Die besten Alben der 2000er part II

Unter den Voraussetzungen, dass Musik die schönste Hauptsache der Welt ist, die 0er-Jahre in dieser Hinsicht besser als die mauen 90er waren und Listen – wie jede/-r Archäologe/-in weiß – eine anthropologische Konstante sind, muss die Bedeutung eines 0er-Dekadenpoll wohl nicht mehr in Frage gestellt werden. Zudem gibt es ja mal kaum etwas Schöneres als so etwas Schnelllebigem wie Unterhaltungsmusik Ewigkeit zu verleihen. Dafür habe ich mir erst einmal alle Langen, die in Fragen kommen, notiert. Wichtigste Auswahlkriterien: Wie oft gehört? Wie konstant gehört? Eine Lange, die nicht auch noch in den Nachfolgejahren bisweilen aufgelegt wurde, hatte keine Chance. Dann wurden alle nacheinander angehört und notiert, was ich dabei empfinde, so dass ich ein recht objektives subjektives Ranking gestalten konnte. Bands, von denen man vornehmlich einzelne Lieder abgefeiert hat (bei mir z.B. Tocotronic), respektive mit einigen konstant guten, aber nicht alles überragenden Langen (z.B.: dEUS, I am Kloot oder The National), oder qualitätsvolle Lange, die man damals so oft gehört hat, dass man sie einfach in den Jahren danach nicht mehr hören konnte (z.B. »A certain trigger«, »Franz Ferdinand«, »Silent Alarm« oder »Stars of CCTV«), hatten bei diesem Auswahlverfahren freilich das Nachsehen. Welch großes Pech für sie! – Und noch eine Bitte: Pollt doch jetzt auch mal rein!

SEBASTIANS Best of 2000er

Hot Hot Heat – Elevator 1. Hot Hot Heat – Elevator [Sire/Warner] (VÖ: 04.04.2005)

New Wave hin, Retro-Punk her – diese Platte ist die einzige mir bekannte mit 13 Hits in Folge. Da ist nix mit Trübsinn! Man fragt sich aber, wie man durchgehend so hyper sein kann, ohne zu nerven. Liegt wohl an dem Melodienreichtum! Da schunkelt das Haupt, da vibriert der Fuß, da liegt man sich in den Armen. Gute Laune ist Hot Hot Heat!

PeterLicht – Lieder vom Ende des Kapitalismus 2. PeterLicht – Lieder vom Ende des Kapitalismus [Motor/Warner] (VÖ: 28.04.2006)

»Der Kapitalismus/Der alte Schlawiner«, »Al-kaida-Ortsverein«, »Benimmunterricht«, »Wettentspannen« – diese Begriffe und noch viel mehr sind mittlerweile fester Bestandteil meines Alltagsvokabulars, und zwar nicht nur, weil sie an sich schon interessant sind, sondern weil sie in Tonfolgen eingebettet sind, welche die Neurotransmitter extrem anregen. Mit dieser Platte leg ich mich nieder, um mir einen Traum einzufangen, und der Rest ist Hobby.

Interpol – Antics 3. Interpol – Antics [Matador/Labels/EMI] (VÖ: 27.09.2004)

Es gibt ja sowohl die »Turn-on-the-bright-ligths«-ianer/-innen als auch die »Antics«-ianer/-innen. Ich bekenne mich hiermit zu letzteren. Denn ist man mit dem sperrigen Album erst einmal über dem Berg, versteht man, was an Interpol besonders ist: Die Erhabenheit, die trotz salonreifer Begradigung des Erbes entstanden ist.

The Thermals – More parts per million + Fuckin A 4. The Thermals – More parts per million [Sub Pop/Cargo] (VÖ: 04.03.2003), Fuckin A [Sub Pop/Cargo] (VÖ: 14.06.2004)

Wodurch stechen die so gnadenlos uninnovativen Thermals, von deren ersten beiden Platte eine zu bevorzugen töricht wäre, heraus? Wohl durch Melodien und Zorn. Letzterer offenbart sich kraft der Stimme des Sängers und des damit verbundenen – gegen jegliche Vernunft ankämpfenden – nostalgischen Gefühls, dass es sich hier um eine Band handelt, die es ernst mit ihren Prinzipien meint. Angeblich 60 $ Produktionskosten für das erste Album sprechen jedenfalls für sich.

Naked Lunch – This atom heart of ours 5. Naked Lunch – This atom heart of ours [Louisville/Universal] (VÖ: 19.01.2007)

Wie schon einmal gesagt, die herrlichste mir bekannte Pop-Scheibe! Warum beachtet die kaum einer, obwohl man nach ihr doch süchtig werden kann und die unfassbar überzeugend ernsthaft vorgetragene Weltumarmung einem schier die Schuhe auszieht? Wenn es mir einmal nach allgemeiner Verbrüderung ist, dann jedenfalls mit dieser Platte.


Slut – All we need is silence 6. Slut – All we need is silence [Virgin/EMI] (VÖ: 06.09.2004)

Dieses Album kommt wie die Idee des Indierockpops daher. Und keiner der zehn recht eingängigen Songs wird mit der Zeit langweilig! Aufgestaute Wut offenbart sich hier in klaren Songstrukturen und bitteren Texten, die für mich »All we need is silence« zur »Pornography« der 00er-Jahre machen.

The Strokes –Is this it 7. The Strokes – Is this it [RCA/BMG] (VÖ: 27.08.2001)

Um es offen heraus zu sagen: Diese Platte veränderte die Art meiner musikalischen Rezeption gewaltig! Verfolgte ich bis dahin das U-Musik-Geschehen nahezu zehn Jahre fast nur über alte Platten, zeigten mir – wie freilich auch vielen anderen – The Strokes, dass man auch im neuen Jahrtausend Velvet Underground und Stooges zeitgemäß transformieren kann. Die neue Lederjacke war gekauft, die nächste Bar unsicher gemacht. Und dann wurde überlegt, auf welche Konzerte man mal wieder gehen kann!

Die Türen – Popo 8. Die Türen – Popo [Staatsakt/Indigo] (VÖ: 16.11.2007)

Vorletzte Woche in Berlin wunderte ich mich beim Herumschlendern, wie die Menschen mittlerweile aussehen können, die in Mülltonnen herumwühlen. Daraus entnehme ich: »Popo« samt Artwork ist aktueller denn je. Da bekommt nicht nur die digitale Boheme Schiss, über deren neue Uncoolness sich hier schunkelnd ausgelassen wird, auch die Ohren schlackern angesichts der Zugänglichkeit der Lieder. Ne ganz große Nummer!

Beck – Sea Change 9. Beck – Sea Change [Geffen/Motor/Universal] (VÖ: 23.09.2002)

Bei den ersten Durchgängen habe ich mich – mit bloß partiellem Verständnis für das (Un)erhörte – gekniffen. Zu schräg erschien mir die Mixtur aus Akustikgitarre, nasaler Stimme, stellenweise sphärischem Wabern und Glockenspielseligkeit. Und das alles auch noch im Countrystil! Dass so jedoch ohne Augenzwinkern Melancholie bis zum Umfallen serviert wird, macht für mich den Langzeitwert der Platte aus.

Radiohead – Kid A 10. Radiohead – Kid A
[Parlophone/EMI] (VÖ: 02.10.2000)

»Kid A« beinhaltet den atmosphärischsten aller Plattenanfänge und den Song des Jahrzehnts (»Idioteque«). Was sonst noch so mittels elektronischem Gefrickel ohne übliches Gitarreninventar an unterschiedlich nuancierter Stimmung, die einen in halbvertraute bis fremden Welten versinken lässt, aufgebaut wird, ist für mich nach wie vor A wie abgefahren, amoibaiesk, ambrosisch…

11. Oceansize – Everyone into position [Beggars Banquet/Indigo] (VÖ: 19.09.2005)
12. Archive – You all look the same to me [Hangman/Eastwest/Warner] (VÖ: 06.05.2002)
13. Wolf Parade – At mount zoomer [Sub Pop/Cargo] (VÖ: 20.06.2008)
14. The Notwist – Neon Golden [City Slang/Labels / Virgin] (VÖ: 14.01.2002)
15. Sigur Rós – ( ) [Fat Cat/PIAS/Connected] (VÖ: 28.10.2002)
16. Phoenix – It´s never been like this [Source/Labels/EMI] (VÖ: 12.05.2006)
17. The Strokes – Room on fire [RCA/BMG] (VÖ: 20.10.2003)
18. PeterLicht – Melancholie und Gesellschaft [Motor/Edel] (VÖ: 05.09.2008)
19. Maximilian Hecker – Infinite love songs [Kitty-Yo/EFA] (VÖ: 28.09.2001)
20. Robert Forster – The Evangelist [Tuition/Al!ve] (VÖ: 04.04.2008)

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34 Antworten auf Die besten Alben der 2000er part II

  1. roland sagt:

    Kid A hat ja für mich keine Bewandtnis, also, hab ich einfach praktisch nicht gehört, verstehe aber mittlerweile & im Nachhinein, warum das 2000 wohl so beeindruckend war.

    Schönste Nennung: Die Türen.

    Mich wundert aber doch, das Notwist nicht unter den ersten 10 ist, ich meine, hallo, Slut noch 8 Plätze davor und noch 1 Platz vor den Strokes?

  2. nerdseb sagt:

    Dass Slut so weit vorne sind, liegt daran, dass ich die Platte so oft gehört habe und noch immer ab und zu höre, und zwar ganz. – „Neon Golden“ ist dagegen für mich a bissl eine Switch-Platte und auch recht stimmungsabhängig.

  3. eduarda sagt:

    Und was ist mit Huss???
    PeterLichts „Lieder vom Ende des Kapitalismus“ ist so was von prophetisch, das gibt es doch überhaupt nicht mehr. Hätte ich auf Platz 1 gesetzt. Ist nicht die Scheibe „The devil, you & me“ von den Notwists geiler als „Neon golden“?

  4. Gregor sagt:

    Kann das sein, dass alle Patten eher gitarrig sind, also 1-20? Und warum lässt du Radiohead zu, die ja dem »Experiment Elektronik« sehr offen gegenüberstehen.

  5. nerdseb sagt:

    @Gregor: „gitarrig“ ist freilich relativ im Verhältnis zu Roland aber allemal. Vornehmlich elektronische Lange hatten es deshalb schwer, weil sie bei mir in der Regel nicht so einen hohen Langzeitwert haben. Bestes Beispiel: Das letzte Album von Burial: Im Monat, wo es herausgekommen ist, ununterbrochen gehört, danach nie wieder. Ebenso die vorletzte und wahrscheinlich auch die neue (letzte) Fuck Buttons, Health usw.. Bei Radiohead ist das dagegen nicht so. Die lege ich durchaus noch immer 2-3 mal Jahr auf, wahrscheinlich, weil da – für elektronische Musik – relativ viele Seele drin ist (was das auch immer heißen mag). – Absolut ungitarrigss Album, was knapp gescheitert ist: Bohren und der Club of Gore – Black Earth
    @eduarda: Huss: zu selten gehört. – „The devil, you & me“ besser als „Neon golden“ zu finden, kann ich nachvollziehen. Aber „geiler“? Ich weiß nicht. Dafür find ich die fast zu perfekt.

  6. Julian sagt:

    Alben stehen fest, am ‚internen‘ Ranking der einzelnen LPs is allerdings an 1-2 Stellen zu rütteln. Mit gutem Gewissen kann ich dennoch meine Dekaden-Top10 präsentieren:

    01. Sufjan Stevens – Sufjan Stevens Invites You To: Come On Feel The Illinoise (2005)
    02. Patrick Park – Loneliness Knows My Name (2003)
    03. Coldplay – A Rush of Blood to the Head (2002)
    04. The Knife – Deep Cuts (2003/2004)
    05. 3oh3! – Want (2008)
    06. Shout out Louds – Our Ill Wills (2007)
    07. Prinz Pi – Das Pinz IP Prinz Pi Vol. 1 (2007)
    08. Archive – Controlling Crowds [Part I-IV] (2009)
    09. The Dresden Dolls – No, Virginia… (2008)
    10. Die toten Hosen – Auf dem Kreuzzug ins Glück (2001)

  7. Julian sagt:

    Anhang:
    Ehrlicherweise muss ich sagen, dass den dritten Platz sich die Briten mit ihren Landsleuten teilen müssen…kann mich einfach nicht anders entscheiden:
    03(ebenfalls). Imogen Heap – Speak for Yourself (2005)

  8. Gregor sagt:

    Die Toten Hosen? Kann ich das löschen? Spaß. Ich kann Sufjan Stevens, The Knife und die TH einfach nicht zusammendenken…

  9. Julian sagt:

    Ich bin 19, war damals 11 und bin ehrlich… Ich denke, jetzt kannst du’s eher nachvollziehn oder ? ;)

  10. Gregor sagt:

    Mit Anfang 17 habe ich die TH übrigens auch mitgegrölt, würde mich aber niemals dazu bekennen. Es gibt Dinge, die muss man verschleiern… ;0)

  11. nerdseb sagt:

    @Julian, Gregor: Also wer zugibt, mal „Tote Hosen“ gehört zu haben, ist entweder naiv oder muss einen guten Ethik-Unterricht in seinr Schulzeit genossen haben :-)))Dennoch frage ich mich, ob die Nennung nicht den gesamten Dekadenpoll in Frage stellt … Sufjan S. schon zweimal auf 1. Fett! Da muss ja etwas dran sein. Und ne 09er Platte auf 8.? Wenn das keine Vorzeichen für den Jahrespoll sind, auf den man sich ja jetzt auch schon freun kann …

  12. Tallchief sagt:

    Ich muss die Nennung der TH außerordentlich loben, zeigt es doch erstens deutlich, wie ehrlich Julian mit der Aufgabe Decadenpoll umgeht und berücksichtig zweitens sein Alter, dass (@ nerdseb)doch vielmehr durchaus den Decadenpoll in Frage stellt, als die Nennung irgendeiner Band.

    Erfeut hat mich außerdem Prin P.

  13. nerdseb sagt:

    Der Satz ist nicht zu verstehen: […] und berücksichtig zweitens sein Alter, dass (@ nerdseb)doch vielmehr durchaus den Decadenpoll in Frage stellt, als die Nennung irgendeiner Band.[…]. Schade um den Beitrag.

  14. Tallchief sagt:

    Obwohl meine Jugend (19) und der im Vergleich mit anderen (u.a. nerdseb) geringe Konsum einen Dekadenpoll grundsätzlich in Frage stellt, habe ich mich dennoch entschlossen zu posten. Allerdings ist nur meine „Top-Drei“ in der Reihenfolge ihrer Wertung:

    1. Hot Hot Heat: Elevator (2005)
    2. Maximo Park: Our Earthly Pleasures (2007)
    3. Peter Licht: Lieder vom Ende des Kapitalismus (2006)

    sowie:

    Beirut: March To The Zapotec (2009)
    Mattafix: Signs Of A Struggle (2005)
    The White Stripes: Icky Thump (2007)
    Slagmalsklubben: Boss for Leader (2007)
    The Thermals: More Parts Per Million (2003), Fuckin‘ A (2005)
    Naked Lunch: This Atom Heart Of Ours (2007)
    Telefon Tel Aviv: Immolate Yourself (2008)// Shout Out Louds: Our Ill Wills (2007)

    In der engeren Auswahl standen außedem:
    Creme de la Creme, Moonbotica und The Strokes.

  15. nerdseb sagt:

    Erstaunlich erscheint es mir, die zweite „Beirut“, die ja kaum eine/-r wahrgenommen hat, der ersten vorzuziehen. „Our earthly pleasure“ vor der der ersten Maximo Park zu nennen, ist mutig und wird wahrscheinlich auch auf Ablehnung (außer bei Filli) stoßen, kann ich aber nachvollziehen.

  16. Julian sagt:

    Meines Erachtens, stellt es den Dekadenpoll nicht in Frage sondern stützt ihn. Ich habe mir bis zum „OK“ klicken, überlegt DtH nicht mit ins Boot zu nehmen, wäre aber unehrlich gewesen und somit sind sie verdienter-weise auf Platz 10 meines Polls. Ich find es ehrlich gesagt auch nicht wirklich korrekt, eine ‚Mainstreamband‘, ohne das Album gehört zu haben, so in den Keller zu schicken. Mr.Tallchief kann mich warscheinlich am besten verstehen ;-).
    @ nerdseb, ich find den Poll nicht überraschend, interesant ist aber NL auf Platz 6, dies bedeutet für mich Thermals, Interpol und PL durchzuhören, sonst werd ich die Entscheidung wohl kaum begreifen… :-)

  17. Julian sagt:

    @ Tallchief, der Dekadenpoll ist ja schön und gut, überrascht hat mich die Wahl von Slagsmalsklubben; hätte nie gedacht, dass du den 8-Bit-Sound in deine Top10 einbeziehst, Top Wahl. Gefällt mir sehr!

  18. Julian sagt:

    @nerdseb, fast alles durchgehört oder wenigstens reingehört und ich kann einfach nicht verstehen warum Shout out Louds keine Nennung in Ihrem Poll finden. Für mich stellt sich die Frage: Vergessen oder wirklich als besser empfunden als #11,#13 und ausserordentlich #19?

  19. nerdseb sagt:

    @Julian: Seit wann siezt man sich in einem solchen Forum? Soll das eine Distanz zu meinem Poll ausdrücken? Außerdem: „Our ill wills“, auf welche Lange Julian Bert wahrscheinlich anspielt, ist für mich ne typische Switch-Platte und solche Entitäten ham halt verdientermaßen keine Chance bei mir. Und: In 11,13, und 19 kommt man über Myspace m.E. nicht rein, wennn man nicht gernerell Abneigung gegen den speziellen Stil hat.

  20. roland sagt:

    @Tallchief: muss ich mir mal die 2008er Telefon Tel Aviv anhören. Sehr schön, Moonbootica zu nennen (da kämen aber für mich noch um einiges früher Digitalism).

  21. nerdseb sagt:

    @Julian: Habe mir jetzt noch einmal „Our ill wills“ angehört und bin schon überrascht, wie gut mir die Platte auch noch nach 1,5 Jahren gefällt. Ist auch eigentlcih keine Switch-Platte. (Dachte ich wahrscheinlich, weil ich „Time left for Love“ – käme in die Dekaden-Kurze-Top-20 – so gut finde.) Der Grund, warum sie nicht in meinem Dekadenpoll erscheint, ist schlichtweg der, dass ich mir beim Anhören nie aggressiv denke/dachte: „Mein liebr Herr Gesanxverein, wie großartigst respektive abgefahren respektive geil ist das eigentlich!“, sondern sie lediglich wohlwollend – ohne großes Erstaunen – rezipiere.

  22. michel sagt:

    Also ich will’s nicht unnötig komplizieren, muss aber sagen, dass Nerdsebs musikalische Rezension der 2000er meiner Bestenliste verdammt nahe kommt. Mir gefällt auch die fachlich sehr scharfe Analyse. Da ich für gewöhnlich keine vollständigen Alben rezipiere kann ich nicht wirklich mitreden. Möchte aber gerne folgende Bands genannt wissen: Feist (open seasons, 2006), Coloma (silverware, 2002), Antony and the Johnsons (I am a bird now, 2005) und St. Germain (Tourist, 2000), ohne Rangfolge in der Kategorie kann ich immer wieder hören. In der zweiten Reihe stehen dann The World Inferno Friendship Society und ganz klar die tanzbarste Musik überhaupt – LCD Soundsystem!

  23. Heiko sagt:

    Da kriegt man sofort Lust, einige Sachen wieder rauszukramen.
    Naked Lunch und Slut, welch Superscheiben!
    Da freut man sich schon auf die Sachen aus der Auflistung,
    welche an mir vorbeigegangen sind!

    Gruss Heiko aka granlab

  24. nerdseb sagt:

    Wo bleiben die weiteren versprochenen Polls? Traut euch doch mal ran! – Außerdem: Um ein wenig einzuheizen, wette ich ich jetzt schon einmal auf Gregors nichtelektronische Platte des Jahrzehnts, die vielleicht auch seine Platte des Jahrzehnts werden wird. Ich prophezeie, dass sie von LCD Soundsystem, PeterLicht oder The Strokes stammt. Wer wettet dagegegn?

  25. Eine sehr gute Auswahl muss ich zugeben. Die trifft voll meinen Geschmack. Nur Sigur Rós würde ich etwas weiter vorne platzieren ;-)

  26. roland sagt:

    @nerdseb. das ist aber ne einfache wette. ich tippe ziemlich genau das als top3 in der genannten reihenfolge, wenn man noch 2 und 3 tauscht.

  27. roland sagt:

    jetzt macht ers aber bestimmt anders, damit er nicht so berechenbar wirkt…

  28. Volker sagt:

    Hi Sebastian, hier meine Lieblingsplatten der letzten 10 Jahre und damit auch der vierte Poll aus Ulm:

    1. SONIC YOUTH – Rather ripped (2006)
Eine für mich absolut homogene poppige individuelle Platte. Ein Hit jagt den anderen, mehr davon!
    2. AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD – Madonna (2000 )
Zweite Platte eine der wichtigsten Bands der letzten 10 Jahre. Wer diese Band in ihrer Anfangszeit live gesehen hat, weiß warum, ein absoluter Augen und Ohrenschmauß!
    3. AT THE DRIVE IN – Relationship of command (1999)
Schade, daß die Nachfolgeband Mars Volta sich zu sehr in die
Progressive-Rock-Richtung gewagt haben. Das ist der absolute Noise, Emocore Overkill und diese Melodien!
    4. STROKES – This is it (2001)
Zu dieser Platte wurde alles schon gesagt! Ein Meisterwerk!
    5. YEAH YEAH YEAHS – Show your bones (2006)
Zweite Platte, haben ihren Garagesound ihres Debüts verfeinert,
entstanden ist ein furioser kleiner Indierockklassiker!
    6. WEEZER – The Green Album (2000)
kommt nicht ganz an das blaue Album heran hat aber immer noch
Songs für die Ewigkeit
    7. THE HIVES – Veni Vedi Vicious (2000)
Ja, ich weiß, Hype hin Hype her, trotzdem ein Garagerockklassiker schlechthin, haben leider danach musikalisch nachgelassen!
    8. WEAKERTHANS – Reconstruction site (2003)
Ein Meisterwerk der kanadischen Band ist hier entstanden. So
kann man Country auch auf nicht peinliche Art verpacken!
    9. AGAINST ME – New Wave (2007)
Was für ein Album: Folk trifft Disco trifft New Wave, war und bin immer noch weg von dieser Platte, Hymnen für die Ewigkeit
    10. BUILT TO SPILL – You in reverse (2006)
Entwickelt sich erst nach mehrmaligem Hören aber dann richtig!
Eine völlig zu Unrecht unterbewertete Band sehr schön!

  29. Nerdseb sagt:

    Das ist mal etwas Neues – mehr so die Visions-Linie! Für mich die wichtigste Neu-Nennung: Built to spills „Youn in reverse“ – Die wurde so etwas von unterschätzt … Hätte bei mir auch in den Top-20 stehen können. Dass Weakerthans Country machen, war mir nicht klar. Muss mir die Platte wohl noch einmal anhören.

  30. Gregor sagt:

    Damit erscheint Ulm erstmals im deutschen Indiereiseführer. Herzlichen Glückwunsch.

  31. Andrea sagt:

    Ich muss das Gesetz etwas brechen und lege mich nicht immer auf die besten Platten fest, sondern auf die für mich beeindruckendste Musik innerhalb des letzten Jahrzehnts.

    1: MIDNIGHT CHOIR – Unsung heroine und amsterdam stranded
    Ankommen, still werden, zur Ruhe kommen und nur noch diese gnadenlos grandiose und barmherzige Musik auf sich wirken lassen.
    Für mich der Wiedereinstieg, nachdem ich eine lange Weile keine Gelegenheit hatte, meine Zeit dieser schönsten Hauptsache der Welt zu widmen.

    2: ARCHIVE – Bullets
    die besten Songs, wie z.B. „Collapse“, „Again“, uva, die wie keine andere den Klang im Universum eingefangen haben. Muss zugeben, dass ich mir nicht sicher bin, ob diese Titel auf der Platte sind bzw. wie genau die Platte heißt. ARCHIVE mein persönlicher Komet, mehrere Platten.

    3: RADIOHEAD – Kid A
    hierzu wurde das Wichtigste schon gesagt.

  32. roland sagt:

    Gregor verzichtet?

  33. Das Album von Arctic Monekys und das von The Strokes find ich sind eindeutig die besten Alben dieser Zeit, die sind echt unübertrefflich.

  34. Escort Fan sagt:

    Wie kannst Du nur die Totel Hosen löschen wollen? Die gehören zur Grundausstattung…

Immer auf der Suche nach dem Flow, begeistern Gregor Maria Schubert und Roland Graffé sich für Trends, Widersprüche und Abseitiges in Kunst, Musik und Medien.

Machtdose entdeckt, kultiviert, archiviert, und teilt Glanzlichter der Popkultur und persönliche Vorlieben mit allen anderen Träumern, Liebhabern und Neugierigen.