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Film

On Air Casting II

Für das Filmprojekt »Madonnen« werden zurzeit Darsteller aus dem Raum Frankfurt gesucht. Schauspielerfahrung ist gut, aber nicht unbedingt Voraussetzung. Die Dreharbeiten finden in den Sommer- und Herbstferien 2005 im Raum Hessen statt. Klingt nach einem spannenden Projekt, aber lest selbst…
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1 Tag – 1 Bush

Wer sich häufiger auf Demos herumtreibt, wird wissen, wer da wen filmt. Auf 100 Demonstranten kommen gut und gerne 20 Kameras. Die Polizei ist auch nicht gerade bescheiden und filmt fleißig mit. Neulich, ich inmitten der Mainzer Anti-Bush-Kundgebung, wurde mir folgender Vorschlag via Handzettel unterbreitet: 1 Tag / 1 Bush / 1000 Kameras

– filme den Bush-Besuch
– schick uns dein Tape
– wir schneiden alles zusammen
– egal was: dokumentiert, inszeniert, verstecktes Theater…

„Wir wollen den ganzen Tag!“ Mehr? camdenbush@hotmail.de

Man wird sehen, ob die überflüssige Filmschlacht dadurch Sinn bekommt. Und ob die Polizei ihr Material herausrückt.

a micro intervention in the cinema space

Ursprünglich sah der Plan vor, kurze Clips in die Werbeblocks der Kinos zu schleusen — an den hiesigen Programmmanagern vorbei. Den Vorführer bestechen, ihm eine Kopie unterjubeln, die der dann ins laufende Programm aufnimmt. Dass die Clips meist politisch sind, versteht sich von alleine. Ziel der Aktion ist es, ein Bild zu entwerfen, das zu den normalerweise gezeigten linearen Geschichten der Werbebotschaften gegenläufig und relativierend wirkt. Mittlerweile laufen die Clips ganz offiziell in Berlin, London und L.A. sowie in diversen Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz — ganz wie es der Zufall so will. Die A-Clips gibt’s aber auch im Netz.

Im Windkanal

So langsam scheint auf breiter Ebene darüber Einigkeit zu herrschen, dass der kulturelle Pluralismus, den unsereins genießt, in der Zielgeraden blutleer verendet. Der Ärger wächst! Zuletzt ist Charlotte Roche mit ihrer Sendung Fast Forward beurlaubt worden. Einfach so! Das Fernsehen ist tot, Schwachsinn auf breiter Ebene. Und ihre Programmplaner wollen uns glauben machen, dass die Selbsterhaltung kultureller Nischen(musik) auch über ihr eigenes System funktionieren kann. Nur leider liegen sie damit völlig daneben. Die Auswirkungen dieses sinnlosen Kahlschlags, wie er momentan landauf, landab betrieben wird, bekommen wir in vielen Jahren zu spüren. Dann nämlich wird es die großartige Vielfalt, wie wir sie tagtäglich erleben dürfen, nicht mehr geben. Dann erst wird aber die Einsicht siegen, dass die Bildung einer Monokultur nur Schrecken und Ärger bringen wird. Elke Buhr schärft mit ihrem Artikel »Im Windkanal« den Blick für ein Problem, das zurzeit drastisch wächst.

Jetzt kommen wir wieder zu meiner Lieblingsstelle in der Sendung. Das ist der Teil wo ich jede Menge bewusstseinserweiternde Pilze esse, ein rohes Dioxin-Ei schlürfe und eine schwarze Messe mit jungfräulichen Hühnern veranstalte. Wegen der psychischen Einstimmung auf die deutschen Single-Charts. (Charlotte Roche)

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Fliegenpflicht für Quadratköpfe

Interfilm 2004: Den Publikumspreis für den abwegigsten Film bekam »Fliegenpflicht für Quadratköpfe« von Stephan Müller. Der Film findet sich auch in meinem Favoritenkreis. In der elfminütigen Quasi-Dokumentation geht es um die Verballhornung der Werbeindustrie mit ihrer grausigen Überpräsenz im öffentlichen Raum. In bester Culture-Jamming-Tradition werden ihre Zeichen und Symbole meisterhaft verfremdet und dank einer Vielzahl guter Ideen ad absurdum geführt. Die Billboard Liberation Front wirkt im Vergleich geradezu einfallslos. Der Film läuft momentan mit großem Erfolg auf diversen Festivals, Online sucht man allerdings vergebens danach. Daher bleibt’s bei diesem Tipp. Augen auf!