Die besten Alben 2014 – Plätze 10 – 8

Um das musikalische Wow! des Jahres 2014 gebührend zu feiern, gibt es hier wieder den allseits beliebten Poll der Machtdose. Stammleser Sebastian und ich geben im Countdown unsere 10 Lieblingsalben preis. Wie immer also. Zur Einstimmung: Olli Schulz – »Als Musik noch richtig groß war«.


sb1014   Die besten Alben 2014   Plätze 10   8

Sebastians No. 10:

Wildbirds & Peacedrums: Rhythm
(Leaf / Indigo, VÖ: 07.11.2014)

Nachts in einem New-Orleans-Jazz-Club. Es ist heiß und verraucht, eine maximalpigmentierte Schönheit, die jeden Blick hinter die Kulissen der Weiblichkeit freilegt, singt mit rhythmisch ungewöhnlicher und treibender Begleitung, was sich als eine Synthese des Weiblichen und Männlichen offenbart und total verrückt respektive ungehemmt erscheint. Aber aufgepasst: Der Rhythmus ist nicht die Basis, sondern gleichberechtigtes Instrument. – Es ist schon ein Skandal, dass dieses Duo erst mit dieser Veröffentlichung, deren Titel Programm ist, meine Beachtung findet. Daher ist diese Nennung auch als Tribut an das Gesamtwerk aufzufassen!


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Gregors No. 10:

Sleaford Mods – Divide and Exit
(Harbinger Sound)

Rotziges Prologepöbel braucht kein Glaubwürdigkeitsgutachten. Alles eine Frage der Schwingungsfrequenz. Jason Williamson rappnölt gegen alles, was zwei Beine hat: Noel Gallagher, die Queen, David Cameron und alle anderen auf der Insel – zusammengeschnürt im Midland-Slang als klingender Beweis eines eigentlich erdachten Klassenkampfs. Man filmt sich im Doppeldeckerbuss, denkt sich Überwachungskameras dazu und ein bisschen Novembergrau. Das aggressive Magengrummeln der Sleaford Mods hat England daran erinnert, dass Weltkrisen oft vom Klang des Aufbegehrens begleitet wurden. »Be true to yourself and you will never fall« (‘Pass the Mic’) heißt im Umkehrschluss auch immer: »be true to others«.


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Sebastians No. 9:

Sohn – Tremors
(4AD / Beggars / Indigo, VÖ: 04.04.2014)

Bei Mutter und Daughter – „Vater“ ist ja keine Band , sondern ein legendärer Song von Die Erde – hatte ich keine Probleme, aber als ich das erste Mal von Sohn las, hörte ich nur rein, weil mir der Name so derartig blöd erschien. Im Gegensatz zu James Blake – den ich im Übrigen kürzlich mal wieder live gesehen habe und erneut von der Stimmung und Musikalität, die er auf Konzerten verbreitet, tief beeindruckt war (das wollte ich mal loswerden) – erweisen sich die „Tremors“ als weniger zitternd, also gepflegter, professioneller, schlichtweg poppiger, insgesamt als ein Wehmut verbreitender Rausch, der bei allen durchaus vorhandenen Stimmsamples und elektronischen Verfremdungen niemals befremdlich erscheint. Um mit „Machtdose“ zu sprechen: Das perfekte „Mischungsverhältnis von Gefühl und Verstand“. Dem ist ganz und gar nichts mehr hinzufügen!


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Gregors No. 9:

Amazing Snakeheads – Amphetamine Ballads
(Domino Records)

Pöbelvisagen Teil 2. The Amazing Snakeheads. Die Schlange als Symbol für Schlauheit, Bosheit und Hinterlist. »Amphetamine Ballads« eröffnet mit einem Gong. Zunächst laufen die Finger die Bassseiten ab, dann die Explosion. Laut, leise, laut, leise. Leise. The Birthday Party haben in den frühen 1980er Jahren ähnlich gerumpelt. Blues wurde von Nick Cave und dessen ehemaligen Schulkameraden bis an den Rand der Machbarkeit erweitert und dann begraben. Heute kommt der Schmutz zwar immer noch aus der Gosse, in Glasgow war nur lange kein Müllmann mehr unterwegs. Die Snakeheads machen Zitatrock wie Tarantino Filme macht. Der böse Blick ist Schauspiel, das Whiskyglas mit Tee gefüllt und die Bar schließt bereits um eins. Die Zeiten ändern sich. Und trotzdem: Slipper aus Schlangenlederimitat verschaffen auch einen gewissen Respekt.


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Sebastians No. 8:

The Notwist – Close to the glass
(City Slang / Universal, VÖ: 21.02.2014)

Wie sich meine Notwist-Rezeption ähnelt! Schon wie bei “The devil, you & me” nach dem ersten Durchgängen wohlwollend zugestimmt, dann aber ist ein halbes Jahr nichts passiert, will heißen, Notwist aufs Abstellglas des nicht mehr Hippen gestellt. Nach sechs Monaten wieder zu Gemüte geführt und als unabdingbar wahrgenommen: Ein rosaplüschiger Duracell-Hase schleicht sich nachts aus dem Kinderzimmer auf die Straße herüber zum Recyclinghof und springt in den Elektrocontainer, um dort Freunde für seine Band zu finden. Jede Nacht lassen sich ein paar verschrottete Geräte erweichen, eine Ode an ihre Vergänglichkeit aus dem letzten Loch pfeifend aus sich herauszuquetschen. In glücklichen Nächten findet er auch einmal eine alte E-Gitarre und dann merkt man, dass er eigentlich ein Punk sein möchte. Wäre da nicht die sanfte Stimme, die aus jedem Song eine Hymne macht!


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Gregors No. 8:

alt-J – This is all yours
(Pias Coop/Infectious)

»Wegbereiter in jeder Hinsicht« war das Fazit aus 2012. Platz 1 die Konsequenz. alt-J ist etwas Außergewöhnliches gelungen. Sie haben dieses Jahr ihr zweites Album veröffentlicht, während das erste noch munter vor sich hin rotiert. 2019 wird »An Awesome Wave« als das beste Album in das Jahrzehnt eingehen. Dazu bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten. Die Songs lassen sich einfach nicht totspielen. Folglich hat »This Is All Yours« erst mal keinen Fuß in die Tür bekommen. Trotz der Kraft des Zweitlings und trotz der Überdosis an Ideen und trotz seiner penetranten Eingängigkeit. alt-J machen Kopfmusik. Kompositionskunst, ohne die Leichtigkeit der Inszenierung zu gefährden. Da kann ihnen im Moment keiner das Wasser reichen. Nein, übertroffen wird das Debütalbum nicht. Fragt mich aber noch mal in zwei Monaten. Die Platzierung für 2014 wäre sicherlich eine bessere…

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Slum Vacation

Slum Vacation is a performance project by California artist Phil America, in which he builds a house to live in Thailand’s largest marginal settlement area for 30 days.

»Klong Toey, with an estimated population of 120,000 inhabitants one of the largest slums in Asia, is located in central Bangkok. This district also houses the Bangkok University Art Gallery, one of South East Asia’s most important non-commercial art spaces, in which Slum Vacation was first displayed alongside a sound and video installation.« Visit SlumVacation.com for more info.

SlumVacation1   Slum Vacation

SlumVacation2   Slum Vacation

SlumVacation3   Slum Vacation

SlumVacation4   Slum Vacation

All Images © Phil America.

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Artist Rail Network Manifesto

Across a number of projects in the last few years, the French art collective Hehe has created four working versions of alternative rail vehicles.

Radeau   Artist Rail Network Manifesto

Radeau de Sauvetage, Géographies variables, L’école européenne supérieure d’art de Bretagne, Lorient, 2013

M Blem   Artist Rail Network Manifesto

M-Blem, 2012

TapisVolant05   Artist Rail Network Manifesto

Tapis Volant à Saint Denis, France

IMG 5682w   Artist Rail Network Manifesto

Métronome – the train project, 2012

(via Urbanshit)

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Paddling Pool Fountain

Although summer season is long gone, there’s no reason to clear out your garage of old paddling pools. Here is a simple way to create a unique garden feature. But be careful: use of technology under the age of 10 is detrimental to early swimming experience. »Paddling Pool Fountain« by dutch artist Helmut Smits.

PaddlingPoolFountain   Paddling Pool Fountain

Paddling Pool Fountain, 2003, inflatable paddling pools, buckets, water pump, 3-head spray head, PVC, wood, tarp, glue, paint.

All Images © Helmut Smits.

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Not Red But Green

Not Red But Green by Per Kristian Nygård at NoPlace Oslo. It’s time to get ready for the snow season. Where is the snowmaker?

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Not Red But Green, NoPlace Oslo, 2014

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All photos © Jason Olav Benjamin Havneraas.

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Portrait

A surreal video slideshow of nightmareish, grotesque and apparently static characters by Donato Sansone aka Milkyeyes. You should also take a look at this clip. Scary!

Portrait

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Fictions

Large inanimate objects, at this state radically defunctionalized, appear not to be out of this world but in the same time they seem so familiar. Filip Dujardin has been working on a series since 2007 whose humor and entertainment value is accompanied by references to art history: »Fictions presents wonderful objects in conceptional subjectivity and is full of jocularity and persiflage. With the aid of a digital collage technique consisting of photographs of existing buildings in and around Ghent, the city of his birth, the artist creates buildings that have been ingeniously imbedded in the landscape and whose construction would be impossible—fabrications in the true sense of the word.«

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All images © Filip Dujardin. »Fictions« published by Hatje Cantz Verlag. Buy.

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Plattenteller

  • Silk Rhodes - Silk Rhodes

    Silk Rhodes Glatt, glitschig und genial. In meinem Herzen entfalten sich feinwürzige Noten des Lavendels. Wer hat »Ohhhh-uuh-uuh« zuletzt so gut über die Lippen gebracht?

  • Andy Stott - Faith in Strangers

    Andy Stott - Faith in Strangers Auf das Wetter ist verlass: Grauer-Himmel-Zeit = Düsterpop-Zeit. "Tradition through darkness and light".

  • Loscil - Sea Island

    Loscil - Sea Island »I found the language of thermodynamics to be quite evocative, particularly in relation to music.« Musikalische Darstellung von Energieumwandlung? Loscil's Musik fließt in Bögen und Schleifen.

  • Jon Hopkins - Asleep Versions

    Jon Hopkins - Asleep Versions Schönheit im Schlaf. Aufgenommen wurden die vier Stücke in den Sundlaugin Studios in der Nähe von Reykjavik. Man spürt die heißen Quellen.

  • King Gizzard - I'm In Your Mind Fuzz

    King Gizzard & The Lizard Wizard - I'm In Your Mind Fuzz Die ersten elf Minuten des Albums reichen, um King Gizzard & The Lizard Wizard nur noch beim Auslaufen zuschauen zu wollen. Manchmal ist die Akkulaufzeit egal. Es kommt auf das Gespräch an.

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