Cats vs. CCTV

Neulich, auf dem ehemaligen Campus der Goethe Universität in Bockenheim, dort der Labsaal, 1962 errichtet und über dreißig Jahre lang Mensa der Studierenden, seit Jahren geräumt und inzwischen rußgrau verstaubt. Außen hat man dem Gebäude vor einigen Jahren zur Verbesserung des Erscheinungsbildes eine mondäne Fassadenverkleidung verpasst, eine Textilfassade, die nicht mehr als das zeigt, was sich dahinter verbirgt, nur eben richtig unsexy, gemessen an den Möglichkeiten, die solche Maßnahmen bieten. Über Eck findet sich eine überdimensionierte Werbefläche, die die Finanzierung dieser Aktion sichern soll. Derzeit sind dort die gelben Cats-Augen zu sehen. Das anstehende Großereignis dazu startet am 17.12. in der Alten Oper. Unbekannte haben dort das Wort »CATS« überklebt, so dass hinterher »CCTV« zu lesen war. Leider nur für kurze Zeit. Passt aber wie Arsch auf Eimer.

Wie selbstverständlich werden öffentliche Bereiche – zu ihnen zählen Straßen, Unterführungen, Bahnhöfe, Flughäfen, Schulen und Bürogebäude – mit so genannten CCTV Systems (»Closed Circuit Television-Systemen«) überwacht: »Die Entwicklung reicht dabei von statischen, niedrig auflösenden und leicht sichtbaren Kameras bis hin zu miniaturisierten, nachtsichtfähigen Zoom-Kameras, die an vielen Orten auch noch mit Gesichts- oder Gangerkennungssystemen verbunden sind.«

Cats vs. CCTV
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Immer auf der Suche nach dem Flow, begeistern Gregor Maria Schubert und Roland Graffé sich für Trends, Widersprüche und Abseitiges in Kunst, Musik und Medien.

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