Creative Industries

Während die einen trauern und bedauern, arbeiten sich die anderen an der Gegenwart ab, um für die Zukunft die Weichen zu stellen. Indie ist tot, es lebe die Kreativindustrie, rein virtuell, versteht sich. Die Zeit mal wieder, diesmal mit einem Artikel über die Lage der Nation und das, was aus Pop/Kunst/Kultur geworden ist: »Der entzauberte Pop« von Thomas Gross.

In Zeiten, in denen die alten Schlüsselindustrien dahinschwinden und die Musikkonzerne Jahr für Jahr neue Schreckensbilanzen verkünden müssen, inmitten einer Umbruchsituation ungeahnten Ausmaßes also, die nicht nur die Unterhaltungsbranche vor die größte Herausforderung ihrer Geschichte stellt, gilt das Interesse der Erschließung neuer Ressourcen.

und weiter heißt es

Erfolgreiche Gesellschaften, so die Idee dahinter, hängen in immer stärkerem Maß von immateriellen Faktoren wie Lifestyle und Wissen ab. Das wiederum hat zur Folge, dass sich die Hoffnungen auf ein bislang im Schatten traditioneller Geschäftsmodelle agierendes Milieu konzentrieren. Niemand kennt sich im Internet, bekanntlich dem Zukunftsmedium schlechthin, besser aus als die scheinbar selbstvergessen in Ladenwohnungen oder Schlafzimmerstudios vor sich hin werkelnde Schicht, die auch als »digitale Boheme« oder »kreative Klasse« bezeichnet wird. Zu ihr rechnen neben Musikern und Musikproduzenten auch Labelbetreiber, Webdesigner, Journalisten, Filmschaffende, Modemacher und alle Arten elektronischer Dienstleister. Sie sind es, die der postindustriellen Ökonomie auf die Sprünge helfen sollen.

Ups, damit bin ja ich gemeint! Lesenswerter Artikel, für das hart arbeitende Kulturproletariat Pflicht.

Eine Antwort auf Creative Industries

  1. hardy sagt:

    Sie reissen sich den Arsch auf und werden schlecht bezahlt. Dann werden sie von der Feuilletonwichsmaschinerie zur „Digitalen Boheme“ hochgeadelt. Danke schön. „Erfolgreiche Gesellschaften hängen in immer stärkerem Maß von immateriellen Faktoren wie Lifestyle ab.“ Dieser Text ist doch blanker Unsinn! Die Dibo’s (früher hiessen sie Bobo’s, Bourgeois Bohemians) helfen nicht der postindustriellen Ökonomie auf die Sprünge, sie sind bestenfalls die Hofnarren des Kapitals.