professor B. Miller und sein Roboterfreund SPO-20. Von der Musikindustrie genervt, beschloss der Forscher seinerzeit, einen Roboter zu entwickeln, der die Kompositionsarbeit übernehmen sollte. Fehlende Begabung und anhaltende Erfolglosigkeit zwangen später allerdings zum Umdenken: SPO-20 wurde Sänger und Frontman des Satanic Puppeteer Orchestras, der Professor hielt sich mehr im Hintergrund. Auch gut. (Satanic Puppeteer Orchestra MySpace)

Wolfgang   Robotrobotrobot Ganz ähnlich erging es Wolfgang, der in den frühen 80ern von einem amerikanischen Videospiele-Tycoon entwickelt wurde. Als Prototyp konzipiert, verfügt Wolfgang über die Natur der menschlichen Gefühle und Gedankengänge. Enzyklopädische Sachkenntnisse über die Populärmusik der 80er Jahre sind seinerzeit bewusst in die Programmierung eingeflossen. Auf deren Grundlage sollte Wolfgang nämlich Hits komponieren und seinem Erfinder Geld und Ruhm bescheren. Der Schuss ging nach hinten los. Songs wie »Rocketship Rangers« und »Galaxy Battalion« waren die Folge, mehr eine Form des Aufbegehrens gegen Macht und Unterdrückung denn Smashhit. Wolfgang landete auf dem Müll. Knapp 25 Jahre später wurde er in Brooklyn von politischen Aktivisten in einem alten Container entdeckt und liebevoll restauriert. Wolfgang bemerkte schnell, dass er sich in seinen Retter verliebt hatte. Dieses wunderbare Gefühl erlaubte ihm fortan, Musik zu komponieren, so, wie es seine Bestimmung einst vorsah. Nur leider wurde die Liebe des Humanoids nicht erwidert. Er wurde nachdenklich und traurig: »Wolfgang’s songs illustrate the experience of happiness and heartache, of the initial joy and eventual hopelessness that accompanies unrequited love.« So ist das mit den menschlichen Gefühlen. Ohne Katastrophe keine Apokalypse und kein Paradies. (Wolfgang at MySpace)

Pornophonique – Sad Robot!

Ein Meilenstein elektronischer Robotermusik ist ganz sicher Consoles »14 Zero Zero« aus dem Jahr 1998. Bis vor kurzem dachte ich, Gretschmann hat seine Stimme einfach nur durch einen Vocoder gejagt. Weit gefehlt. Dahinter steckt harte Entwicklungsarbeit. Der Gesang wurde vollständig gebaut, und zwar mit Hilfe eines Mac-Programms namens Simple-Text, mit dem man Silben in Notenwerte verwandeln kann. »Der Computer singt, wie cool«, soll Gretschmanns erste Äußerung gewesen sein. (Watch »14 Zero Zero« at YouTube)

musicforrobots   Robotrobotrobot Eine wichtige Platte, quasi ein Standardwerk der Roboterologie, stammt von Forrest J. Ackerman und Frank Coe: »Music For Robots« (Science Fiction Records, 1964). »This mindbending collection combines the all-knowing Ackerman.s out-of-this-world musings of robots in literature and cinema with the cosmic electronic musical wizardy of Coe.« Unbedingt studieren! Außerdem macht gerade eine Daft-Punk-Choreografie namens »Harder Bodies Faster Stronger« in YouTube City die Runde. Nicht richtig gut, aber bemüht. Der Höhepunkt liegt bei etwas mehr als zwei Minuten. Ganz ähnlich in seiner Ästhetik, aber eine Nasenspitze voraus ist »Lev and Thumpbot play Crazy«: »LEV the thereminbot and his newly-built pal thumpbot play Crazy with help from a 20-year-old MT32 synthesizer«. Nettes Spielzeug, diese Installation. In diesem Zusammenhang unbedingt noch mal einen Blick auf meinen Eintrag »Mensch – Maschine – Stars« werfen. Dank euch sind einige schöne Videos dazugekommen.

Sendung vom 27.09.07 – 19 – 20 Uhr – Radio X – zum Livestream
01. Kraftwerk – Die Roboter (Klingklang/EMI)
02. Console – 14 Zero Zero (Virgin)
03. Mr. Velcro Fastener – Real Robots don’t die (Statra Recordings)
04. I’m From Barcelona – We’re from Barcelona [Adventure Kid RMX]
05. Satanic Puppeteer Orchestra – Robots can’t cry (MP3)
06. Pornophonique – Sad Robot (pornophonique.de)
07. Wolfgang – Not in love [not true] (Hypnote Recording Concern)
08. Björk – All is full of love (Polygram)
09. Boy Robot – Invaders of vanity clubland (City Centre Offices)
10. The Giant Robots – Get away (Voodoo Rhythm)

Standbye-Titel
11. Justine Electra – Fancy Robots (City Slang)
12. Flaming Lips – Yoshimi Battles the Pink Robots pt. 1 (Warner)
13. Styx – Mr. Roboto (A&M)
14. Add (n) to X – Plug me in (Mute)
15. Tujiko Noriko – Robot Hero (Tomlab)

Noch mehr Roboter
Super Furry Animals – »Sex, War and Robots« · Wax Fang – »Sweet Bloody Murder« · Electric Six – »Don’t be afraid of the Robot« · Guided By Voices – »Tropical Robot« · Youth Group – »Catching and Killing« · The Broken Family Band – »Song against Robots« · Alexander Robotnick – »Love Robot« · Anthony Rother – »Destroy him my Robots« · The Sammies – »Angry Robots Revolt« · T.V. On The Radio – »Robots« · The Softlightes – »The Robots in my room were playing Arena Rock« · Minutemen – »Mr. Robot’s holy orders«

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2 Antworten auf Robotrobotrobot

  1. Martin sagt:

    Guys,
    great show/tracklist!

    We also had a feature on “Robots music” in our show (01.02.2007).
    For further information visit: http://www.journey-into-sound.de

    Greetz,
    Martin

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