Die Blockflöte im Indie
Die Blockflöte. Kann jeder spielen, will aber keiner. Hohes Nervpotential. Kaum Obertöne, fiepsig-schriller Klang. Kann nicht an elektrischen Strom angeschlossen werden. Koffer zu klein für coole Sticker. Jahrelang um Weihnachten herum damit gequält worden. Als »Blockflötengesicht« beschimpft worden. Nach ein paar Monaten Blockflötenkreis die Musikerkarriere abgebrochen. Die Blockflöte, ein lange vernachlässigtes, wenn nicht gar verdrängtes Thema, da, wo sie keiner kennt: im Indie. Eine Sendung über das unglamouröseste Musikinstrument der Welt.
Sendung vom 13.12.2007 · Thema: BLOCKFLÖTE im Indie · zu Gast: Charlotte Brombach · 19 – 20 Uhr · Radio X · zum Livestream
1. Caribou – Bees (The Leaf Label)
2. Led Zeppelin – Stairway to Heaven (natürlich nur angespielt…)
3. The Moldy Peaches – Nothing came out (Rough Trade)
4. The Left Outsides – A Kingdom of my Own (self released CDR)
5. Lydia Daher – Schöner als draußen (Trikont)
6. Gustav – We shall overcome (Mosz)
7. Sufjan Stevens – The Predatory Wasp of Palisades Is out To Get Us! (Rough Trade)
8. Rufus Wainwright – Rules and Regulations (Geffen Records)
9. Magnetic Fields – Blue You (Circus Music)
10. Beck – Farewell Ride [Subtle Remix] (Interscope)
11. Listen with Sarah – Blue Parsley (Sunday Best)
Wo war sie zu finden? Zum Beispiel da, wo Folkeinflüsse mit unbekümmert exzentrischem Do-it-Yourself zusammenkommen. Auffällig oft bestehen diese Bands aus einer jungen Frau mit Laptop oder einem jungen Mann, der neben dreiundachtzig Instrumenten eben auch noch die Blockflöte spielt. Ebenfalls auffällig: die häufige Koexistenz des Glockenspiels. Läßt sich anhand der Chronologie der Musikersozialisation erklären: nach den Rasseln aus zerdepperten Glühbirnen in Pappmaché kommt der Eierschneider auf der Kabadose (plingpling), dann das Glockenspiel, dann die Blockflöte.
Die Sendung war übrigens super. Hart in der Recherche, hintenraus ein Kinderspiel. Klänge auch als Mixtape gut. Fällt euch noch ein Blockflötenlied ein?

Göteborgs Szeneviertel »Haga« im späten August: die Sonne scheint, die Straßencafés sind voll von jungen, stylischen Leuten. Im Minutentakt kommen junge Väter und Mütter mit Kinderwagen vorbei. Die typisch entspannte skandinavische Atmosphäre. In der klaren Luft scheint ein besonderes Kreativitäts-Elixier verborgen zu sein. Nicht nur schwedisches Design von Jeansmarken wie Nudie und Acne sind derzeit weltweit gefragt, sondern auch die fast schon unkategorisierbare Musik einer Band wie ”The Knife«. Mystischer Schwedenpop, der für die dunkle, winterliche Seite des Landes steht. Denn es gibt eben nicht nur das helle Land der Mitt-Sommernacht.
Aus ihrem Pressetext: »Zwei der seit langem umtriebigsten und schillerndsten Persönlichkeiten der erwachsen gewordenen Popkultur melden sich mit dem Album »Menschen an sich« (Zick Zack/Indigo) auf dem Parkett zurück. Die Zusammenarbeit zwischen Almut Klotz ( Lassie Singers, Popchor Berlin) und Rev. Christian Dabeler ( u.a. langjähriger Partner von Rocko Schamoni, Robert Forster/ Go Betweens) begann als eine literarische. 2005 brachten sie den labyrinthischen Berlin-Thriller Aus dem Leben des Manuel Zorn (Ventil Verlag) heraus und gingen mit diesem ausgiebig auf Tournee; natürlich nicht ohne die Lesungen mit einigen Songs zu garnieren. Die Stücke auf »Menschen an sich« bauen darauf auf. Bei den Texten handelt es sich nicht um konventionelle Songs, sondern um literarische Miniaturen, die sich den Abseitigkeiten der eigenen Existenz widmen. Dies eingebettet in abgerundeten, stilsicheren Pop.
Heute ist Donnerstag. Heute ist Advent. Tür 6. Dahinter: Nikolaus von Myra. Da hagelt es schon mal lecker, lecker MP3s als kleine Gefälligkeit. Auch ich bin der Beschenkte, der die FreeMP3-Links in aller Bescheidenheit durchreicht, in der Hoffnung, damit Gutes getan zu haben – für die Musik und für den Heiligen Advent. Die Tendenz zur Vermischung von Werbung und Inhalt bleibt, das steht fest. Denn den Labels (besonders hierzulande) wird langsam klar, dass die Blogosphäre beim musikalischen Meinungsbildungsprozess einbezogen werden muss (ich behaupte: Den meisten Blogs ist das egal), und zu ihrer Grundausstattung gehört nun mal das kostenlose MP3. Wohin die Reise gehen könnte, zeigt
Die 

O Gott, wir bewegen uns mit großen Schritten Richtung 2008 und ich hab’ hier zahlreiche noch unkommentierte Playlists rumfliegen, die für die Öffentlichkeit bestimmt waren und nie fertig gestellt wurden. Betrachten wir es als Anfang vom Ende 2007. Da waren die Chemical Brothers. Man kann von der neuen Chemical Brothers halten, was man will, einen Großteil der Songs hätten sich die Brüder in der Tat sparen können, »Battle Scars« jedoch, das ist stark, ein starkes Stück. Kickt bereits nach wenigen Sekunden. Fad Gadget-artiger Neo-New-Wave, britisch und dunkel wie eine Nacht im London Dungeon. Oder etwas deutlicher gesagt: »Battle Scars« bewahrt die Chemical Brothers vor der Bedeutungslosigkeit. (Chemical Brothers at
Einige vermuten richtig, dass die ganz großen Alben nicht aus 2007 kommen. Oder am Ende vielleicht doch? Musik macht Pause. Große Hits hat es während der letzten elf Vollmonde mit seinen Drumherumphasen allerdings einige gegeben: »If you got the money«, »Let’s dance to Joy Divison«, »D.A.N.C.E.«, »Fledermaus can’t get it« und »North American Scum«, um nur einige zu nennen. Supermayer’s »The art of letting« könnte auch einer werden. Hinter dem großartigen Namen stecken Michael Mayer und Superpitcher, beides Kölnschule, beides Kompakt und beides alte Hasen mit neuer Mission: »Save the World«, so der Titel des Albums, das bereits im September veröffentlicht wurde. Das Album in ganzer Länge ist fabelhaft, wie sich später herausstellen sollte. Das »Konzeptalbum« ist mit »Save the World« endlich mal wieder positiv besetzt – die 63 Minuten dürfen zu Recht als runde Sache bezeichnet werden. Die grandiose