Madvillain – Madvillainy (Stones Throw)

Also, ich habe ja keine Ahnung von zeitgenössischem Hiphop, zeigt sich auch daran, wie ich auf diese Platte aufmerksam wurde, über das Cover nämlich. Einer mit Maske, dachte ich gleich, aha, gibts doch grad diesen Sido/MeinBlock-Typen, da ist das auch so, hat der wohl von da geklaut. Könnte stimmen:
Madvillain ist das gemeinsame Projekt von Madlib, des derzeit wohl prominentesten Hiphop-Produzenten und MF Doom, ganz früher mal MC bei KMD, nach Jahren aus der Versenkung seit ca. 2001 solo und nurmehr maskiert unterwegs.
Trotzdem ich aus eher musikfernen Gründen zu hören begann, erfüllt das Album meine gar nicht vorhandenen kühnsten Erwartungen. So stelle ich mir Hiphop vor, wenn er genial ist, nämlich: das große Verbraten und -kuppeln von allem.
Dauernd ändert sich was, nie kannst du wissen, was als nächstes kommt. Kaum einer der Tracks ist länger als 2 Minuten, geradezu Punkhaltung, kurze Skizzen, an denen mal kurz was durchgespielt wird, und genommen wird, was gerade rumliegt: irre Klavierläufe, TV-Commercials, Akkordeons. Zusammen hält das die ruhigrauchige Stimme des MF Doom, der auffällig assonanzlastig rappt, was den bruchstückhaften Eindruck eher noch unterstützt.
Kann man sich oft anhören, das Ding, und entdeckt wahrscheinlich immer wieder neues. Empfehlung, dringende.

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Eine Antwort auf Madvillain – Madvillainy (Stones Throw)

  1. dave sagt:

    lass dir ma`vom greg die king geedorah
    brennen.

    word.

Immer auf der Suche nach dem Flow, begeistern Gregor Maria Schubert und Roland Graffé sich für Trends, Widersprüche und Abseitiges in Kunst, Musik und Medien.

Machtdose entdeckt, kultiviert, archiviert, und teilt Glanzlichter der Popkultur und persönliche Vorlieben mit allen anderen Träumern, Liebhabern und Neugierigen.

Plattenteller

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