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Die besten Alben 2022 – Plätze 5

Gregors Nr. 5:
Yard Act – The Overload
(Zen F. C., Island Records)

»Ich hau so gerne in die Saiten! Hauptsache Druck und es ist laut!« (Eszella Garni). Yard Act, das sind fette Stromgitarren aus Leeds, der gerechte Hype des Jahres. In einer halbwegs sorgenlosen (und womöglich pandemiegebeutelten) Zeit produziert. England in der Krise, aber Energie war noch bezahlbar. Womöglich ist die Zeit des schmalen Geldbeutels für das Quartett bereits Geschichte, denn einiges deutet darauf hin, dass zwischen Inflation, Miete Strom und Gas inzwischen Einklang herrscht (Quelle: Klickzahlen, Medienaufmerksamkeit, Hallengröße der Live-Auftritte). Okay so! Ihrer kapitalismuskritischen, linken, dem Hüpfhop verpflichtete Grundhaltung tut das keinen Abbruch. Yard Act sind dichter an den Sleaford Mods, Art Brut und – für die Älteren – Gang Of Four – dran als am Britpop der goldenen 90er. Gehackter Postpunk, wenig Wand und nicht besonders populär ausgearbeitet in der Melodiebewegung, aber dennoch etwas für die Massen. Das Jahr 2022 gehört der Subkultur in Großbritannien. Ich würde sehr gerne wissen, wie sich das in den Clubs und auf den Straßen bemerkbar macht.  


Rolands Nr. 5:
Rosalía – Motomami
(Columbia)

Das produktionsseitig vielleicht interessanteste Album dieses Jahres. Jeder Ausschnitt / einzelne Song führt wahrscheinlich erst einmal in die Irre, bzw. zeigt nicht, was sich da insgesamt hybrid zusammenformt. Mal zuckersüß harmonisch, mal komplett Haudrauf, hier traditioneller Latin, da forciertes Beat-Gewitter undsoweiter und fort. Jedenfalls das Gegenteil von Langeweile.

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