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Film

Jan Pehechan-Ho

Mohammed Rafi Es gibt schon eigenartige Zufälle. Letztens, also vor ein paar Wochen, verbrachte ich ein großartiges Wochenende in Hamburg. Zu dessen Gelingen hat ein DJ beigetragen. Und überhaupt war mein schönstes DJ-Erlebnis 2005 eigentlich ein VJ-Erlebnis, ein VDJ-Erlebnis. Mir war diese Form des Musikvorspielens neu. VJ Wasted heißt der Mann, Anfang 40, Typ Musiklexikograph, Fachgruppe Indierock. Nerd – quiztauglich und geschmackssicher. Bevorzugtes Rampenlicht: die Kogge, Rock’n’Roll Hotel und Bar unweit der Reeperbahn. Von seinem Laptop aus wurden große Mengen Musik auf eine Leinwand projiziert. Möchte nicht wissen, wie viel tausend Musikvideos seine Festplatte belegen. Und nichts davon habe ich jemals gesehen. Der Abend war eine Offenbarung. Selten so wenig gesprochen inner Bar. »I bet you look good on the dancefloor« ging in jenen Stunden nicht nur in England von Null auf Eins. Dazu kamen Videos von Devo, King Kahn & BBQ, Sonic Youth und Mudhoney. Einen seltsamen Tanzclip gab’s da auch zu sehen, der mich sofort begeistert hat, der nur leider nichts verriet, keine Texteinblendung, kein Abspann, einfach nichts, demnach also auch keine Chance, jemals etwas über diesen Clip in Erfahrung zu bringen, geschweige den ihn ein zweites Mal zu sehen – dachte ich. Man trifft sich bekanntlich zwei Mal (das es so schnell ging, hat mich dann aber doch überrascht). »Jan Pehechan-Ho« heißt das Lied, der Sänger heißt Mohammed Rafi, Bollywood-Legende aus den 60ern. Der Clip ist ein Auszug aus dem Film »Gumnaam« aus dem Jahr 1966. Start NOW (mpg file/55MB)!

Down

Hut ab! Und großes Kompliment an alle Beteiligten. Zu »Down« von Allen Allien gibt’s auch ein Musikvideo (Regie: Jonas Meier), das nicht nur Tischtennisfreunde in wahre Begeisterung versetzen wird. Ihr Fleisch ist willig, ohne Frage.

Rendezvous

Neben dem Motorengeräusch des gelben Ferraris gehören die vielen roten Ampeln zu den Highlights des knapp 8-minütigen Films »Rendezvous« von Claude Lelouch aus dem Jahr 1976.

(mehr Infos zum Film. Kaufen.)

Andere Zeiten, andere Sitten

Abt. Zeitgeschichte: Frank Zappa, auch bekannt für seine anstößigen Texte (»music with dirty words«), ist eine Zensur eigenartigerweise meist erspart geblieben. In einer Ausgabe der Sendung CNN Crossfire aus dem Jahr 1986 stellt sich Zappa drei sittenstrengen Journalisten, die hinter dem »F-Wort« den Teufel wähnen. Aus heutiger Perspektive lässt sich lange grübeln: »Über was reden die da eigentlich«?

Mannheimer Schule

»Popakademie« kommt noch vor »Bandwettbewerb«: Es lässt sich fast ausschließen, dass dadurch gute Musik entsteht. Das Tausendstel, das diese Annahme widerlegt, geht vielleicht gerade noch so als Geschmacksfrage durch. Einzige mir bekannte Ausnahme: beigeGT, die bei einem Bandwettbewerb einen Plattenvertrag beim Hamburger Label L’Age D’Or gewonnen haben. Kommt vielleicht auch immer drauf an, wer hinter diesem Firlefanz steckt. Als ich das erste Mal von der Popakademie Baden-Württemberg erfuhr, musste ich automatisch an Heinz Rudolf Kunze denken, dem Original. Keine Ahnung, warum. Mit so vielen Vorurteilen ausgestattet lässt es sich gut ins Kino gehen, in »Mannheimer Schule«, eine Langzeitstudie über Pop als Konstruktion. Oder: Über die Menschen, die sich dieser Institution anschließen. TIPP! Hingucken. Mitreden.

»Frankfurter Positionen« präsentiert: MANNHEIMER SCHULE – Regie: Frank Beidert und Nina Werth – Deutschland 2005 – 90 Min. – Mittwoch, 11.01.06 um 20.00 Uhr – Dienstag, 17.01.06 um 18.00 Uhr – Deutsches Filmmuseum – Frankfurt
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Videoclips – eine Geschichte der Popkultur

Auch dieses Jahr schenkt uns Arte eine interessante Dokumentarfilmreihe aus den Gefilden der Popkultur in einem Arte Themenabend.

Freitag, 30.12.05

22.35 Uhr – Clipstory
23.45 Uhr – Scopitone, der Vorgänger der Musikclips
00.40 – Cliposaurus Rex
01.05 – Die 7 Videosünden