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Urlaub in Tschernobyl

Ihr Name ist Elena. Sie steht auf dicke Motoren von Kawasaki. Ihr Hobby ist Reisen – mit ihrem Motorad versteht sich. Dem Hasi ist sie irgendwo in Tschernobyl begegnet. Da war der Hasi bereits verstrahlt. Sonst war wohl wenig los. Elena meint, es sei friedlich dort, gut für Biker, »because one can take long rides there on empty roads«. Das wird auch noch eine ganze Weile so ruhig bleiben: »Radiation will stay in the Chernobyl area for the next 48.000 years, but humans may begin repopulating the area in about 600 years.« Die Zeit heilt alle Wunden.


Osterhasi in Chernobyl

Flying MCs

Stadtbeobachtung Köln. Nur besser…


Köln – Freitag – 05.03.04

Osterrocken im Freigehege

Ostersonntag wird gerockt! Der International Bronco Club und die Spex laden zum Spezial. Beige GT, Trend, Von Spar und die Black Cherries keifen um die Wette. Am Ende steht Anarchie. Oder wie’s so schön in der Ankündigung heißt: »Das wird ein Tohuwabohu from outer Space«. Punkt! P.S. Beige GT haben die (in)offizielle Olympiahymne der deutschen Handball-Nationalmannschaft zu verantworten (Anfrage läuft). Ich als einstiger Handballer mit Hang zum Indierock mag das.

OOOOO — OOOOO

Sonntag, 11.04.2004 – Schlachthof Wiesbaden – 20:00 Uhr – Abendkasse 8 EUR

Technics mit neuem Flagschiff

Er läuft wie der legendäre Technics 1200, Play-/Pause-/Cue- & Pitch- Control sind identisch, der Abtastimpuls (die süßen »strobe dots« am Tellerrand) ist dem Original nachempfunden und raus kommt am Ende sogar Musik. Der Digi-Player SL-DZ1200 von Technics ist im Grunde sogar gleicher Abstammung: Größe, Gewicht und Aussehen erinnern genauso an das Vorbild wie die Technik im Inneren des Geräts (gleicher Direktantrieb). Da es sich bei dieser Spielerei um einen digitalen Schallplattenspieler handelt, Platten jedoch seit jeher analog aufgezeichnet werden, hat das eine mit dem anderen freilich wenig zu tun. Aber keine Bange, auch daran wurde gedacht. Der SL-DZ1200 hat einen eingebauten »Vinyl Simulator Effect«, damit der coole, warme Sound einer Platte entsprechend nachgefühlt werden kann. Hinzu kommt jede Menge Kleinscheiß, der die Überlegenheit gegenüber seinem Vorgänger eindringlich belegen will. Gespeist wird das Teil mit CDs und wer seine Musik auf einer Memory Card durch die Gegend trägt, kann auch MP3s abspielen. im Übrigen verhält sich der 12« große Plattenteller nicht anders als sein Vorbild; gescratcht wird allerdings nicht mit Vinyl, sondern auf einer Metalplatte. Im Warentest ganz weit vorne!

Life ends with boring music

In der April-Ausgabe der Intro wird das Scheitern des größten deutschen Vertriebs für unabhängige Musik noch einmal in seiner ganzen Tragik dargestellt. Julian Weber erläutert in seinem Artikel EFA – Abschied von gestern die undurchsichtigen Zusammenhänge zwischen Label und Vertrieb. Mit Grauen muss man feststellen, was für ein großes Loch in die deutsche Musiklandschaft geschlagen wurde. Ist Indie jetzt am Endie? Zumindest zieht die Krise jetzt auch dort ihre Kreise, wo’s weh tut. Die Auswirkungen dieses Bankrotts werden erst in vielen Jahren zu spüren sein. Bis dahin heißt’s, die guten Platten zu bunkern. Ihre Homepage ist bereits dicht.

Die Kurzgeschichte des Vertriebs:

EFA (Energie Für Alle) war 1981 im Umfeld der Politrockband Ton Steine Scherben als Zusammenschluss sieben unterschiedlicher Labels, Kleinvertriebe und Privatpersonen gestartet. Das ausdrückliche Gründungsziel, unabhängig hergestellte Musik in die Schallplattenläden zu bringen, wurde mit ungewöhnlichen Methoden verfolgt: Damals war es tatsächlich ein Politikum, wenn beispielsweise der Berliner EFA-Mitarbeiter Werner Schrödl durch die Lande fuhr und Kartons mit Dead-Kennedys-Scheiben aus dem Kofferraum seines Wagens an die Plattenläden vertickte. Im Laufe der Achtziger expandierte die EFA: Mit dem Boom der angloamerikanischen Indies in der zweiten Hälfte der Achtziger ließ sich auch hierzulande gut arbeiten. Labels wie SST, Touch&Go, Alternative Tentacles und Sub Pop wurden von der EFA erfolgreich vertrieben. In den Neunzigern setzte die EFA vor allem auf den Boom mit elektronischer Musik. (Julian Weber)

An dieser Stelle sei noch mal an das Buch Popvisionen erinnert, in dem u.a. die wenig nachvollziehbare Abhängigkeit zwischen Vertrieb und Label beschrieben wird.