Jahresbilanz 2006

Wir sind spät dran! Das gesamte Internet & ein Großteil der Musikpresse hat schon seine Bewertungen abgegeben, nur wir hinken hinterher. So geht das manchmal, aber natürlich wollen wir unsere Lieblingsmusiken 2006 Euch keinesfalls vorenthalten. Wie jedesmal: Gregor und Roland zählen von 10 runter und geben unser jeweiliges Album bekannt, danach folgt noch jeweils die Topliste der Einzellieder.

Besonders freuen wir uns, in dieser Runde endgültig den neuen Machtdose-Starkolumnisten Sebastian begrüßen zu dürfen, den wir besonders gern mit seinen Alben & Single Top 10 im diesjährigen Jahrespoll dann nachfolgend auftreten lassen.

Und jetzt kommt’s: jeder, der uns seine Favoriten in den Kommentaren mitteilt, bekommt ein Geschenk, und zwar unseren jetzt schon deutschlandberühmten Federal Republic Of-Mix (allerdings nicht wie Pyrolator in der handgepressten und mundbemalten Edelvariante, sondern mehr so immateriell). Außerdem wird einer von Euch ausgelost, uns das Mixthema des nächsten Jahres zu geben. Also: haltet Euch ran!

So, jetzt aber:

Rolands 10: Mew – And the Glass Handed Kites (Red Ink)

So übertrieben und aufgeblasen alles, nie unter Stadion. Der übliche Konzeptalbenquatsch, alle Lieder ineinanderlaufen zu lassen, darf auch nicht fehlen – und gleichzeitig noch: der Kitsch! Die hohe Gesangsstimme, das Klaviergeklimper, Gitarren aus Wumms & Hall. Allerpappigste Rocklimonade. Aber mit Zuckerschock lebt sichs herrlich aufgekratzt.
http://www.myspace.com/mew

Gregors 10: Trentemà¸ller — The Last Resort (Poker Flat Recordings)

Bestechende Beiläufigkeit – lief auffallend oft im Hintergrund, ist aber kein Fahrstuhl. Mischung aus Black Forest und Holdeck. Manchmal so böse wie die zwölfjährige Nachbarstochter, oft aber einfach nur gefällig bei gleich bleibend ausgereifter Komplexität. Fördert auf jeden Fall die Durchblutung. Spätestens mit diesem Album den Club verlassen und im Wohnzimmer angekommen.
http://www.myspace.com/trentemoeller

Rolands 9: Hey Willpower: Pda (Tomlab)

Die Schnelleinsteiger. Kann man eine Platte in die Top10 voten, wenn man sie erst ca. 2 Wochen kennt? – Klar kann man, erst recht, wenn sie seitdem praktisch durchgängig läuft. Wahrscheinlich könnten die Jugendlichen, die ihre Handys als Ghettoblasterersatz in der U-Bahn scheppern lassen, und ich sich hierauf am ehesten einigen. Ich behaupte jetzt mal einfach: Hey Willpower sind die Justin Timberlake meiner Alterslage. Musikalisch nicht ganz so am Overacten, dafür gehts wirklich in die Erwachsenenabteilung.
http://www.myspace.com/heywillpower

Gregors 9: Britta – Das schöne Leben (Flittchen)

Ich habe kürzlich eine Postkarte geschenkt bekommen, auf der steht »Fuck 2006«. Vielen Dank dafür. Es beruhigt mich ungemein, dass ich nicht der einzige Mensch auf Erden bin, der mit diesem Jahr nichts mehr zu tun haben will, und wenn das so weiter geht, mit diesem Land. Christiane Rösinger hat ein ausgesprochen großes Talent dafür, den Ernst des Lebens in Mitsummmelodien zu verpacken. Wann fliegen die Steine? Ich bin dabei!
http://www.myspace.com/brittaband

Rolands 8: Bonnie »Prince« Billy – The Letting Go (Domino)

Irgendwas ist gebrochen, zerbrochen. Gott ist tot, heißt es im ersten Stück, die Musik ist Trotzdem-Dranglaubenwollen. Die Stimme (gebrochen, zerbrochen) im Engelsduett. Irgendwie Erlösung ersehnen und gleichzeitig des Lebens ganze Süße wollen. So liegen sie da, die kaputten Teile, sind kaputt – und schön.
http://www.myspace.com/bonnyprincebilly

Gregors 8: Bonobo — Days to come (Ninja Tune)

Herrlich geschmacksstark, reich instrumentiert und down Tempo. Simon Green bekommt neben Platz acht einen kleinen Ehrenorden für sein Gesamtwerk, der »Live Sessions EP« sowie den beiden Alben »Animal Magic« und »Dial M For Monkey«. Der Mann hat sich kontinuierlich auf hohem Niveau gesteigert und spielt nun in der gleichen Liga wie das Cinematic Orchestra u.ä. Artgenossen. Eigentlich schreit die Zeit nach ganz anderer Musik, ein bisschen NuJazz kann aber nie schaden. Eine echte Entdeckung ist der Gesang von Bajka, der ehemaligen Sängerin von Embryo. Genau jetzt hören!
http://www.myspace.com/bonobomusic

Rolands 7: Junior Boys – So This Is Goodbye (Domino)

Hat man eigentlich früher auf Kraftwerk getanzt? Hier gehts auf jeden Fall. Das Album als Ganzes pendelt trotz Tanzbarkeit einen doch eher auf angenehme Entspannungslevel und passt prima zu indirektem Licht, ob zuhause oder im Club. An der Wand lehnen, mit den anderen plaudern, am Bier nippen und wie nebenher mit dem Kopf wippen, verträgt sich alles sehr gut hiermit.
http://www.myspace.com/juniorboys

Gregors 7: Beirut — The Gulag Orkestar (4AD/Beggars)

Für mich eine kleine Überraschung, Beiruts »The Gulag Orkestar« zu einem meiner Lieblingsalben erklärt zu haben. Klarer Außenseiter gewesen. Deckt sich mit meinem derzeitigen Wunsch, Osteuropa bereisen zu wollen (seit dem letzten Bond steht Montenegro ganz oben auf meiner Liste). Balkanfolk mit allen möglichen Einsprengseln, die ausgerechnet ein Amerikaner zu verantworten hat, zugegeben, mit russischen Vorfahren. Dass Beirut alias Zach Condon mit 17 die Schule schmiss, um vom Leben zu lernen, macht ihn besonders sympathisch. Modernes Album, das von der Geschichte gelernt hat.
http://www.myspace.com/beruit

Rolands 6: The Hidden Cameras – Awoo (Rough Trade)
Diese Platte hätte exakt so, sagen wir mal – 1988 stattfinden können. Ich weiß, derartige Referenzen sind eher langweilig, aber: They Might Be Giants zum Beispiel, Go-Betweens zum Beispiel. Aber nicht missverstehen: wirkt nicht im geringsten rückwärtsgewandt, sondern frischestens. Und wenn man abends auf dem Nachhauseweg extra noch nen Umweg macht, weil das Album im Mp3-Player läuft, ist das ja wohl ein echter Qualitätshinweis. Launenhochpicker.
http://www.myspace.com/hiddencameras

Gregors 6: Swan Lake — Beast Moans (JagJaguwar)

Ich weiß, ich weiß, Sunset Rubdown war das ganz große Ding und Swan Lake lediglich der Ableger. Aus irgendeinem Grund weigere ich mich aber bis heute, mir »Shut up I am dreaming« anzuhören. So kommt es, dass »Beast moans« vorne liegt. The Return of Indierock, ausgefeilt, kompliziert und schwer zu erobern. Aber du kannst es schaffen, mit viel Kraft, Liebe und Geduld. Vielleicht wächst eine Blume aus der Erde – oder ein Baum. Großes Album!
http://www.myspace.com/swanlaketheband

Rolands 5: The Rapture – Pieces Of The People We Love (Vertigo)

Verschiedentlich las ich von Enttäuschung. Ich selbst hatte auch erst gar nicht so rechte Lust, es mir anzuhören. Umso erstaunter mein Dochhören. Weil: die Stimme z. B. kiekst diesmal nicht so (oder habe ich mich nur dran gewöhnt?), es ist kompakter produziert und zeigt mehr Vielfalt als das Debüt. Natürlich immer noch wilder Eklektizismus, siehe Albumtitel, aber nicht mehr ganz so dick aufgetragen, als noch auf Teufel komm raus Tanzburner herauspurzeln mussten, diesmal fast schon Poplieder (geht aber immer noch vorwärts, klar).
http://www.myspace.com/therapture

Gregors 5: Bonnie »Prince« Billy — The Letting Go (Domino)

Habe das Album in den letzten sechs Wochen zirka 200 Mal gehört. Wäre gelogen, wenn ich sagen würde, »The Letting Go« taucht nix. Zugegeben, von alleine wäre ich nicht auf die Idee gekommen, mir das Album überhaupt mehr als ein Mal anzuhören. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass Frauen ein Album zehn Mal hören, während Männer zehn Alben lediglich ein Mal hören, will heißen: Die Frau um mich herum nervt zwar manchmal mit ihrer Einfältigkeit, aber genau das finde ich so toll an ihr. Bringt mich schließlich auf großartige Alben.
http://www.myspace.com/bonnyprincebilly

Rolands 4: Phoenix – Its Never Been Like That (Labels)

Immer wenn ich es nicht höre, denke ich: wohl das schwächste Album von Phoenix. Höre ich ich es aber, kann ich jedes einzelne Lied komplett durchsingen, und zwar gerne. Ich muss es dann wohl doch ziemlich häufig gehört haben (und zwar gerne). Sind schon verdammte Mitschunkler dabei, genaugenommen: eigentlich sind’s allesamt.
http://www.myspace.com/wearephoenix

Gregors 4: Sonic Youth — Rather Ripped (Geffen)

Die Rolling Stones haben der Welt gezeigt, dass Rock’n’Roll im Alter nichts zu suchen hat. Rentnerrock nennt man dieses Genre verächtlich, dessen Namensgebung die Stones zu einem Großteil selbst zu verantworten haben. Sonic Youth haben sich gegen diesen Altersrassismus mit einem ihrer besten Alben überhaupt zu Wehr gesetzt und gaben der Welt die Hoffnung zurück, mit Anstand und Würde altern zu können. Die Band um Kim Gordon ist für mich immer dann am Besten, wenn sie Hits schreiben. Klingt komisch, ist aber für jemand, der nicht auf der Stelle treten will, nicht selbstverständlich. Hier
aber gilt: Wie kaum eine andere Band können sich Sonic Youth auf ihre Tugenden verlassen, die sich in der Vergangenheit schon oft bewährt haben.
http://www.myspace.com/sonicyouth

Rolands 3: Guillemots – Through the Windowpane (Polydor)

Was für Protzer. (Nicht: Poser). Filmscorehaft wird ins Album eingeblendet und genau so geht das weiter: immer auf Großformat. Üppige Popmusik. Ob Bläsersätze, Streicherflächen, Bässläufe, Klavierstrecken, Glockenechos was da sonst noch kommt, sie folgen dabei doch dem Song. Und herauskommen: Songs! Aber echt jetzt mal.
http://www.myspace.com/guillemotsmusic

Gregors 3: Guitar — Tokyo (Onitor)

Dass ich letztes Jahr vier Wochen in Japan verbracht habe, mag ein Grund sein, warum mir dieses Album so gut gefällt. Ein anderer Grund könnte die wunderbare Stimme von Ayako Akashiba sein, die auf drei der neun Songs zu hören ist. Der Hauptgrund aber sind diese grandiosen Samples japanischer Saiteninstrumente, Schicht um Schicht aufeinander gelegt und in eine Ruhe gebettet, die aus Tokyo einen Einsiedlerhof macht. Lief konstant über das ganze Jahr hinweg. Total unterbewertet!

Rolands 2: Seachange – On Fire, With Love (Glitterhouse)
Eigentlich ist es ganz einfach, Gitarre, fertig, los. Und ordentlich Melodien drauf, natürlich. Ein Verjüngungsalbum, ein Rumhüpfalbum. So solide wie attitüdenlos. Das Album, mit dem ich wohl am meisten Spaß hatte.
http://www.myspace.com/seachangemusic

Gregors 2: The Knife — Silent Shout (Rabid/Cooperative Music)

Vor vielleicht zwölf Monaten war meine Empfänglichkeit für solcherlei Musik extrem begrenzt. Den Weg in die Dunkelheit hat mir »Silent Shout« geebnet, meine ganz große Liebe aus 2006. Ihre Eigentümlichkeit macht die Mischung aus Geist, Gehirn und Maschine. The Knife sprechen dabei so ziemlich jedes Gefühl an, dass uns der menschliche Körper geschenkt hat: Angst, Zorn, Wohlbehagen — alles dabei. Nur gelacht, gelacht wird hier gar nicht.
http://www.myspace.com/theknife

Rolands 1: Console – Mono (Disko B)

Eine gute Langplatte macht z. B. aus, dass es eine unverwechselbare, nur dem Album zugehörige Stimmung zu erzeugen vermag. So ist das hier. Lullt dich ein und bringt dich auf grogwarmen Dämmermodus. Fast wünschte man sich Hagelstürme und Schneewehen draußen, nur um sich noch mehr daran zu laben. Wirkt darüber hinaus aufs Einfachste hergestellt; ist es aber nicht, glaube ich, weil eben: so präzise aufeinander abgestimmt.

Gregors 1: PeterLicht — Lieder vom Ende des Kapitalismus (Motor)

Protestsong nannte man in den 70er- und 80er Jahren jene musikalische Meinungsäußerung, die als Reaktion auf bestimmte politische Ereignisse und Situationen verstanden werden konnte, jene Zeit also, in der man nicht nur eine Meinung zu etwas haben wollte, nein, man wollte sie auch äußern, bestenfalls lautstark. Heutzutage ist das peinlich. Ist es auch. Mit wenigen Ausnahmen. PeterLicht nimmt Worte in den Mund, die dieses Land spalten. Der eine Teil wittert den Pop im Apfelkuchen und vermutet darin das Spiegelbild unserer Seele, während der andere Teil der Realität nichts abgewinnen will und PeterLicht hört. So betrachtet ist PeterLicht Musik für Utopisten, ein Floskelreiter mit Humor, eine Mischung aus Gottfried Benn, Che Guevara und Rio Reiser, mit viel, ja, sogar sehr viel Melodie. Oft gehört und eines Tages sogar mitgesungen. Lieblingsalbum des Jahres!
http://www.myspace.com/peterlichtmusic

Gregors Songs 2006:

  1. Peter Bjorn And John — Young Folks
  2. The Knife — We share our mother’s health
  3. New Young Pony Club — Ice Cream
  4. International Pony — Gothic Girl
  5. Coco Freeman & Franz Ferdinand – The Dark of the Matinee
  6. I’m from Barcelona — Treehouse
  7. Jamie T – Sheila
  8. Shitdisco — Disco Blood [Errors Remix]
  9. Maxi Geil & Playcolt — Here come Maxi
  10. Pony Up! — The truth about cats and dogs (is that they die)
  11. Sergej Auto — Your City
  12. Deichkind — Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)
  13. Arctic Monkeys — When the sun goes down
  14. Festland — An meinem Fenster wachsen Blumen
  15. Hot Chip — Boy from School

Rolands Songs 2006:

  1. Sunset Rubdown – Shut up I am dreaming of places where lovers have wings
  2. Arctic Monkeys – When the sun goes down
  3. The Knife – We share our mothers health
  4. Blumfeld – Strobohobo
  5. The Infadels – Murder that sound
  6. Spank Rock – Rick Rubin
  7. Peter Bjorn and John – Young folks
  8. MSTRKRFT – She’s good for business
  9. Peter Licht – Lied vom Ende des Kapitalismus
  10. The Whitest Boy Alive – Burning

Gregors Konzerte 2006:

  1. Deichkind — Cocoon/Frankfurt
  2. Kaiser Chiefs — Hugenottenhalle/Neu Isenburg
  3. PeterLicht — KUZ/Mainz
  4. Dead Moon — Nachtleben/Frankfurt
  5. White Circle Crime Club — Sachsenhäuser Spritzehaus

Und jetzt: Sebastian!

Sebastians 10: Huss — dito (Trikont)

Hatte in der Schulzeit einen Kumpel, der mir recht clever erschien, einer der ersten dieser Spezies. Als ich ihn einmal zu Hause besucht habe, offenbarte er mir, dass es doch so einfach sei gute Lieder zu schreiben. Er nahm seine Gitarre und spielte mir verschiedene ohrwurmige Melodien aus dem Stegreif vor. Texte seien sowieso kein Problem, die lägen auf der Straße. Das war so 1991. Ich verlor ihn aus den Augen, bis mir im Frühjahr eine Trikont-Anzeige Huss anpries und mich gleich beim Verlag entsprechende CD bestellen leiß. Das Ergebnis entspricht genau dem, was ihm (Daniel Huss) damals vorschwebte: 14 Ohrwürmer, instrumentiert mit Gitarre, Bass, Orgel, Laute, Keyboards, Percussions und Computer, wohl alles von ihm selbst eingespielt. (Er hatte ja auch Musik-LK.) Die Lieder sind mal mit rock’n’rolliger/m Gitarre(solo), mal kitschig mit Streichern, mal mit Schweineorgeln oder gar housig arrangiert, die Texte genial belanglos, auch in ihrer Trostlosigkeit. Sie handeln vom Leben am Apfelstand, von einem nackten Mann oder von einer dicken Bäckersfrau. Hier wurde Hartz IV vertont!
http://www.myspace.com/hussaushamburg

Sebastians 9: The Organ — Grub that gun (Too Pure)

Welch Wehmut überfiel mich! Legte ich »Grub that gun« ein, erinnerte ich mich adoleszenter Sommerabende, bei denen ich angesäuselt »Still ill« vor mich hinsang. Mirbezüglich ist der bisweilen zu lesende Vergleich von Katie Sketch und Morrissey also ein Volltreffer. Bei dieser Platte handelt es sich aber nicht um ein Plagiat von 80er-Whimp, sondern um dessen strukturalistische Überformung, wobei der Bass den Ton angibt, freilich kontrastiert von der den herrlichen Gesang untermalenden Orgel. Für mich die (stellenweise) schönste und daher auch traurigste Platte des Jahres!
http://www.myspace.com/theorgan

Sebastians 8: Yeah Yeah Yeahs — Show your bones (Universal)

Auch bei dieser Platte die alte Leier: Nach dem ersten Mal Hören die alte hervorgekramt und für viel besser empfunden, da lo-fiiger, abgefahrener usw. Nach und nach begriff ich jedoch, dass »Show your Bones« nicht durch Spektakularität besticht, sondern durch Songwriting bzw. Vielfalt. Das ergibt 11 nette Lieder, mal minimalistisch, mal kaputt, mal wie ein Kinderlied, und bisweilen auch hitig zum Mitschunkeln. Eine Platte fürs Schlaraffenland, wo es jedoch vernünftig zugeht, die man auch durchaus mal zum Teetrinken auflegen kann und mit einem Extrabonus für die angenehm einfach nachvollziehbare so genannte Entwicklung im Verhältnis zur ersten.
http://www.myspace.com/yeahyeahyeahs

Sebastians 7: Mogwai — Mr. Beast (PIAS)

Stand bisher nicht so auf Mogwai, da waren mir die bisherigen vier Scheiben zu beliebig bzw. deren Songstrukturen und -abfolge zu undurchsichtig. Gegenteilig offenbarte sich mir dagegen »Mr. Beast«, denn eine Komposition scheint sich mir aus der anderen zu ergeben, eingerahmt von einem schönen In- und Extro. Vieles klingt etwas fernöstlich angehaucht, aber nie klischeehaft, sondern schlichtweg angenehm. Da ist es verzeihlich, dass mit Glasgow-Megasnake ein derartiges Brett an zweiter Stelle steht, dass ich hier des Öfteren zuungunsten des gesamten Albums auf Wiederholung drücken musste. (Konnte auch schon eine Freund überzeugen, das Lied für eine Theaterinszenierung zu verwenden.) Das im Verhältnis zu den ersten vier Produktionen beste mir bekannte fünfte Album einer Band!
http://www.myspace.com/mogwai

Sebastians 6: Eagle*Seagull — dito (Lado)

Dieser Gesang weckt Emotionen und ist fast schon die halbe Miete. Konnte bei keinem Lied in diesem Jahr so mitfühlen wie bei »Your beauty is a knife I turn on my throat«. Genauso isses! Vielleicht das Album dieses Jahres, das am meisten meinem Standardgeschmack zuarbeitet. Verstehe in diesem Zusammenhang nicht, warum bei dieser Band so gerne Referenzen – z.B. Arcade Fire, die viel verschrobener sind – herangezogen werden. Finde vielmehr, dass schon allein der Aufbau (mit dem Feuerwerk am Ende), ein Brett wie »Photograph« und das pathetische »Holy« Eigenständigkeit exemplifizieren. Erwarte von dem Live-Akt im Februar Großes!
http://www.myspace.com/eagleseagull

Sebastians 5: Isis — In The Absence Of Truth (Ipecac – Soulfood Music)

Bestachen — abgesehen von der letzten Remix-CD — die Soundwälle der drei ersten Veröffentlichungen von Isis vor allem durch Minimalismus und erhofftem Brachialgesang, kommt »In The Absence Of Truth« wesentlich psychedelischer und mit mehr Melodie daher. Dementsprechend war ich nach der Erstrezeption auch ein wenig enttäuscht, wie immer, wenn vertrautes Geschätztes, in diesem Fall die Endlosschleifen, nicht ganz eingelöst wird. Mittlerweile bin ich da aber anderer Ansicht. Das neue Album ist das beste! Stellvertretend sei hier der der schöne Opener »Wrists of kings« genannt: Gewohnt schnell schwebt man im Nirvana, nach drei Minuten setzt relaxter Gesang ein, der sich dann erst gegen Ende – nach sieben Minuten – in Brachialität verwandelt. Wie immer bei Isis erscheint trotz der Düsternis alles recht cool und einfach, jeder Ton hat seinen unabweisbaren Platz. Und zwar auch dann, wenn die Songstruktur komplexer und der Rhythmus abwechslungsreicher gestaltet wird. Tool-Vergleiche, deren letztes Album anzuhören mir fast peinlich war, sind hier im Übrigen völlig unangebracht. Dementsprechend spielt Isis auch eher in Montreux (2005) als bei »Rock am Ring«.
http://www.myspace.com/sgnl05

Sebastians 4: Seachange – On fire, with love (Glitterhouse)

Dies ist das einzige Album meines Polls, das im Verhältnis zur – ebenfalls schon bei der Erstrezeption gefallenden – Vorgängerscheibe, wenn es denn eine solche gab, nicht besser ist: keine offensichtliche Entwicklung, aber auch keine Stagnation. Und dass Vorletztes nicht stört, liegt daran, dass Seachangesongs so, wie sie sind, eben perfekt erscheinen: Mal folkig mit Akkordeon, mal euphorisch, mal a bissl hysterisch, doch immer mit klarer Songstruktur und eingängiger Melodie, die Grundstimmung insgesamt Mur bzw. Doll: Da fällt es recht schwer Anspieltipps zu äußern.
http://www.myspace.com/seachangemusic

Sebastians 3: Peter Bjorn and John — Writer’s Block (Cooperative Music)

Das sind wahrlich Lieder mit Pfiff: Gäbe es ein Ranking für mein Lieblingsalbum nach dem ersten Mal hören, wären die Stockholmer(/-innen) bei mir klar vorne. Wie schlackerten mir doch da die Ohren! Das kann doch nicht wahr sein, wie entzückend! Wirklich etwas, bei dem man überhaupt keine Referenzen in der Birne hat, null retroesk! Verstehe gar nicht, warum immer nur auf »Young Folks« abgehoben wird. »Amsterdam«, »Paris 2004«, »The Chills« usw. sind allesamt tolle Gitarren-Pop-Taler: Edle Melodien, wie gemacht für einen skandinavischen Sommertag, an dem es leicht bewölkt und nicht zu heiß ist und ein Hauch von Melancholie anwest.
http://www.myspace.com/peterbjornandjohn

Sebastians 2: Phoenix – It’s never been like that (Labels)

Während die Machtdosen-Prominenz dieses Album verhalten aufnahm, hat es bei mir schon den Gitarren-Pop-Parnass erklommen. Kann erstes zwar gar nicht verstehen, sollte aber eigentlich froh darüber sein, dass die Objektivität ästhetischer Urteile bloß ganz diffizil objektiv ist. 10 Hits, bei denen es schwer fällt einen hervorzuheben, und ein Instrumentalstück zum Durchatmen sind für mich jedenfalls eine klare Sache! Gewiss, der Stilmix von »United« und der elegante Groove von »Alphabetical« waren eine feine Sache, wahre Songwritergröße kommt aber erst bei diesem Album zum Vorschein. It’s never been like that: Habe keine bessere englischsprachige CD einer französischen Band im Schrank!
http://www.myspace.com/wearephoenix

Sebastians 1: PETERLICHT — Lieder vom Ende des Kapitalismus (Motor)

Die vorausgeschickte Antwort auf das Fußball-WM-Berichterstattungs-Grauen. Wie hat sie mir doch den Frühling und Sommer versüßt! Welch geniale Scheibe, bei der Form (Musik) und Inhalt (Sinngehalt der Texte) eine solche Einheit bilden, dass mir das eine ohne das andere kaum vorstellbar erscheint. Themen wie z.B. »Lach-und-Spaß-Gesellschaft«, »Lob der Disziplin«, »soziale versus liberale Marktwirtschaft« oder »Substantivierung des Bösen« werden unerhört hintersinnig beleuchtet, zudem lyrische Momente wie am Fließband erzeugt. Und die Musik klingt so, als ob sie sich Platon bei der Konzeption der Pop-Idee zum Vorbild genommen hätte. »Noch tiefer drinnen [ist man] in PeterLichts Kopf, aber nie zu weit vom Hinhörer entfernt.« (Spex, 05/2006, S.94) Die zeitgemäße Synthese von romantischer Ironie und Ästhetizismus (»Nur charmant muss es sein«!). Gut, besser, PETERLICHT.
http://www.myspace.com/peterlichtmusic

Sebastians Songs 2006:

  1. PeterLicht — Wettentspannen (Motor)
  2. PeterLicht — Lied vom Ende des Kapitalismus (Motor)
  3. Mogwai — Glasgow-Megasnake (PIAS)
  4. Amplifier — Fortuna (Steamhamme)
  5. The Organ — Steven Smith (Too Pure)
  6. Blackmail — Everyone safe (City Slang)
  7. Flaming Lips — The Yeah Yeah Yeah Song (Wb)
  8. Peter Bjorn and John — Amsterdam (Cooperative Music)
  9. I’m from Barcelona — Oversleeping (Labels)
  10. Tilly and the wall — Bad education

Sebastians Konzerte 2006:

  1. Sigur Rós, 23.06., Neuhausen/Eck (Southside-Festival)
  2. Oceansize, 19.05., Karlsruhe (Substage)
  3. Archive, 19.04., Frankfurt (Batschkapp)

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46 Antworten auf Jahresbilanz 2006

  1. Sebastian sagt:

    Scheiben, die es nur knapp nicht in meinen Poll geschafft haben:
    – Blackmail – Aerial View
    – Built to Spill – You in reverse
    – Beirut – The Gulag Orkestar

    Konzerte, die meine Top-3 gregoresk ergänzen:
    4. PeterLicht, Schorndorf/Manufaktur
    5. Wedding Present, Tübingen/Sudhaus

  2. #till# sagt:

    schade, blackmail-aerial view
    beirut – the gulag orkestar hätte sich wohl sicher einen platz verdient…

  3. #till# sagt:

    ich habe noch einen kommentar…sicher ein „best off 06“ ist schön und gut, doch mir fällt dazu ein passender spruch ein „gute musik ist, wenn sie wirklich gut ist ZEITLOS!“. ich denke da an platten von z.b. hot hot heat aus dem jahr 2005, welche sich auch im wünderschönen dezember `06 gut hören lassen…the thermals, the natinal und fotos würde ich sicher auch auf eine best off bringen, vorausgesetzt diese ist nich mit dem zusatzartikel „06“ versehen.
    GOTT SEI GEDANKT,DASS MAN ES JAHRESBILANZ GENANNT HAT.
    DOCH NUR UM MICH ZU WIEDERHOLEN, ICH HABE DAS JAHR 2006 IN BEZUG AUF KULTUR DURCHLEBT WIE NOCH NIE, JEDOCH IMMER OHNE AUF DAS VERFALLSDATUM ZU ACHTEN.
    #till#

  4. malo sagt:

    etwas verwundert, dass ihr hot chip nicht unter den top ten habt. ich finde, „the warning“ war das alles überstrahlende album 2006. also ich nenne hot chip zum ausgleich jetzt ganz oft:

    Longplay 2006
    01 Hot Chip – The Warning
    02 Unai – A Love Moderne
    03 Cat Power – The Greatest
    04 Justin Timberlake – FutureSex/LoveSounds
    05 The National Trust – Kings & Queens
    06 Booka Shade – Movements
    07 The Whitest Boy Alive – Dreams
    08 Trentemoller – The Last Resort
    09 International Pony – Mit Dir Sind Wir Vier
    10 The Rapture – Pieces of the People we love

    Songs 2006
    01 Hot Chip – Boy from School
    02 Justin Timberlake – My Love
    03 International Pony – Solid Gold
    04 Unai – Blissful Burden
    05 The Whitest Boy Alive – Burning
    06 The Rapture — Get Myself Into It
    07 Hot Chip – Over and Over
    08 Gnarls Barkley — Crazy
    09 Peter Bjorn and John – Young Folks
    10 Rihanna – SOS

    Konzerte 2006
    01 Hot Chip – Prime Club/Köln
    02 Sufjan Stevens – Gloria/Köln
    03 Metric – Prime Club/Köln
    04 The Rapture – Stollwerck/Köln

  5. Carsten sagt:

    ALBEN:

    Phoenix — It’s Never Been Like That

    Ich war nie wirklicher Phoenix-Fan. Aber das war überzeugend. Die bei weitem beste Lösung für holpernde Gitarrenspieler mit Sequenzer-Hilfe.
    Hat so einen Hauch von Summer Of Love für mich…

    Arctic Monkeys — Whatever People Say…

    Ja. Stimmt.

    Cerys Matthews — Never Said Goodbye

    Ich kann mich dieser sexy Britmädchenstimme nicht erwehren. Konnte ich schon bei den mediokren Catatonia nicht. Bitte um Nachsicht, vermutlich das Alter.

    Jarvis Cocker – Jarvis

    Hat natürlich auch den Cover-, Seidensocken- und Stricherfigur-Preis gewonnen. Die Scott Walker-Distanz tut ihm merklich gut.

    Lily Allen — Alright, Still

    Bunt, harmlos, amüsant. Das kann manchmal reichen.

    Morrissey — Ringleader Of The Tormentors

    Ich fand das letzte druckvoller, hier sind wieder ein paar Rückfälle ins Moz-Lamento dabei. Trotzdem immer noch um Längen schlüssiger als viele andere.

    Joanna Newsom – Ys

    Tolles Handwerk, fein gemacht.

    The Book Of Daniel — Songs For The Locust King

    Ich habe an einer Stelle erschreckt an Dexy’s Midnight Runners gedacht, aber dann ging’s wieder.

    Ben Kweller — Ben Kweller

    In der Mitte zwischen Popglanz und Songwriting. Ist halt mein Ding.

    TITEL:

    Phoenix — Consolation PrIzes

    Beste George Michael-Anleihe seit Blumfeld.

    Arctic Monkeys — Riot Van

    So jung, so naiv, so sexy…

    Wolfmother — Woman

    Riff-Revival. Für diesmal gut, danach nervt’s.

    Cerys Matthews — Open Roads

    Jeder hat doch so eine Jugendliebe, oder?

    Duke Special — Everybody Wants A Little Something

    Bis zur Reunion der Ben Folds Five.

    Midlake — Van Occupanther

    Hätte ich gerne ein ganzes Album von gehabt.

    Peter, Bjorn & John — Young Folks

    Sehr charmant, kam man nicht drumrum

    Razorlight – Who needs love

    Das Album strotzt vor Plattheiten und flachen Texten. Hier ergibt das aber eine extrem stimmige Pop-Preziose.

    The Spinto Band — Oh Mandy

    Den Namen habe ich nächstes Jahr bestimmt vergessen, war aber ganz groß.

    The Rifles — Local Boy

    Müsste ich lügen. Klingt wie, äh, damals.

    James Morrison – You give me something

    Okay, den leiste ich mir. Völlig irrelevant, ja. Aber es war echt ein toller Sommer und sie war echt süß. Rückblick ist Rückblick.

    Übrigens vielen Dank an die Vor-Autoren für die völlige Missachtung des Kante-Albums. Habe Euch bekanntlich immer für ein wenig geschmäcklerisch gehalten, aber in grundsätzlichen Fragen kann man sich wirklich auf Euch verlassen.

    Beste,

  6. Roland sagt:

    Ach, die Hot Chip muss ich mir vielleicht nochmal mit Muße gönnen.

    Kante ist zwar durchaus überbewertet dies‘ Jahr, aber ich kann der Platte zum Teil trotzdem was abgewinnen…

  7. Sebastian sagt:

    „Hot Chip“ habe ich mir einmal angehört und dann gelöscht. Mittlerweile glaube ich, dass ich da wohl was falsch gemacht habe. Und bezüglich „Kante“ sollte mir mal jemand Nachhilfeunterricht geben. Konnte dem nie etwas abgewinnen. Und: Das Midlake-Album kann man sich durchaus zulegen. Ist bei mir etwa auf Platz 18.

  8. Roderik sagt:

    15 Platten 2006
    Roderik Becker / Machtdose

    1. Hot Chip — The Warning
    2. The Long Winters — Putting the days to bed
    2. The Dresden Dolls — Yes, Virginia
    4. Cursive — Happy Hollow
    5. Beirut — Gulag Orchestar
    6. The Mountain Goats — Get lonely
    7. Casiotone for the painfully alone — Etiquette
    8. Wovenhand — Mosaic
    9. Tom Waits — Orphans
    10. Swan Lake — Beast moans
    11. Archie Bronson Outfit — Derdang Derdang
    12. Clap your hands say yeah — s / t
    13. Joanna Newsom — Ys
    14. Damien Jurado — And now that I’m in your shadow
    15. Burial — s / t

    Insgesamt ein schwaches Musikjahr, das ich schnell vergessen werde…

    Konzerte:
    31 Knots (Hafen 2, OF)
    Samiam (Schlachthof, WI)
    Cursive (Schlachthof, WI)
    Trebur Open Air
    Springsteen + The Seeger Sesions Band (Kölnarena)

  9. Carsten sagt:

    Okay, habe Hot Chip und Midlake auch noch mal auf Wiedervorlage. Und Seachange? Das habe ich ja völlig ignoriert. Hatte ich glaube ich als Promo noch irgendwo, mal kucken.

    Kante ist und bleibt für mich rätselhaft.

  10. Nerd Seb sagt:

    Muss jetzt mal öffentlich eine Lanze für Gregor brechen! Er ist (neben mir) der einzige weit und breit, der die Genialiät der Licht-Platte erkannt hat. Weiter so!
    Ansonsten: Schlechteste Scheiben im Verhältnis zu den vorhergehenden:
    1. Muse (peinlich)
    2. The Thermals (langweilig)
    3. Archive (zu schmalzig, des Weiteren gefällt mir die Stimmen des neuen Sängers nicht. Echt schade, die beiden Vorgänger waren so super!)
    Langweiligste Konzerte, die ich aufmerksam verfolgt und von denen ich viel erwartet habe:
    1. Art Brut (Stuttgart/Kulturhaus)
    2. The Thermals (Dornstadt/Obstwiesen-Festival)

  11. till sagt:

    Ich wollte noch ein echt dickes Lob und Dankeschön loswerden: Der Sampler „Federal Republic of“ ist echt genial und super kreativ_klasse.
    Dann wollte ich mich noch zu der Thermals Platte äußern. Meiner Meinung nach ist diese zwar nicht so gut wie ihre Vorgänger und zweifelsfrei lange nicht mehr so punkig.Wenn man sie aber einfach als kommerziell hinnimmt, lässt sie sich meinem Empfinden nach gut hören.
    till

  12. Nerd Seb sagt:

    So, hab mir jetzt noch einmal Hot Chip angehört und muss sagen, dass ich den Hype um die Platte, die ja in nahezu allen Redaktionspolls vorne platziert ist, kaum verstehen kannn.
    Außer „Boy from school“ erscheint mir das Album weder sonderlich innovativ, noch musikalisch interessant. Vom Abgehen ganz zu schweigen.

  13. roland sagt:

    geht mir exakt genau so.

  14. curtis newton sagt:

    mein poll:

    vor über 10 jahren habe ich beschlossen, nichts mehr zu hören, was keine gitarren hat. dies führte zu, quasi spex in spe, keine musikmagazine mehr zu lesen. quelle meines jahresvinyleinkaufs ist das 60tiesgaragepunkrock neuigkeitenfach meines vinylvertrauenshändler, wie auch die bewährten mailorder der gitarrenbranche. dies vorweg, um meine jährliche nicht-nach-jahr-der-vö-perfektionierten-lieblingsplatten-liste zu erklären.
    reinhörgrund sind bunte cover (plattencoverkauf ist das stichwort), zudem veröffentlichungen vom lieblingslabel/bands.

    12«
    1. the marked men – fix may brain (swami 2006) und on the outside (dirtnap 2004)
    über das cover gestolpert, röhren eines amps, dazu noch ein »swami« aufkleber! vorher reinhören empfand ich deshalb fast von mir als zu frech. zugegeben hat es gedauert, bis mich die »marked men« in sie verliebt spielten. insbesondere aber »on the outside« ist unglaublich und die eigentliche lieblingsplatte ’06, obwohl bereits aus dem jahre ’04. wer aber das cover und meine schlüsselcoverreize kennt, weiss warum ich damals noch nicht angesprungen bin. »marked men« haben zwei gitarren und beide nutzen zu 95% der spielzeit intensiv alle 6 saiten. reines gitarrengeschrammel, herrlich!!!!in dieser liga spielen nur noch »wedding present« . dabei akkordfolgen von einer schlicht und klarheit, geradezu acdcesk, dazu gesangsmelodien die einfach üppig im schlichten sind.

    2. meneguar – i was born at night (nasharadaa records 2005)
    erst dieses jahr als empfehlung auf meinem plattenteller gelandet und dort reichlich spielzeit beansprucht. ich sag mal indi-rock, wenn built to spill darunter fällt. irgendwie altmodische gitarren, mit viel gitarren,bass, gesang und gesängen, die alle extrem griffig und haftbar sind.

    3. hot snakes — down under (swami 2006)
    liveplatte von einer dieser bands, die jeden abend live auf meiner »was mitnehmen, wenn ich auf eine einsame insel müßte« spielen würden.

    4. guilty hearts, the -s/t (voodoo rhythm 2005)
    dieses jahr entdeckt und wer das label kennt, weiss das 60tiesgaragepunk nur eine milde beschreibung für das ist, was dir da um die ohren fuzzt.

    5. be your own pet -s/t (xl recordings 2006)
    eine platte, die sogar in der »wir hören« rubrik der machtdose war, und erstaunlicherweise bis jetzt in keinem best off gelandet ist. böseböse. weil wilde, schnelle platte. wer »bikini kill« vermisst, bitte hier investieren.

    6. the ettes – shake the dust (sftri 2006)
    plattencoverkauf in reinform. wer lernen will wie es geht,bitte, aber hier wird es einem schon fast zu leicht gemacht. und weil wir gerade am vermissen sind, wer die gore gore girls vermisst…! allerdings sind die »the ettes« etwas zahmer.

    7. river city tanlines – I’m your negative (dirtnap 2006)
    liveentdeckung, wobei ich im beatclub/hh mehr hörte als gesehen habe. ab und zu den in die höhe gestreckten gitarrenhals und die zugehörige hand der sängerin. und wer so schlicht auf musikschlüsselreize reagiert wie ich, dem ist klar, dass mit einer singenden gitarristin der verlieb-faktor extrem hoch ist. dead moon und joan jett sind musikpaten dieser rockperle, musikalisch, wie optisch.

    8. bonnie prince billy – the the letting go (domino 2006)
    eine platte, die es bereits in den poll geschafft hat, weil das bonnie ein guter ist. alleine »a strange form of life« hätte als song genügt, um die platte in den poll zu bringen.

    9. curlee wurlee – oui oui (soundflat 2006)
    eckdaten: gott sei dank dreckiger 60ties garagen pop, mit einer aus frankreich stammenden, orgelspielenden sängerin. (im übrigen viel sängerinnen in meinem poll und alle zum verlieben, yeah!).

    10. dan sartain – join dan sartain (one little indian&swami2006)
    liveentdeckung, pt II, weil er zu swami gehört aufs konzert gegangen, und da überzeugt. klassischer rock und roll, texmex40er-style, siehe auch errol flynn refernez schnurbart in seinem antlitz.

    kurze statt songs:
    1. the micragirls – feeling dizzy honey (10« bone voyage 2006)
    die 10« zuerst, weil mehr hits drauf sind. drei amigören, git. orgel, drums. dreckig, 60ties garage infiziert. »le tigre« durch ein fuzz gejagt.

    2. trend – patientenverfügung & was dran liegt (7« x-mist records2005)
    kein jahr ohne trend, auch wenn 7« aus ’05, obwohl ich meine ende ’05, whatever. wenn ihr jetzt fragt, was das wölfchen als nur mit der vinylmonogamie hat, dann erlaube ich mir hier mal die musik beiseite zu lassen, weil »trend« ja wohl selbstredend gut ist. wer von »trend« eine single kennt, muß doch zwangsweise auf vinyl umsteigen. das sind mit liebe gestaltete grafik kunstwerke. vinyl verhält sich zur cd, wie slow zu fastfood, eine onlineversion zur papierausgabe einer zeitung . haptik ist das stichwort.

    3. turpentine brothers — get your mind of me & not your fashion 7« (alien snatch rec.2006)
    großartige band, die mit dieser 7« wohl sagen will, eine 12« wird da kommen.

    4. river city tanlines & intellectuals — in my mode rollin & helen (7«split)
    »in my mode rollin ist ein« ist ein richtiger hit, die »intellectuals« sind aber der grund, es in diese liste geschafft zu haben.

    5. sultans — walk of shame 7« (sweet nothing?)
    dieses jahr gefunden und gekauft. die band »sultans« , was soll ich sagen, ein fall für die einsame insel, insbesondere das auf-keiner-lp-lied »permission to bored« .

    6. tokyo sex destruction — no reason, nowhere (7« lonestar 2006)
    unbedingt live anguggen. spanier, die eine intensität an den tag legen, die man nur von ewig-us-tour geprägten us-bands kennt. verdreckt und »make-up-ig« .

    7. the monsters – it’s rock’n’roll (7« screaming apple rec.)
    bei den monsters nehme ich auch nen »fever« cover in kauf und es klingt sogar gut. im übrigen sofort die »garage punk, vol 1 – voodoo rhythm’06« kaufen. jetzt da und für den poll zu aktuell!

    8. the priscillas — all me friends are zombies (7« damaged goods2005)
    auch dieses jahr erst gefunden. das müssen echte engländerinnen sein, und »all my friends are zombies« beschreibt exakt wie die priscillas klingen.

  15. eva sagt:

    platten:
    1. peter licht (lieder vom ende des kapitalismus)
    2. seachange (on fire, with love)
    3. cat power (the greatest)
    4. phoenix (it’s never been like that)
    5. lily allen (alright, still)
    und der rest ist hobby

    konzerte (5 aus 7 :-)
    1. phoenix, kesselhaus berlin
    2. mini moustache, roter salon berlin
    3. devendra banhart, postbahnhof berlin
    4. muse, arena berlin
    5. peter licht, münchner kammerspiele

  16. Daniel sagt:

    Rummstata!

    So, kurz vor Ablauf der Deadline noch meine zu vernachlässigende »Top Ten« des Jahres. Obwohl sich mein musikbezogener Massenmedienkonsum mittlerweile gegen null bewegt, konnten sich geheimnisvollerweise doch ein paar Platten mangels Konkurrenz den Weg in meine persönliche Hitliste bahnen. Hier sindse (für Kommentare bin ich grad zu faul):

    Blood on the wall — Awesomer
    Quintron & Miss Pussycat — Swamp Tech
    Black Lips — Let it Bloom
    The Bronx — The Bronx (II)
    Trail of Dead — So Divided
    Die Goldenen Zitronen — Lenin
    Sonic Youth — Rather Ripped
    Turpentine Brothers — We Don’t Care About Your Good Times
    DM Bob & Country JEM — Bum Steer

    Oh, is ja nur ne »Top Nine«…

    Enttäuschungen des Jahres (a.k.a. ‚Laaaaaaaangweilig!‘):
    The Thermals — The Body, The Blood, The Music
    Yeah Yeah Yeahs — Show Your Bones
    Built to Spill — You in Reverse

    Bestes Konzert (gilt auch für die nächsten 10 Jahre!):
    The Cult, Tanzbrunnen, Köln

    Cheers!

  17. Carsten sagt:

    Noch mal angehört: den Hot Chip-Sound mochte ich, glaube ich, schon 1986 nicht. Me Tooo. Peter Licht hätte mir als Kabarettist besser gefallen. Ich kann (Ex-?)Werbern einfach nicht trauen…

  18. Gregor sagt:

    So, zurück aus dem Urlaub, wird es allmählich Zeit, hier ein wenig rumzumaulen. Kante will ich nicht, ohne großen Grund, so wie ich auch kein Album von Tomte oder Kettcar mehr hören will. Sollen andere. Es gibt ja sooooo viel gute Musik. Bei Hot Chip schließe ich mich bedingungslos Rol, Seb & Carsten an. Soll mir aber keiner vorwerfen, ich hätte es nicht versucht. Und wie oft habe ich das Album gehört, um den Hype darum zu verstehen. Außer »Boy from school« und »Over and over« im RMX kam nix bei rum, nicht viel aber. Dass hier »Be Your Own Pet« so schlecht abschneiden, enttäuscht (am meisten bin ich von mir selbst enttäuscht). Und warum hat hier niemand Metric auf’m Plan? Sonst verdichtet sich hier das Jahr ganz gut. Welche Zwischenbilanz ziehe ich aus den Listen? Bei Phoenix noch mal nacharbeiten, endlich mal das neue Newsom-Album hören, Cat Power will ich auch (nicht zuletzt, weil ich gestern auf der Autobahn in FM4 das Oasis-Cover gehört habe), die Goldenen Zitronen würden mich auch interessieren, aber nur ein Mal hören wollen, weil mehr nicht geht. Und zu PeterLicht: Ihr habt ja alle keine Ahnung!

  19. strobel sagt:

    1. Hildegard Knef – Lausige Zeiten
    2. Döner
    3. Nutella Brot

  20. Roderik sagt:

    a) hot chip sind geil! man muss dieses – und das letzte album einfach oft hören.(waren übrigens klassenkameraden von kieran hebdan und auf der selben schule wie burial, der eine klasse drüber war. wenn das mal kein mikrokosmos aus schulzeiten ist) übrigens ist das burial album auch groß und hier unterbewertet!
    b) habe grizzly bear vergessen
    c) wenn’s bei peter licht um texte geht, dann ja, okeh. musikalisch ist das – uuuuääähhhhh gähhhhn – sowas von langweilig…
    und ihr findet alle hot chip scheisse und das toll???

  21. Roderik sagt:

    hab‘ übrigens gerade mein spex abo abbestellt – war an der zeit!

  22. Nerd Seb sagt:

    zu PETERLICHT: Wenn man keine Popmusik mag, ist das natürlich nichts. Ansonsten: Habe auch ziemlich lange gebraucht, um die musikalische Genialität zu erfassen, ganz im Ernst. Wollte es aufgrund meiner großen Erwartungen nach der Erstrezeption sogar aus dem Fenster werfen!

  23. Carsten sagt:

    @Roderik: Ein feiner Zug, das mit der Spex. Jetzt Cicero?
    @Seb: Musikalische Genialität findet man, bei allem Verständnis für die Bemühungen von Herrn Peter Licht, doch immer noch bei Burt Bacharach und auf „Revolver“. Mir Dinge anzugewöhnen, die mir beim ersten Mal nicht schmeckten, habe ich mir mit dem Rauchen abgewöhnt.
    @Gregor: Ja, endlich darf man es sagen: Auch Tomte und Kettcar sind nicht machbar. Frohes Neues!

  24. dave sagt:

    HOT CHIP sind wirklich nicht besonders spannend. Aber man muß sie für ihr herrausragendes Marvin-Gaye-Cover würdigen. Ihr SEXUAL HEALING hat alles: eigenständigkeit, sexyness und sexyness. wake up wake up..

    http://www.wolf-notes.com/assets/music/hot_chip-sexual_healing.mp3

  25. Gregor sagt:

    Gegen dieses Cover kann man nun wirklich nichts sagen, alleine es gecovert zu haben ist schon ein Volltreffer

  26. Gregor sagt:

    Ach ja, was ist eigentlich mit TV On The Radio? Hat das wirklich NIEMANDEN interessiert? Also, mich auf jeden Fall gar nicht. Ihr Debüt, ja, das hatte Klasse…

  27. Nerd Seb sagt:

    Nachträge:
    – Platten, die, wenn ich sie vorher schon so oft gehört hätte, Chancen auf meine Top-Fifteen gehabt hätten:
    Justine Electra: Soft Rock
    Lily Allen: Alright, still

    – Meine derzeitige unverhältnismäßig poppige Jahres-Top-3 :-):
    1. Bloc Party: A Weekend in the city
    2. The Shins: Wincing the nigth away
    3. Cooper Temple Clause: Make this your own

    – Wenn ich nur Musik gut finden würde, die mir beim ersten Hören gefällt, fände ich – glaube ich – gar nichts mehr gut.

    – Schlechte Musikjahre gibt es m.E. nicht, nur solche mit mehr oder weniger vielen Hypes. Abgesehen davon gibt es natürlich mehr oder weniger große Aufmerksamkeit.

    – Spex lese ich nicht wegen Meinungsbildung – das wäre ja ein Witz -, sondern nur um mitzukriegen, was es so gibt. Deswegen ist mir das von vielen bemerkte sinkende Niveau völligst egal. Spex finde ich jedenfalls noch besser als das völlig überfüllte Inro und sonst gibt es doch nichts, was man jeden Monat in den Briefkasten bekommen kann und den Bereich von Spex/Intro abdeckt(, also nicht zu abgefahren ist-), oder?

  28. eva sagt:

    ps: zur spex-debatte hat ja jens balzer von der berliner zeitung schon kurz vor weihnachten den einzig wahren satz gesagt:
    Was aber nicht geht, ist, dass man sich wie der ehemalige Spex-Chefredakteur Dietmar Dath, unter dessen Regentschaft das Blatt Ende der Neunzigerjahre erst richtig dramatisch in die roten Zahlen gerutscht ist, weswegen die Übernahme durch den heute verteufelten Burger-King-Kundenmagazin-Macher Lacher abschließend notwendig wurde, sieben Jahre später hinstellt und – inzwischen Mitglied des Feuilletons der FAZ, wo man, um es mal in der Sprache von Dath zu sagen, noch jede Großmutter verkauft und jeden Popo hingehalten hat, wenn es darum ging, die eigene verkommene Neocon-Haltung mit ein bisschen pseudomarxistischem Täterä und pseudo-popkulturellem Glamour aufzumotzen und man sich einen universell einsetzbaren Dampfplauderer wie Dath dementsprechend nur allzu gern als jugendverstehenden Pausenclown und Experten in Sachen kariertes Gequassel über Heavy Metal von vor 20 Jahren und halb- bis viertel- oder gar nicht verstandenem quantenphysikalischem Quark hält (während, aber das nur nebenbei, die Berichterstattung zur Pop-Musik von geradezu sprichwörtlicher Uninformiert- und Verschnarchtheit geblieben ist) – dass man also als dieser Dietmar Dath 2006 im Medienteil ebenjener FAZ ohne das leiseste Quantum an Selbstreflexion oder gar -kritik, dafür unter dem großraumnietzscheanischen Titel „Wie wir Spex zerstört haben“ als letzter wahrer Pop-Underground-Marxist der Republik posiert und den jungen Leuten da draußen nochmal gönnerhaft rät, nicht zu versuchen, „das, was Spex wollte, im selben Rahmen fortzusetzen“, sonde rn mutig und authentisch zu sein und zu „riskieren, was die Spex-Erfinder 1980 riskiert haben: etwas Neues, Eigenes, Richtiges“.

  29. Nerd Seb sagt:

    dem ist nichts hinzuzufügen

  30. Nerd Seb sagt:

    zu Greg: Die m.E. bessere der beiden Metric-Scheiben, die dieses Jahr in Europa erschienen („Old world underground, where are you now“), ist, glaube ich, nicht aus dem letzten Jahr. Daher habe ich sie nicht berücksichtigt, sonst Platz 19 oder 20.
    allgemein: Finde es angesichts der Globalisierung erstaunlich, dass in meiner Jahres-Top-14 ein ehemaliger Freund und eine Nachbarin von Ronni (Justine Electra) vertreten ist.

  31. Nerd Seb sagt:

    – Mal „Burial“ gehört: Finde solche Musik so mit das Langweiligste, was es gibt. Bin halt kein Eisschrank und hab auch Emotiönchen.
    – Bezüglich Hot Chip und Burial: Warum in der Ferne suchen: Sensationell, das aus einer so beknackten Schule wie dem Willigis fünf ehrenwerte Rezensenten dieser Seite inclusive einem Lehrer und sogar ein Pollplatzierter hervorgegangen sind.

  32. Roderik sagt:

    @carsten: nee, jetzt prinz!

    zur spex: es steht zu befürchten, dass demnächst intro die bessere spex sein wird.
    hm, dann also doch wieder den wire abbonieren…

  33. roland sagt:

    warum nicht de:bug – find ich immer noch das okayeste in deutsch.

  34. Nerd Seb sagt:

    schreiben die denn nicht nur über elektro-gefuzzel?

  35. Roderik sagt:

    stimmt. de:bug geht gut. einziges problem: die sind solche fans, dass sie fast jede platte sowas von abfeiern (insbesondere der kösch aka bleed). schwierig, sich da zurecht zu finden…

    hier noch 2 platten für 2007:
    bracken – „we know about the need“ (anticon)
    gareth s brown – „iron henry“ (misplaced music)

    sind beides seitenprojekte von hood.

    steht bestimmt auch bald in de:bug. und die sind besser als viele der platten aus 06.

  36. Mark sagt:

    Habe im letzten Jahr – glaube ich – nur drei neue Alben gehört.
    Das beste davon und damit Album des Jahres: Young People – All at Once

  37. Carsten sagt:

    @Roderik: So weit musst Du doch nicht gleich gehen…

    de:bug finde ich auch zu fuzzelig und – gähn – mit Gadget-Fankultur durchsetzt. Ich befürchte, ich habe noch zu viele analoge Lebensaspekte.

  38. Charlotte sagt:

    TOP 17 IN ALPHABETICAL ORDER (Hierarchisierung fällt dieses Jahr besonders schwer. Und damit Blumfeld weit oben stehen kann…):

    Beirut, Gulag Orchestra
    Blumfeld, Verbotene Früchte
    Bonnie Prince Billy, The Letting Go
    Burial, X
    Johnny Cash, American V
    Cat Power, The Greatest
    Eagle Seagull, Eagle Seagull
    Justine Electra, Soft Rock
    ESG, Keep On Moving
    Adam Green, Jacket Full Of Danger
    Jamie Lidell, Multiply Additions
    Mi & L’Au, Mi & L’Au
    Phoenix, It’s Never Been Like That
    Rocket Freudental, Wir leben wie Gespenster
    Tunng, Comments Of The Inner Chorus
    Uzi & Ari, It’s Freezing Out
    Woog Riots, Strangelove TV

    AUSSERDEM:
    Architecture in Helsinki
    Bonobo
    Festland
    Pascal Fuhlbrügge
    Charlotte Gainsburg
    Die goldenen Zitronen
    My My
    Joanna Newsom
    Peter, Björn & John
    Henrik Schwarz
    Trentemöller

    SAMPLER:
    Folk Off

    KONZERTE:
    Jamie Lidell, Mousonturm Frankfurt
    Blumfeld, Unionhalle Frankfurt
    FSK beim Bob Dylan Kongreß Frankfurt
    Nik Bärtsch, Kaufleuten Zürich

    Danke für die Fristverlängerung…

  39. easty sagt:

    Best of DJ Eastenders 2006
    Walk a mile (Henrik Schwarz Remix) – Coldcut (Ninjatune – -)

    Die Rückkehr der Supermänner! Und gleichzeitig das beste und vielleicht am meisten unterschätze Label der Jetztzeit.

    Pelourinho – MyMy (Klang Elektr. – -)

    Die Rückkehr von Hefner aka Lee Jones im minimalen House-Fit. Über-Tune.

    Boy from school – Hot Chip (XL Rec. -)

    Die Rückkehr des Gospel. Oder so.

    Perfect Love (Secta Chameleon Remix) – Razoof (Nesta – -)

    Budapest rules. Perfekt für alle Gelegenheiten.

    Honest (Jazzanoca Remix) – Nuspirit Helsinki (Sonar Kollektiv – -)

    Berlin’s best boogie-style.

    The Creator – Noiseshaper (Echo Beach – -)

    Flo und Alex: ihr seid die coolsten!

    Rutten – Skream (Neuton -)

    Flöten und Bässe: Dubstep für die critical mass.

    There’s always something better – Trentemöller (Poker Flat)

    Was haben wir überall getrentemöllert… soviel Mut muß man erst mal haben, ein listening-downtempo-Album zu machen!

    Nightlife – Bonobo feat. Bajka (Ninjatune – -)

    Der Zoo als Zuflucht. Die Bonobos können nicht irren. Jetzt bekommen sie endlich ein richtiges Denkmal. Wir hören und sehen uns 2007!

  40. Ben sagt:

    Ist es mutig, ein listening-downtempo-Album zu machen?

  41. Carsten sagt:

    Ach ja, Roderik, Spex-Nachtrag. Der „taz-Autor“ Max Dax, der jetzt Spex-Chef wird, ist ja vor allem altgedienter Prinz-Autor. Da liegst du doch nicht falsch. Ich stoße an auf den Sound von 007. Und ziehe mich zurück…

  42. Roderik sagt:

    Aua…

  43. markus-redeye-sharpsen sagt:

    markus-redeye-sharpsen’s favoriten 06
    1. Liga: Alben 2006
    no.1 We Are Scientists – With Love And Squalor
    (auf jeden Fall die meistgehörte Band in my car)
    no.2 Quantic – An Announcement To Answer
    (Will Holland ist ein echt Großer! Soul, Jazz, Latin, HipHop, der Mann ist überall zuhaus und scheint dort jede Ecke zu kennen und baut daraus die besten Tunes. Sehr super!)
    no.3 Peter, Björn and John – Writer’s Block
    (ein Sack voller Songs, die für Gänsehaut bis an die Füße sorgen und ein paar wahrliche Hymnen sind auch dabei)
    no.4 Bonobo – Days To Come
    (Bonobo hat voll getroffen! Es geht halt immer noch a bisserl was richtig, richtig Gutes im Bereich Downtempo-Umdrehungen)
    no.5 Aim – Flight 602
    (hätte auch die no.4 sein können. hiphop-basics, smarte samples, feinster flow und ein Gespür für Melodien zum niiiiedeeerkniiiien. Zum Aufessen gut!)
    no.6 Hot Chip – The Warning
    (alles gesagt, oft gelaufen, laut gehört)
    no.7 Beck – The Information
    (Herr Beck hat eintreten lassen, womit vielleicht nicht mehr jeder gerechnet hat. Danke für die großartige Information, Herr Beck!)
    no.8 Trentemöller – The Last Resort
    (Don Trentemöller hat sich mit diesem Werk neue Kundschaft erspielt. Freut mich sehr. Ich bin dabei. Durch und durch ein Brett für die Couch. „Evil Dub“ ist der Killer, ein schwarzes Loch)
    no.9 The Rapture – Pieces Of The People We Love
    (haben mich sehr überrascht und sich auf meiner Heimanlage zu Dauerläufern entwickelt)
    no.10 Jan Delay – Mercedes-Dance
    (Peter Licht ist ja größtenteils die deutschsprachige Messlatte. Geht auch in Ordnung. Aber ich breche hier die Latte für den Mann aus dem Norden. Der kann wie Peter dichten und hat dazu den besseren Groove & Style. Kartoffel.)
    no.11 Amp Fiddler – Afro Strut
    (für den Herrn muß noch ein Platz freigemacht werden. Der Detroiter Underground-Soulheimer hat mich voll erwischt. Jazz, Blues, Soul, R’n’B, Beats, Breaks, Club, Sofa. Lässig!)
    no.12 I’m From Barcelona – Let Me Introduce My Friends
    (wenn’s einen 11. Rang geben darf, dann auch einen 12. Der Bandname verdient schon einen Ehrenplatz. Sound riecht irgendwie nach Hippie-Club, Blumenwiesenpicknick und guten Freunden. Gefällt sehr.)

    1. Liga: Songs 2006
    Shuggie Otis – Strawberry Letter (One Rascal Extended Mix)
    Coldcut – Walk A Mile
    Peter, Björn & John – Young Folks
    I’m From Barcelona – Treehouse
    Blockhead – Cherry Picker
    Nightmares On Wax – You Wish
    Kenneth Bager feat. Nikolaj Grandjean & Jean Luc Ponty – Love Won’t Leave Me Alone
    Coldcut – True Skool
    Trentemöller – Evil Dub
    The Whitest Boy Alive – Burning
    Camera Obscura – Lloyd, I’m Ready To Be Heartbroken

    Konzert Higlights 2006:
    We Are Scientists/Kaiser Chiefs – Hugenottenhalle
    Gravenhurst/Ed Harcourt/Belle & Sebastian – Feierabendhaus, Ludwigshafen
    Art Brut – Mousonturm
    Fehlfarben/Mediengruppe Telekommander – beim Phono Pop in Rüsselsheim
    Jan Delay – Unionhalle
    Deichkind – Remmidemmi im Cocoon Club
    Ben Harper – Jahrhunderthalle
    We Are Scientists – Batschkapp

  44. Gregor sagt:

    Hey Sharpsen, wir haben einige doppelt. Super. Jan Delay ist schon ein Ausnahmetexter, da haste recht. Der Typ hat halt mehr Reggae und HipHop im Blut. Sehr neugierig bin ich auf den One Rascal Extended Mix von Shuggie Otis. Wann hat er den denn aus der Hüfte geschüttelt?

  45. sharpsen sagt:

    Hey Gregsen,

    der famose Shuggie-Otis-Remix ist u.a. auf einer sehr schicken Comp. namens Luaka Bop (vom gleichnamigen Label) zu finden. Insg. eine sehr gelungene Zusammenstellung, aber der Shuggie-Tune ist herausragend. ahoi

  46. Micha sagt:

    Michael Kraft Top12 Songs 2006

    12. Yeah Yeah Yeahs – Gold Lion
    11. Schrottgrenze – Am gleichen Meer
    10. Super700 – Selfcontrol
    9. Incubus – Anna Molly
    8. The Raconteurs – Steady, As She Goes
    7. Deichkind – Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)
    6. Click Click Decker – Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt
    5. Anti-Flag – Exodus
    4. Justine Electra – Killalady
    3. Kooks – Sofa Song
    2. Razorlight – In The Morning
    1. Peter Björn And John – Young Folks

    Michael Kraft Top12 Alben 2006

    12. Cursive – Happy Hollow
    11. The Dresden Dolls – Yes, Virginia
    10. Beck – The Information
    9. The Longcut – A Call And Response
    8. The Sunshine Underground – Raise The Alarm
    7. Tomte – Buchstaben über der Stadt
    6. Arctic Monkeys – Whatever people say I am, that’s what I’m not
    5. Fotos – Fotos
    4. We Are Scientists – With Love And Squalor
    3. Be Your Own Pet – Be Your Own pet
    2. Die Sterne – Räuber und Gedärm
    1. Peter Licht – Lieder vom Ende des Kapitalismus

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    Julia Kent - Asperities Cello-Monotonie und -Melancholie mit viel Drama. Tracktitel wie »Flag of No Country« und »Empty States« sprechen Bände. Antony and the Johnsons und Swans durften bereits von ihrem Können profitieren.

  • Lea Porcelain - Lea Porcelain

    Lea Porcelain EP Das Debüt von Lea Porcelain hat einen ordentlichen Bums. Mehr noch einen Punch. Inspiriert von dunklen Mächten aus den großen Regenstädten dieser Welt.

  • Bersarin Quartett - III

    Bersarin Quartett - III Ambient-Electronica, wie für unsere Zeit gemacht. Als stünde da jemand mit weißer Flagge und schrie: runterkommmen!

  • Sea Moya - Twins

    Sea Moya - Twins Twins ist eine kleine Schatzkiste, zum Mögen, mit Soundteilchen aus aller Herren Länder. Der Computer als Vermittlungsstelle zwischen Psychedelic, Krautrock, Afrobeat und Electronic Funk.

Veranstaltungstipps Rhein-Main