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Gregor

Exground On Screen

Heute Abend beginnt das 19. Exground Filmfest, das von rätselhafter Verstörung über fundamentale Irritiation bis hin zu Verblüffung und Begeisterung schon alles in mir hervorrief, was ein gutes Filmfestival ausmacht, und immer auch das zeigte, was man sonst nur schwer zu Gesicht bekommt. Daran wird sich wohl auch zukünftig nichts ändern. Das Programm ist prall und bunt. Beispiel gefällig? Am 18.11.2006, 22.00 Uhr, Kulturpalast, läuft »Beijing Bubbles – Rock und Punk in Chinas Hauptstadt« von Susanne Messmer und George Lindt:

Der Film begleitet fünf Pekinger Bands, die Punkband »Joyside«, die Mädchenband »Hang On The Box“, die Bluesband »Sha Zi«, die Rockband »New Pants« und die Heavy-Metal-Band »T9«, bei ihren Proben und Auftritten, aber auch in ihrem Alltagsleben. Er gibt einen Einblick in die aktuelle Punk- und Rockszene Chinas und in die Gefühls- und Gedankenwelt der jungen Musiker, die sich bewusst gegen den herkömmlichen chinesischen Lebensentwurf stellen. Ein Film über das Anderssein in einem Land, das sich gerade in seiner Hauptstadt Peking schneller entwickelt als alle anderen Regionen auf dieser Welt, und in dem heute jeder auf Sozialaufstieg und Wohlstand fixiert zu sein scheint.

oder am 22.11.2006, 22.15 Uhr, Caligari FilmBühne: »Beastie Boys – Awesome I Fuckin‘ Shot Taht!« von Nathanial Hörnblowær (aka Adam Yauch)

Die »Beastie Boys« gehen nicht zum ersten mal neue Wege: Während der Trend zu perfekten Konzert- DVDs mit 5.1-Ton und bald wohl HDTV-Filmqualität geht, hat Regisseur und »Beastie Boy« Adam Yauch am 9. Oktober 2004, beim legendären Konzert der Hip-Hop-Band im Madison Square Garden in New York, 50 Fans je eine Digitalkamera in die Hand gegeben: »Do whatever you want, just keep shooting.« Und das haben die Amateur-Kameramänner dann auch getan.

usw. Zieht euch das Programm als PDF

19. Exground Filmfest – 17.-26. November 2006

Photograph

»Photograph« ist der Hit auf Eagle*Seagulls aktuellem Album. Jetzt gibt es ein Video dazu. Film ab!

Radio X wie raus

Was die Spatzen schon seit geraumer Zeit von den Dächern pfeifen, wird langsam bittere Realität: Radio X steht vor dem Aus! Die Politik ist an allem Schuld. Denn: Der Hessische Landtag plant eine Umverteilung der Gebührengelder zugunsten der privaten Medienwirtschaft. Yap! Da bleibt wenig Zeit zum Staunen. Und zum Schlucken. Wie mit der Situation umgegangen wird, steht zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht fest. Bereits am 29.11.2006 findet die Anhörung zur Neufassung des hessischen Privatrundfunkgesetzes (HPRG) statt. Es bleibt also nicht mehr viel Zeit, um angemessen darauf zu reagieren. Jetzt ist es erst mal wichtig, dass alle Welt davon erfährt. In der offiziellen Stellungnahme von Radio X heißt es:

Im Wiesbadener Landtag findet am 29.11.2006 die Anhörung zur Neufassung des hessischen Privatrundfunkgesetzes (HPRG) statt, das die Existenz von Radio X, des hessischen nichtkommerziellen Lokalradios (NKL) mit der größten Hörerreichweite, infrage stellen könnte. Denn darin soll festgeschrieben werden, dass die Landesmedienanstalt für den privaten Rundfunk (LPR) künftig die Hälfte ihrer freien Mittel für (nicht genau definierte) Infrastruktur-Projekte verwenden solle. Bisher lag die Verteilung in Hand der LPR selbst. Bleibt der Entwurf unverändert, drohen den NKL existenzgefährdende Mittelkürzungen von ca. 40%. Im Gespräch scheint sogar zu sein, die NKL generell zu schließen, zumindest aber ihre Anzahl zu reduzieren.

und in einem Artikel des evangelischen Pressedienstes vom 23.09.06 heißt es weiter

Die Gewerkschaften ver.di und DGB befürchten als Folge der Gesetzesnovelle das „Aus“ für die hessischen Bürgermedien. Den Offenen Kanälen solle die finanzielle Grundlage entzogen werden, teilten die Gewerkschaften am 20. September gemeinsam mit. Der Vorsitzende der LPR-Versammlung, Winfried Engel, erklärte, die geplanten Einschränkungen bei der Medienkompetenzförderung würden die LPR hart treffen. Medienpädagogische Projekte würden auf der Strecke bleiben, sollten die Bestimmungen des Entwurfs Gesetz werden.

Wir halten euch auf dem Laufenden…

Hermelin

Ich höre gerade die neue Isolæe-12-Inch, stelle fest, dass es weiterhin nichts, aber auch gar nichts zu beanstanden gibt an seinem bisherigen Lebenswerk, behaupte außerdem, dass Rajko Müller stets in der Lage sein wird, sich neu zu erfinden, und frage mich, ob es schon mal ein Video von ihm gab (weil das hier ja gerade so Thema ist). Und wen treffe ich? Oliver Husain. Hab‘ damals gar nicht mitbekommen, dass er die Regie für »Beau mot plage« übernommen hat. Nicht sein bester Clip, aber seht selbst. Erst auf »alle zeigen« klicken und dann auf »Isolæe – Beau mot plage« (kann denen mal jemand die 2.0 erklären?) Für den Fall der Fälle der YouTube Direktlink. Die Husain/Klöfkorn Music Videos gibt’s hier. Unbedingt komplett anschauen, es lohnt sich! Und die Hermelin-Maxi bitte umgehend im Playhouse Label Shop kaufen.

Music Video Awards 2006

Es dürfte sich ja herumgesprochen haben, dass MTV nach allen Regeln der Kunst verkackt hat. Die MTV Music Awards sind Geschichte, abgestiegen in die Untiefen der Bedeutungslosigkeit. Das schafft Platz für neue Preise, die antville Music Video Awards 2006 beispielsweise. Folgende Kategorien sind benannt: »most fun«, »best new director«, »best low budget«, »worst video« und »breakthrough video«. Das Reglement steht ab sofort zur Diskussion. Die Awards gab’s letztes Jahr auch schon, sah damals so aus. Und als Vorgeschmack auf die bevorstehenden Ereignisse hier noch meine drei Lieblingsvideos aus der Kategorie »Best Video 2005« (alle Q.Time). Ihr seht an den Votings: Da geht was!

1.9% (2 votes) Animal Collective – Leaf House
2.8% (3 votes) Hifana – Wamono
0.0% (0 votes) Fischerspooner – Never Win

Isis — In The Absence Of Truth (Ipecac Recordings)

Bestachen — abgesehen von der letzten Remix-CD — die Soundwälle der drei ersten Veröffentlichungen von Isis vor allem durch Minimalismus und sehnlichst erhofftem Brachialgesang, kommt In The Absence Of Truth wesentlich psychedelischer und mit mehr Melodie daher. Dementsprechend war ich nach der Erstrezeption auch ein wenig enttäuscht, wie immer, wenn vertrautes Geschätztes, in diesem Fall die Endlosschleifen, nicht ganz eingelöst wird. Mittlerweile bin ich da aber anderer Ansicht. Das neue Album ist das beste! Stellvertretend sei hier der der schöne Opener »Wrists of kings« genannt: Gewohnt schnell schwebt man im Nirvana, nach drei Minuten setzt relaxter Gesang ein, der sich dann erst gegen Ende – nach sieben Minuten – in Brachialität verwandelt. Wie immer bei Isis erscheint trotz der Düsternis alles recht cool und einfach, jeder Ton hat seinen unabweisbaren Platz. Und zwar auch dann, wenn die Songstruktur komplexer und der Rhythmus abwechslungsreicher gestaltet wird. »Tool«-Vergleiche, deren letztes Album anzuhören mir fast peinlich war, sind hier im Übrigen völlig unangebracht. Dementsprechend spielt Isis auch eher in Montreux (2005) als bei »Rock am Ring«.