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Neulich in der Parallelwelt…

Bin gestern in der Tanke auf ein Magazin gestoßen, das eigentümliche Plattenkritiken veröffentlicht. Versteht einer diesen Text?

Superstar Alexander hatte sich mit seiner Erfolgssingle „Take me tonight“ auf Anhieb auf Platz eins der Singlecharts katapultiert und der Song wurde inzwischen mit Platin gekrönt. Zwar hat es Nicht-Superstar Daniel K. geschafft, ihn binnen kürzester Zeit zu verdrängen, aber Schwiegermutterliebling Alexander wird aufgrund seiner immensen Fähigkeiten und Vielseitigkeit wohl dauerhafter die deutsche Musiklandschaft bereichern. Produziert und geschrieben natürlich von Super-Produzent Dieter Bohlen. Durch diese Hitgaranten entstand ein Debütalbum der Spitzenklasse. Uptempo-Nummern und gute-Laune-Songs mischen sich mit herzzerreißenden Balladen, bei denen Alexander sämtliche Facetten seiner hervorragenden Stimme gekonnt einsetzt.

Die CD läuft auch noch als „Tipp des Monats“. Der Autor dieses Textes hält sich bedeckt. Das Magazin heißt „PPM – Pole Position Multimedia“ und liegt wohl an sehr vielen Stellen des Landes kostenlos aus. Über die Auflagestärke wurden keine Angaben gemacht.

Boesland präsentiert: Ted Sirota’s Rebel Soul Trio (USA)

Junger Jazz aus Chicago aus dem Tortoise-Umfeld
Support: The Self Made Millionaires Trio (Leipzig)

Ted Sirota gehört zu den Aushängerschildern der vitalen jungen Jazz-Szene aus Chicago. Selbst noch kein Mitdreißiger, kann er schon auf mehr als 20 Jahre Erfahrung als Schlagzeuger in den unterschiedlichsten Bands (u.a. Last Kwartet, Eddy Kirkland’s Energy Band, Sabertooth Jazz Quartett) zurückblicken. Seine eigene Band Ted Sirota’s Rebel Souls gründete er 1996 zusammen mit Jeff Parker, Rob Mazurek, die man beide von so illustren Bands wie TORTOISE, ISOTOPE, THE SEA AND CAKE uvm. kennt u. das gemeinsam entstandene Album „Propaganda“ bekam ausnahmslos überschwengliche Kritiken.

Pressestimmen:
„This young man is a remarkable musician…frankly, there have been a few jazz debuts in recent years which have shown such ability.“ LISTENER MAGAZINE
„But so far this year none of the stars has come up with a better album than propaganda, by drummer ted sirota’s rebel souls, whose combination of adventurous improvising and driving lyricism stuck in my head for days after i first heard it.“ CHICAGO READER
„Sirota and his fine rebel souls disseminate their jazz ideas with the kind of fun-loving gusto and grit that makes for an immensly satisfying listen. This cd bears repeated spins, which is a rare triumph for any recording these days.“ DOWNBEAT MAGAZINE

SO.18.05.03 Ted Sirota’s Rebel Soul Trio (USA) im Dreikönigskeller, Einlass: 20.30Uhr

Lobo

Heute beginnt die dreitägige Einweihungsparty der Desert-Gallery Lobo. Wer genügend Zeit hat fliegt nach El Paso, um von dort aus mit dem Greyhound-Bus die Ödnis anzusteuern. Dort erwartet euch dann ein Gitarrist, der ein zwölfstündiges Gitarrensolo angekündigt hat. Im Mittelpunkt steht jedoch die High Society der Frankfurter Off-Kunst-Szene. Ein Schwimmbad hat’s auch.

Der Soundtrack des Lebens

Der Soundtrack des Lebens schönt die knacksende und rauschende Geschichte der Musikkassette. Jan Freitag beichtet in der Taz seine Leidenschaft zum Tape und ruft die „Generation Mixtape“ aus. Grund: eine Ausstellung zum Thema im Hamburger Museum für Kommunikation.

Das Thema passt irgendwie auch ganz gut in die De:Bug, trotz digitalen Lebens.

Historische Covergestaltung


In Anlehnung an die 7″ entstand in den mittleren 90ern eine C-Cover-Serie, die prinzipiell Gutes im Sinn hatte, sich aber in Form und Inhalt von meiner derzeitigen Auffassung in Bezug auf konzeptionelle Designstrategien im Underground-Millieu im Allgemeinen und der C90-Kultur im Speziellen geringfügig unterscheidet. Lagerung und Wertschätzung könnten sich noch verbessern. Aus aktuellem Anlass drei Exponate als Abbild.

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Kassettengeschichten

Hamburg ist die Kassettenstadt! Da gibts nicht nur die Kassettentanke, sondern bald auch die richtige Ausstellung called Kassettengeschichten. Vom 22. Mai bis 29. Juni 2003 im Museum für Kommunikation.

Erstmals wurde nun das Phänomen «Mixtapes” von Studierenden des Instituts für Volkskunde der Universität Hamburg unter Leitung von Gerrit Herlyn und Thomas Overdick wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Im Mittelpunkt standen dabei die Geschichten, die mit den einzelnen Kassetten verbunden sind. In den Erzählungen über die selbst aufgenommenen oder geschenkt bekommenen Kassetten wird die Bedeutung des Mixtapes als generationenspezifisches Kommunikationsmedium der Popkultur deutlich. Gleichzeitig unterstreichen die Kassettengeschichten, dass die Audiokassette auch vor dem heutigen Hintergrund von digitalen Musiktauschbörsen im Internet und kostengünstigen Brennen von CDs am heimischen Computer nichts von seinem Reiz verloren hat.

Absolutes Leckerle schon jetzt die Abteilung „Tape Mania“. Ich frage mich nur, warum sie Deutschlands bedeutendsten Kassettenhüllengestalter wie Tapemonteur Gregor Maria S. aus F. (noch) nicht um Exponate gefragt haben?

(via kellerkind bogenallee 11)