2003

Micropayment à gogo

Das ist Michael Kraft. Seines Zeichens pastorale Stimme aus dem OFF – man nennt das Radiomoderator. Für manche ist er auch Radioseelsorger. Gelegentlich bittet er blutjunge Musikerinnen und Musiker um die Teilnahme an so genannten Open-Mic-Sessions (das Musikfernsehen nannte es Unplugged). Ins Mikro Trällern, eins, zwei Glampfen für eine wohlige Akustik, vielleicht mal ein batteriebetriebenes Spaß-Keyboard oder ein Glockenspiel – dat war’s. Dabei entstanden in den letzten Jahren zahllose Aufnahmen, die unter’m Strich über dem weltlichen Einerlei vergleichbarer Tondokumente (musikalischer Beschaffenheit) stehen. Eine Veröffentlichung dieser Tonaufnahmen macht also Sinn.


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Klaus Walter über das Mixtape als Mitteilung der Seele

Bevor ich’s vergesse: Die Mixkassetten-Ausstellung gastiert derzeit in Frankfurt. Nach Hamburg, Bremen, etc. zieht es das Institut für Volkskunde der Universität Hamburg nun mit seiner Sammlung ins Hessische. Kassettengeschichten Rhein-Main. Neben diversen Tapes gibt es die Mixerzeuger selbst zu sehen. Der Begleitreader wurde ja bereits von Roland besprochen und abgesegnet. Eigentlich wäre alles gesagt – fast alles…

In seiner Eröffnungsrede zeigte sich Klaus Walter als Mann vom Fach. Seine Gedanken zur Mögenbotschaft aus Chromdioxid gibt’s hier in voller Länge

Das Mixtape als Mitteilung der Seele: Betrachtungen über die Visitenkarte im C 90-Format

Spirale der Erinnerung von KLAUS WALTER
Wie alles in diesem Jahr kann man auch das Mixtape mit Theodor W. Adorno erklären. Wenn der umtriebige Philosoph eine neue Liebesaffäre auf den Weg bringen wollte, dann ging er in den Laden der Frankfurter Buchhändlerin Melusine Huß und verlangte Wilhelm Hauff, Das kalte Herz, in der Reclam-Ausgabe, hübsch eingepackt. Adorno war also kein Mixtape-Typ. Jeder neuen Geliebten schenkte er das gleiche Buch. Der Mixtape-Typ schenkt jeder neuen Geliebten eine Kassette, aber niemals die gleiche. Das gehört sich nicht. Die eigenhändig zusammengestellte Mischkassette fällt nämlich unter die Kategorie der intrinsisch motivierten Geschenke.

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80ties

Ich mag den ganzen sHIT, diese wahnsinnigen Reminiszenzen an die 80er, sahnig und cremig wie bayerische Almbutter, fUNKY und fUCKY wie der Se+ualverkehr auf einer südafrikanischen Straussenfarm. dELECTABLE dANCING dITTIES soweit das Auge reicht. Was wird darüber geflucht und gewettert, gebuht und protestiert. So lange mir niemand neongelben Frotteesocken verkaufen will bleibe ich ruhig. Ich will mehr Sounds aus dem Krätze-Jahrzehnt…

Sendung vom 03.12.2003
01. Little Annie & the Legally Jammin‘ – Bleach (Italic)
02. Dani Siciliano – Come as you are [Dani’s come lighter cover] (!K7)
03. Pluramon feat. Julee Cruise – Have you seen Jill? (Karaoke Kalk)
04. Martin L. Gore – Das Lied vom einsamen Mädchen [Lawrence Rmx] (Mute)
05. Gina X – No G.D.M. (International Deejay Gigolo)
06. Lizzy Mercier Descloux – Wawa [V.A. New York Noise] (Soul Jazz)
07. Rahmelzee vs. K.Rob – Beat Bop [V.A. New York Noise] (Soul Jazz)
08. Junior Senior – Shake your coconuts [DFA Mix] (Crunchy Frog/Atlantic)
09. LCD Soundsystem – Give it up (DFA/Output Recordings)
10. The Juan MacLean – Give me every little thing (DFA)
11. The Rapture – Love is all (DFA/Mercury)
12. !!! – Me and Giuliani down by the school yard (Warp)
13. Lionel Hampton – Vibramatic [Clubversion] (Crippled Dick Hot Wax)
14. Mr Scruff – Giffin [Dub Mix by Speechless feat. NKE] (Ninja Tune)
15. Seelenluft – Manila [Headman Rmx] (Klein/Back Yard)
16. Christian Kreuz – Lebenslänglich Disco (Disko B/Motor)

Das Kabelhilfen-ABC

Für diejenigen unter Euch, die mal überprüfen wollen, ob sie das hier noch drauf haben. Nicht, dass ich Euch überreden möchte, wieder bei alten Arbeitgebern anzurufen…

Filmpremiere »Ball of Fame«

Wer Lehrfilme mag, sollte dem Film »Ball of Fame« zehn Minuten seines Lebens schenken. Schnittiges Einlochen nebst pfeilschnellen Ballläufen und fachkundiger Balllehre bringt neben guter Laune rudimentäre Sachkenntnisse, die aus der Freizeitvergnügung eine schimmernde Wissenschaft machen.

Aus dem Inhalt: Minigolfer geben sich längst nicht so distinguiert wie die Golfszene, pflegen aber ähnliche und doch ganz andere Rituale. Im Zentrum ihrer taktischen Überlegungen steht der Ball. Vom »Turbo 7« zum »Euro 01« über den »Deutschmann 83« — Hauptsache, die Bälle sind rund. Eine innige körperliche Beziehung zu den Kugeln des Ruhms ist notwendig, damit der perfekte Schlag zum As gelingen kann. Kurzfilm über die Leidenschaft des Minigolfens von Gregor Maria Schubert.

Regie: Gregor Maria Schubert
Regieassistenz: Sylvie Hohlbaum
Kamera: Artur Wieloch, Mark Liedtke, Sylvie Hohlbaum
Schnitt: Markus Fronhöfer, Mark Liedtke
Grafik: Till Hopstock, David Borchers
Musik: P0RN0HEFT
Hochschule für Gestaltung Offenbach & GMS Films 2003

Datum 12.12.2003 – Einlass 20.00 Uhr im Royal Kino – Schäfergasse/Zeil – nähe Konstablerwache in Frankfurt am Main.
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Pop ist Sheriff – Das Festival

Große Party anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Frankfurts Vorzeige-Rocker-Label Hazelwood Vinyl Plastics, das in den letzten zehn Jahren von Frankfurtern konsequent ignoriert wurde. Der Abend wird heiß – dafür Sorge tragen Mardi Gras.bb, Kool Ade Acid Test, Angelika Express, Low 500 u.v.m. Dazu gibt’s DJs, Popcorn und Roberto Capelluttis beliebte Satzbau-Manöver. Weihnachtsmänner sollten freien Eintritt fordern – der Rest löhnt 12 Euros.

KOZ / Universitätscampus | Mittwoch, 10.12.03 | Einlass: 1900 | Showstart: 2000

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