Klaus Walter über das Mixtape als Mitteilung der Seele
Bevor ich’s vergesse: Die Mixkassetten-Ausstellung gastiert derzeit in Frankfurt. Nach Hamburg, Bremen, etc. zieht es das Institut für Volkskunde der Universität Hamburg nun mit seiner Sammlung ins Hessische. Kassettengeschichten Rhein-Main. Neben diversen Tapes gibt es die Mixerzeuger selbst zu sehen. Der Begleitreader wurde ja bereits von Roland besprochen und abgesegnet. Eigentlich wäre alles gesagt – fast alles…
In seiner Eröffnungsrede zeigte sich Klaus Walter als Mann vom Fach. Seine Gedanken zur Mögenbotschaft aus Chromdioxid gibt’s hier in voller Länge
Das Mixtape als Mitteilung der Seele: Betrachtungen über die Visitenkarte im C 90-Format
Spirale der Erinnerung von KLAUS WALTER
Wie alles in diesem Jahr kann man auch das Mixtape mit Theodor W. Adorno erklären. Wenn der umtriebige Philosoph eine neue Liebesaffäre auf den Weg bringen wollte, dann ging er in den Laden der Frankfurter Buchhändlerin Melusine Huß und verlangte Wilhelm Hauff, Das kalte Herz, in der Reclam-Ausgabe, hübsch eingepackt. Adorno war also kein Mixtape-Typ. Jeder neuen Geliebten schenkte er das gleiche Buch. Der Mixtape-Typ schenkt jeder neuen Geliebten eine Kassette, aber niemals die gleiche. Das gehört sich nicht. Die eigenhändig zusammengestellte Mischkassette fällt nämlich unter die Kategorie der intrinsisch motivierten Geschenke.
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Große Party anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Frankfurts Vorzeige-Rocker-Label
»Sie herzte sanft ihr Spielzeug – Bevor sie es zerbrach – Und hatte eine Sehnsucht – Und wußte nicht wonach – Weil sie einsam war – Und so blond ihr Haar – Und ihr Mund so rot wie Wein – Und wer von diesem Wein trank – Konnt‘ nie mehr glücklich sein […].« 1953 wurden diese Zeilen geschrieben. Mit anderen zusammen wurden sie zu einem Lied, das über viele Jahrzehnte hinweg seinen festen Platz in der Musikgeschichte einnehmen sollte, wenn beispielsweise Nico (»Camera Obscura«, 1995) ihm ihre Stimme gab. Ursprünglich stammt »das Lied vom einsamen Mädchen« aus der Feder des Komponisten-Texter-Gespanns Werner Richard Heymann und Robert Gilbert. Marlene Dietrich hat dem Lied erstmals eine Stimme verliehen. Danach folgten in schöner Regelmäßigkeit weitere Versuche, die Stimmung des Textes zu vertonen.