Restiform Bodies – This isn’t HipHop

»Best hiphop-album for this season« tönt’s an mancher Stelle großspurig. Teilhaben darf allerdings niemand. Na ja, fast niemand. Auf 500 Exemplare limitiertes Vinyl-Only-Underground-Gebahren (lediglich 100 [!!!] für den US-Markt), kaum Spuren, weder im Netz noch in den einschlägigen Mags. Als wäre es gar nicht passiert. »Newbliette«, so der Titel der Doppel-LP, ist nahe am Nichts und ihre Schöpfer, diese eigenartige HipHop-Formation, wohnen direkt daneben. Vielleicht ist es ja auch gar kein HipHop.

Einiges weist zwar auf diese Spielart hin, vieles spricht aber auch dagegen. Restiform Bodies sehen sich selbst eigentlich in einer ganz anderen Tradition, eine, die wenig Luft lässt für eigene Interpretationen: »Restiform Bodies are a comatose electric psych ghetto r&b trio who all grow up together in the ice and rock of central New Hampshire«. Dass die Drei der Anticon-Posse angehören, ist – große Sachkenntnisse vorausgesetzt – ein weiterer Hinweis auf ihre Musik. Restiform Bodies sind dem Experiment verpflichtet. Passage, Jim Jesus & the Bomarr Monk pfeifen daher auf große Gesten. Dicke Overdubs und fett bouncende Beats sind ihr Ding nicht. »Lo-Fi Psychedelia with mind-bending samples, eerie atmosphere, and some amazing poetry« liegt als Beipackzettel der Kiste bei. Und auf ihr steht Abstract HipHop. Das Label subversiv*rec hat übrigens den Kram veröffentlicht. Kaufen, bevor es zu spät ist!

Sendung vom 22.04.2004 auf Radio X
01. The Beta Band – Assessment (Regal Recordings/EMI)
02. Alias – Dying to stay (Anticon)
03. Man’s Bestfriend – Attack Russia (Morr Music)
04. Ammon Contact – We the continuum (Plug Research)
05. Daedelus with Busdriver – Quiet now (Plug Research)
06. Restiform Bodies – 3rd feel Judy Garland (subversiv*rec)
07. Restiform Bodies – Nobody’s perfect (subversiv*rec)
08. Ammon Contact – Ultra db (Plug Research)
09. T.Raumschmiere feat. MC Soom T – A million brothers [Pole Rmx] (Novamute)
10. Von Spar – Dog Machine (L’Age D’Or)
11. Nosliw – Nur dabei [V.A. Reggae Germany] (Echo Beach)

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3 Antworten auf Restiform Bodies – This isn’t HipHop

  1. dave sagt:

    restiform hab ich schon in einer kneipe gehört. ist gut.

  2. In welcher kneipe da will ich hin “ gibt es denn wirklich öffentlichkeiten in die man eintreten kann ohne von der ständig durch fernsehen verbreitete musik geplagt zu werden ? Naja Restiform bodies werden wohl in deutschland eher selten laufen ! mir ist es sogar nahezu unvorstellbar ! wobei diese Musiker jedem rapper und produzenten Meilen voraus sind wird dies wohl einer bemerken ! Gut so ! versteht eh keiner !

  3. xndl sagt:

    tach, schön, mal ne kritik über eine unserer (nun über 20) releases zu lesen… kommt alle schaltjahre mal vor und ich bin auch nur zufällig darüber gestolpert…

    die restiform bodies sind nun auch schon offiziell ausverkauft und mit viel glück noch eine auf http://www.mailorder.offbeaters.com erhältlich… genug angebiedert, war trotzdem nett…

Immer auf der Suche nach dem Flow, begeistern Gregor Maria Schubert und Roland Graffé sich für Trends, Widersprüche und Abseitiges in Kunst, Musik und Medien.

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