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Warp &

Die Deutschen reden zu viel über das Wetter, das ist klar. Ich rede auch zu viel über das Wetter, ebenfalls klar. Dass die neue Swordsmen-Platte die Triebkraft eines dämonischen Wärmegewitters hat, mag wahrscheinlich diesem Umstand geschuldet sein. Also weg davon. Wer sich bisher als Fachmann der Two Lone Swordsmen verstand, wird auf ihrem aktuellen Album »The Double Gone Chapel« über die Biegsamkeit der Herren Weatherall und Tenniswood staunen. Einen gepflegten Umgang mit universalen Zeitströmen war zwar eins ihrer typischen Merkmale, doch etwas Unverkennbares rang sich bis zuletzt durch ihren Sound. Damit ist jetzt Schluss, fast zumindest. Tenniswood zupft neuerdings an Gitarre und Bass und viel seltsamer, Weatherall singt! Oder anders ausgedrückt: Man steht neuerdings beim Musizieren, arbeitet mit statt am Instrument. Hinzu kommt die Schlagarbeit, ausgeführt an einem Schlagzeug aus Stahl und Schweiß. So was bringt Dynamik. Und Rock. Two Lone Swordsmen sind jetzt eine Band samt Gestank eines Proberaums. Das Elektronische ist weg, irgendwo in den hinteren Tonspuren zu finden. Sinneswandel verstanden, Musik geglückt! Scharf!

Sendung vom 24.06.2004 – Radio X
01. TV on the Radio – Bomb yourself (4AD/Touch & Go)
02. !!! – Hello? Is this thing on? (Warp)
03. Two Lone Swordsmen – Faux (Warp)
04. Two Lone Swordsmen – Sex Beat (Warp)
05. !!! – Shit Scheiße Merde Pt 2 (Warp)
06. Savath & Savalas – Te quiero pero por otro lado… (Warp)
07. Nicole Willis – Say it (Sähkö/Puu)
08. Das Bierbeben – No future no past (Shitkatapult)
09. TV on the Radio – Don’t love you (4AD/Touch & Go)

TV – Japan – TV

Seit jeher träumt er von einer Rubrik zu Ehren der Postkarte. Die eben gemachte Schenkung von frankstephanlimbach gibt dem Traum neue Nahrung. Angeblich handelt es sich bei diesem Motiv um eine japanische Fernsehserie aus den 60ern.

TV Dreams
(zum Vergrößern anklicken)

Eight Ban Record

Wer dachte, er kenne alle Vinylformate, wird nun eines besseren belehrt. Der japanische Spielwarenhersteller Bandai hat das 3″-Vinyl (sprich: three inch) für sich entdeckt. Nutznießen soll nicht etwa die DJ-Zunft, sondern vielmehr ihr Nachwuchs zwischen 4 und 6 Jahren. Dank Batteriebetrieb müssen die Kleinen keinen Street Battle fürchten, das farbige Vinyl sorgt zudem für entsprechend hohe Punktzahl im Fashion-Bereich. Ohnehin muss seine klassisch schnörkellose Form keine Konkurrenz fürchten. Klare Linie und funktionales Design, zeitlos schön eben. Wer mag da an DVDs denken?
(Quelle: de:bug)

Seignosse

Seignosse, ein kleiner Ort an der französischen Atlantikküste, stellt seinen Bewohnern gratis Weblogs zur Verfügung.

Der claim „Le Weblog – Espace de democratie participative“, lässt auf den Wunsch schliessen, daß diese Weblogs der Stärkung der Zivilgesellschaft dienen sollen.

Der Bürger soll wieder die Möglichkeit bekommen sich einzubringen. Weblogs sind das Mittel und der Weg um neue Ideen und Vorschläge ans Licht zu bringen!

heißt es bei knallgrau.

Erwähne ich hier eigentlich nur, weil Seignosse nicht nur deshalb ein toller Ort ist, sondern auch, weil Gregor und ich und andere da mal einen großartigen Urlaub hatten, der einiges für den Anekdotenschatz brachte. Nunja.

Lass sie es singen

Auch sehr nett: Bei Let them sing it for you kann man englischsprachige Texte eingeben und die werden einem dann aus diversen Popstücken zusammengeschnipselt vorgesungen, die Botschaft lässt sich auch direkt als Email versenden.

Gegen die Gebrauchsanleitung

In der Musikgeschichte, so heißt es, ging es immer dann richtig vorwärts, wenn die Instrumente und die Technik „gegen die Gebrauchsanweisung“ verwandt wurden. Genau dem Thema widmet sich jene Seite, die Creative misuse and abuse of musical tools überschrieben ist. Eine Einleitung (about) erläutert, worum es geht und in den weiteren vier Abteilungen – „electronica“, „free improvisation and extended technique“, „tape music and musicque conrete“ und zuletzt „turntablism „- werden dann jeweils eine Menge Musikbeispiele hinterlegt, in denen gegen den Strich am Gerät gearbeitet wurde. Und was sind das für Beispiele! Von Autechre bis John Zorn findet sich da jede Menge Tollexperimentelles. Ich bin grad dabei, mir dir Tapemusicsektion durchzuhören, und schon das ist eine Klangreise ganz gehöriger Art. Unbedingte Empfehlung!