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Street Art in Tokyo: beiläufige Randerscheinung. Trotzdem gibt es sie.

Tokyo - 7/2005
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Earthquake rocks Japan

Harajuku Station Eigentlich war ich auf einem guten Weg. Habe mir den Spielort hart erarbeitet und war auf ein schönes Live-Konzert gespannt. Nur leider bin ich in ein Erdbeben geraten. Und mit mir einige andere. Ich wollte gerade ins 20.000 Volt, stand am Bahnsteig der Yamanote Line, als plötzlich kein Zug mehr fuhr. Die ersten fünfundvierzig Minuten habe ich mich meinem Schicksal ergeben, ohne Interesse für den Grund dieses Stopps zu zeigen. Immerhin lag ein langer Abend mit vier japanischen Punkbands vor mir, wie sich bei meiner Recherche herausgestellt hat. Allmählich hat mich natürlich doch die Unruhe ergriffen, da die nervtötende Verzögerung auf Kosten meines Vergnügens gehen sollte (»The quake led to the stoppage of some bullet train services«). Ich entschied mich, die Situation zu ergründen, und schließlich erfuhr ich, dass es im Großraum Tokyo ein Erdbeben der Stärke 5,7 gab. Als es dann auch unter meinen Füßen zu hämmern begann, bekam ich es kurzzeitig mit der Angst zu tun. Plötzlich war ich mitten drin, im Thema, habe mir im Folgenden alle möglichen Untergangsszenarien ausgemalt. Mittlerweile waren knapp zwei Stunden vergangen. Bin dann zu Fuß nach Hause gegangen, später dann zum Karaoke. Die Punks haben wohl ohne mich angefangen.

SofaFunk

SofaFunk – Die kleinste Radiostation der Welt, eine Woche lang, vom 06 – 13.08., Pflügerstr. 4, Berlin-Neukölln, für fünf Kopfhörer vor Ort gemacht. (via Frisoersalong)

GIG Vol.5

Come to see…
Punk in Japan
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Ein Konzert in Tokyo ist Pflicht. Nur wie komm‘ ich ran, an die Quelle des guten Geschmacks? Ist nicht gerade einfach, die Szene aufzuspüren. Kanjizeichen, soweit das Auge reicht. Dazwischen Hiragana und Katakana. Nur die Zahlen, die sehen meist wie unsere aus. Flyer helfen also nur bedingt. Die englischsprachigen Veranstaltungsmagazine taugen meines Erachtens nichts. Kontakte habe ich hier keine. Und Karaoke kommt noch, ist aber nicht wirklich vergleichbar mit einem Konzert (man singt schließlich selbst und niemand ist da, der applaudiert). Trotzdem bleibt sie, die Pflicht. Also lasse ich es morgen auf einen Versuch ankommen. Die äußeren Umstände sind perfekt: der Eintritt ist erschwinglich und das Genre passt. Außerdem habe ich es mit einer einheimischen Band zu tun. Jetzt brauch‘ ich nur jemanden, der mir den Flyer übersetzt. So viel steht fest: Die Band heißt Firebirdgass (auf ihrer Seite unbedingt die anderen „Flier“ anschauen). Ein Konzertreview, sofern alles glatt läuft, folgt. Mit Farbbildern! Die you bastard!

23.O7.05 – Firebirdgass LIVE – Beginn: 17:30 Uhr (!) – Ort: keine Ahnung

Kraut rockt

Röstzwiebeln & Co Die Esskultur der deutschen ist erbärmlich. Zu dieser Erkenntnis kam ich während meiner ersten Besuche in Tokyos gigantischen Kaufhäusern, die für gewöhnlich im untersten Stockwerk ihre Lebensmittelabteilung unterhalten, später dann auch in den vielen sensationellen Restaurants, die mich hier praktisch überall umgeben. Um so weniger überrascht war ich, als ich in einem Supermarkt feststellen musste, welche Vorstellung man hier von uns hat bzw. bekommt (fassungslos war ich allemal). Da hier gerade das Deutschlandjahr ist, taucht relativ oft deutsche Exportware auf (man kennt das ja von uns: Italienwoche, Frankreichwoche, Spanienwoche, etc.). Neben Weißwein, Becks und Sauerkraut finden sich da Röstzwiebeln (!), Croutons (!), Salatfix-Fertigsoßen (!), Essiggurken und Kartoffelbrei. Rezepte liegen keine bei.

Baden gehen

Die tiefe kulturelle Kluft zwischen Japan und Deutschland ist dann am deutlichsten zu spüren, wenn man sich in diesem nassen, schweisstreibenden 33-Millionen-Einwohner-Metroplex auf die Suche nach einem Freibad begibt und am Ende keins findet (auf ähnliche Gedanken dürften Japaner kommen, die in Deutschland eine öffentliche Toilette suchen).

Cosplayer

Dass der Japaner eine besondere Vorliebe für Mangas hat, ist so bekannt wie Sushi vom Band. Dass es Japanerinnen gibt, die ihren Vorbildern auch äußerlich nachzueifern trachten, ist auch keine gerade neue Erkenntnis. Trotzdem ließ es mich nicht unberührt, als ich gestern vor einigen hundert Mädchen stand, die ihre Vorlieben für Comics öffentlich zur Schau stellten. Daneben gab es eine beträchtliche Anzahl weiterer, mir bis dahin unbekannter Charaktere, zu bestaunen: Psycho Kitties, Evil Nurses, Nightmare Girlies .u.v.m. — Cosplayer, die angeblich auch vor keiner Schönheitsoperation zurückschrecken, nur um wie das Original auszusehen (zugegeben, davon gibt es wenige). Zu doof, dass etwa gleich viele Fotografen vor Ort sind, vollbärtige Mittvierziger, die mit dicken Teleobjektiven das mitunter schräge Bild trüben.

Cosplayer
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Treffpunkt: jeden Sonntag – Jingu-Brücke – Stadtteil: Harajuku – Tokyo