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Film

Im Windkanal

So langsam scheint auf breiter Ebene darüber Einigkeit zu herrschen, dass der kulturelle Pluralismus, den unsereins genießt, in der Zielgeraden blutleer verendet. Der Ärger wächst! Zuletzt ist Charlotte Roche mit ihrer Sendung Fast Forward beurlaubt worden. Einfach so! Das Fernsehen ist tot, Schwachsinn auf breiter Ebene. Und ihre Programmplaner wollen uns glauben machen, dass die Selbsterhaltung kultureller Nischen(musik) auch über ihr eigenes System funktionieren kann. Nur leider liegen sie damit völlig daneben. Die Auswirkungen dieses sinnlosen Kahlschlags, wie er momentan landauf, landab betrieben wird, bekommen wir in vielen Jahren zu spüren. Dann nämlich wird es die großartige Vielfalt, wie wir sie tagtäglich erleben dürfen, nicht mehr geben. Dann erst wird aber die Einsicht siegen, dass die Bildung einer Monokultur nur Schrecken und Ärger bringen wird. Elke Buhr schärft mit ihrem Artikel »Im Windkanal« den Blick für ein Problem, das zurzeit drastisch wächst.

Jetzt kommen wir wieder zu meiner Lieblingsstelle in der Sendung. Das ist der Teil wo ich jede Menge bewusstseinserweiternde Pilze esse, ein rohes Dioxin-Ei schlürfe und eine schwarze Messe mit jungfräulichen Hühnern veranstalte. Wegen der psychischen Einstimmung auf die deutschen Single-Charts. (Charlotte Roche)

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Fliegenpflicht für Quadratköpfe

Interfilm 2004: Den Publikumspreis für den abwegigsten Film bekam »Fliegenpflicht für Quadratköpfe« von Stephan Müller. Der Film findet sich auch in meinem Favoritenkreis. In der elfminütigen Quasi-Dokumentation geht es um die Verballhornung der Werbeindustrie mit ihrer grausigen Überpräsenz im öffentlichen Raum. In bester Culture-Jamming-Tradition werden ihre Zeichen und Symbole meisterhaft verfremdet und dank einer Vielzahl guter Ideen ad absurdum geführt. Die Billboard Liberation Front wirkt im Vergleich geradezu einfallslos. Der Film läuft momentan mit großem Erfolg auf diversen Festivals, Online sucht man allerdings vergebens danach. Daher bleibt’s bei diesem Tipp. Augen auf!

The Nomi Song

Klaus Nomis Musik in Worte zu fassen soll meine Aufgabe hier nicht sein. Mich hat Nomi früher immer zum Kichern gebracht. Ich habe seine Musik gehört und dazu gekichert. Das ganze Lied lang, auch mal zwei. Mit Freunden.

Mittwoch läuft The Nomi Song von Andrew Horn auf dem Exground Filmfest in Wiesbaden.

Arschgeweihträger

Arschgeweihträger werden früher oder später in Reue versinken. Herbert Hoffmann, Karlmann Richter und Albert Cornelissen hingegen stachen aus Leidenschaft. Ihre pergamentenen Hautbemalungen erzählen die Geschichten ihres Lebens — Arschgeweihe tun dies nicht. Demnächst kommt der Dokumentarfilm Flammend Herz in die Kinos. Die Empfehlung ist bereits an anderer Stelle ausgesprochen worden. Hier nun der Hinweis, dass der Film ab dem 14.10.2004 in ausgesuchten Kinos zu sehen ist. Der Soundtrack zum Film ist übrigens via Voodoo Rhythm veröffentlicht und seit September 2004 als LP oder als CD im Handel erhältlich. Titel: »Flammend Herz«. Music by: THE DEAD BROTHERS.