Mapstation – Version Train

Stefan Schneider, Bassist bei To Rococo Rot und dort u.a verantwortlich für den Gerätepark (ATC-1, Supernova, Jomox X-Base etc.), ist riesiger Reggae-Fan. Naheliegend also, sich die gebräuchlichen Riddims mal genauer anzuschauen, um diesen bewährte Elektro-Sounds entgegenzustellen. Vor wenigen Tagen erschien der Nachfolger zum Debüt-Album „a way to find the day“ und wie schon auf dem Erstling setzt Schneider dem potentiellen Hit Sperriges entgegen.

Mapstation könnten kiloweise Hits aus ihren Ärmeln schütteln, die gebräuchlichen Codes hierfür sind geknackt. Leider wollen sie das nicht. Mit den Gastbeiträgen von Ras Donovan (Vocals) und Scallo (Vocals) bekommen die Songs von Mapstation grundsätzlich Erstliganiveau. Das zur Band gereifte Projekt müsste konsequent auf Gesang setzen, um richtig zu gefallen. Zwar haben die Instrumentals schöne Klingklang-Melodien, letztlich machen aber Songs wie „Gravity“ (Donavan) und „Wake Up“ (Scallo) zu viel Spaß, als das man auf dem Rest des Albums auf sie verzichten möchte. Wenn Mapstation diesen Ratschlag beherzigen, kann man in Zukunft noch einiges von ihnen erwarten.
Viel Spaß macht derzeit auch der Bremer Stadtmusikant James Din A4 aka Dennis Busch. Mit einem Trommelfeuer hat er in den letzten drei Jahren die gesamte Bremer Produzenten-Clique zusammengerufen, um mit ihnen auf dem eigenen Label Esel Platten zu veröffentlichen. Frei nach dem Motto „Funky as a Fuck“ bewegt sich Esel irgendwo zwischen House und Antihouse.

Sendung vom 27.02.03
01. To Rococo Rot and I-Sound – A number of things (City Slang/Labels)
02. Theatermusik – Zwischenspiel: Wappen am Kopf [Roland Lippok for „chymische Hochzeit – vierter Tag“ by Johann Valentin Andreae] (Crosstalk)
03. Theatermusik – Schweben [Robert Lippok for „Messer in Hennen“ by David Harrow] (Crosstalk)
04. Mapstation feat. Scallo – Wake up (Staubgold)
05. Mapstation – I don’t know my generation (Staubgold)
06. Mapstation feat. Ras Donavan – Gravity (Staubgold)
07. James Din A4 – o.T. (Esel)
08. Lessie & Chris – o.T. (Esel)
09. James Din A4 – o.T. (Esel)
10. Jaga Jazzist – Made for Radio (Ninja Tune)
11. Jaga Jazzist – Lithuania (Ninja Tune)

Related posts

Schlagwörter:

Eine Antwort auf Mapstation – Version Train

  1. Ruben sagt:

    Hallo Jungs,

    Ruben hier – SW.
    Habt Ihr einen Kontakt bei ESEL? Finde keine Homepage.

    Vielen Dank & beste Grüße.

    Schicke Playlist übrigens

Immer auf der Suche nach dem Flow, begeistern Gregor Maria Schubert und Roland Graffé sich für Trends, Widersprüche und Abseitiges in Kunst, Musik und Medien.

Machtdose entdeckt, kultiviert, archiviert, und teilt Glanzlichter der Popkultur und persönliche Vorlieben mit allen anderen Träumern, Liebhabern und Neugierigen.

Plattenteller

  • Rokia Traoré - Né So

    Rokia Traoré - Né So Rokia Traoré stammt aus Mali. Ihre Musik ist eine Verbeugung vor den Griots – malische Sänger, die die Tradition der Geschichtenerzähler pflegen und seit Jahrhunderten mündlich weitertragen.

  • Julia Kent - Asperities

    Julia Kent - Asperities Cello-Monotonie und -Melancholie mit viel Drama. Tracktitel wie »Flag of No Country« und »Empty States« sprechen Bände. Antony and the Johnsons und Swans durften bereits von ihrem Können profitieren.

  • Lea Porcelain - Lea Porcelain

    Lea Porcelain EP Das Debüt von Lea Porcelain hat einen ordentlichen Bums. Mehr noch einen Punch. Inspiriert von dunklen Mächten aus den großen Regenstädten dieser Welt.

  • Bersarin Quartett - III

    Bersarin Quartett - III Ambient-Electronica, wie für unsere Zeit gemacht. Als stünde da jemand mit weißer Flagge und schrie: runterkommmen!

  • Sea Moya - Twins

    Sea Moya - Twins Twins ist eine kleine Schatzkiste, zum Mögen, mit Soundteilchen aus aller Herren Länder. Der Computer als Vermittlungsstelle zwischen Psychedelic, Krautrock, Afrobeat und Electronic Funk.

Veranstaltungstipps Rhein-Main