CC-Salon

Wie angekündigt, hier mein kurzer Bericht über den CC-Salon gestern. Ausgerufen von der (nenn ich jetzt mal so) deutschen Sektion der Creative Commons soll dort künftig jeden letzten Montag eines Monats die Gelegenheit gegeben werden, Projekte vorzustellen, bei denen CC-Lizenzen zum Einsatz kommen.

Gestern also der erste, der, wie ich gleich vorausschicken darf, noch ein wenig ungeordnet ablief. Ungefähr zehn Leute waren da, ich bin auf Hinweis Simons von 12rec dort hingegangen, überraschenderweise tauchte auch Mo von phlow auf, beides Menschen, die ich sowieso mal gerne treffen wollte. Und war dann auch entsprechend anregend.

Vorgestellt wurde u. a. Copycan, einem gerade sich entwickelnden Projekt, dass eine alternative Finanzierungsmöglichkeit für kreativ Schaffende sucht. Das Prinzip ist schnell erklärt: Auf einer Internetseite wird die Möglichkeit gegeben, ein Projekt (sagen wir z. B. eine Platte) vorzustellen. Die Künstler legen nun selbst fest, wieviel Geld sie einsammeln wollen, bevor sie ihr Werk veröffentlichen. Copycan sammelt das Geld treuhänderisch ein und sobald die festgesetzte Summe kollektiv von den Besuchern gezahlt worden ist, wird das Projekt für die Allgemeinheit freigegeben. Da stellen sich natürlich eine Menge Fragen ein, vor allem, wie erreicht werden kann, dass genügend Anreize für jemanden bestehen, sich an einer solchen Kollektivfinanzierung zu beteiligen. Die Diskussion darüber, an der ich selbst mich praktisch gar nicht beteiligte, war dann auch von ordentlicher Skepsis getragen, aus unterschiedlichen Gründen, aber eigentlich dem Grundproblem geschuldet, dass ich jetzt aus der Beobachtung bei einer Menge Community-basierender Seiten kenne: wie kriegt man eigentlich die Community zusammen?

Schon ganz interessant alles, und es wurde auch einigermaßen engagiert darüber diskutiert, ohne dass sich bei mir wirklich die Skepsis gelegt hätte, aber natürlich möchte ich dem Projekt nur das Beste zu wünschen. Jedenfalls zog sich das alles gehörig hin, so dass die beiden anderen Vorstellungen wegen der fortgeschrittenen Zeit eher nur noch angehängt wurden (Simon legte kurz seine Erfahrungen als Labelbetreiber dar und eine Studentin (Name leider vergessen) der Informationswirtschaft ihre geplante Diplomarbeit vor, die sich darin mit den Möglichkeiten von CC für NGO-Organisationen auseinandersetzen will.

Wichtigstes Fazit für mich: es ist natürlich sehr wünschenswert, dass die CC-Lizenzen weitere Verbreitung finden, für mich z. B. als Netaudio-Podcaster ist da doch einiges noch ungewiss im konkreten, „alltäglichen“ Gebrauch, z. B. immer dann, wenn sich Gema-Mitgliedschaft und CC-Veröffentlichung bei einem Künstler antagonistisch gegenüberstehen und man oft eben nicht genau weiß, ob einer GEMA-Mitglied besteht, während derselbe Künstler z. B. im Ausland etwas unter CC veröffentlicht (darf ichs für den Podcast verwenden, darf ich nicht?)

(Achso, Markus (u. a. von netzpolitik.org): sorry nochmal für mein kleinwenig uncharmantes Auftreten Dir gegenüber. :) )

2 Antworten auf CC-Salon

  1. georg sagt:

    Deine Beschreibung von Copycan erinnert mich an fundable http://fundable.org/. Unglücklicherweise ein Provisionsmodell (7%).

  2. Roland sagt:

    Ja, wird auch auf der Copycan-Seite auch als ähnliches Beispiel angeführt.