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Musik

Branches and Routes

Geoff Travis, Gründervater des Labels Rough Trade, hat dieser Tage viel zu tun. Das Output erinnert schon stark an die glorreichen Anfänge der 70er Jahre. Mit den Neuen im Stall ist Travis auf dem besten Weg, das alte Profil des Labels wieder herzustellen. Bands wie die Moldy Peaches, The Libertines, The Hidden Cameras, A.R.E. Weapons oder The Sun, die mit dem Song „Back in the summer of ’72“ so etwas wie meinen derzeitigen Frühlingshit hervorgebracht haben, schönen Chronik und Renommee des 27 Jahre alten Labels, das den Legenden der guten alten Zeit (The Fall, Scritti Politti, The Smiths, Cabaret Voltaire, Young Marble Giants, The Raincoats etc.) zu wahrer Größe verholfen hat. Travis ist irgendwie ein klasse Typ, der Musik-Nerd schlechthin. Ein schönes Interview hat vor knapp zwei Jahren Markus Naegele mit ihm geführt, das aber immer noch zeitlos und unmodern über ein Stück Musikgeschichte berichtet.
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Sendung vom 14.05.03

01. Ogurusu Norihide – 7:07
vom Album »Modern«, Carpark Records/USA’03; Hausmusik-Vertrieb
02. Slow Moe – A wave of white light
v. A. »s/t«, Involve Records/NZ’02; Hausmusik
03. Ogurusu Norihide – 5:00
siehe 01.
04. Kyoko – Boats
05. Kyoko – A mile to save your neck
beide v.A. »Co-incidental Music«; 555 Recordings/USA’01; Hausmusik
06. Yellow 6 — piano song
07. Yellow 6 — crysler
beide v.A. »Disappear Here«, Make Mine Music/UK’03; Cargo
08. Rivulets – An evil
09. Rivulets – cutter
beide v.A. »Debridement«, Chair Kicker’s Union/USA’03; Cargo
10. Beatnik Filmstars – Revolte into style
von der gleichnamigen 7«, La Di Da Productions/UK’94
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Koufax – Social Life

koufax - social life Ich krieg ja nix mit. Da kann schon mal folgendes passieren. Vor geraumer Zeit raunte es aus allen Ecken: das Ding hieße jetzt New York und rücke vor zum Rock. Man will ja mitreden und macht sich so Gedanken. Matscht sich im Kopf zusammen, wie das wohl klingt. Dann kommt einem eine Band unter die Lauscher, und: nix is.

All diese Vives & Hines & Liberstripes oder wie die heißen und welche Farbe ihre T-Shirts sonst so haben: Laaaangweilig. Ödes Nachmachertum, Retro im allerschlechtesten Sinne. So kommt mir das vor.

Was mache ich jetzt aber mit der zusammengelesenen Pappmachæ da in meinem Kopf?
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(Sixto) Rodriguez – Cold Fact

Jemand schenkte mir mal eine CD und vergaß, die Tracklist dafür beizulegen. Kurz darauf verschwand er in eine andere Stadt, ein anderes Land und gilt seither als verschollen.

Auf der CD ein eigenartig hypnotisches Stück, ein „Oldie“ unter lauter Electronicakram, aber durchaus mit Berechtigung, denn zwar klingt es vorneherum, als ob Nick Drake und Curtis Mayfield was miteinander hätten, hinten eiert es aber seltsam sphärig und gibt dem Stück was Anachronistisches. Ein Moog, wie ich mittlerweile weiß.

Und der Text: jemand singt sich seinen Dealer, den „Sugar Man“ herbei, der ihn aus dem drögen Jetzt nach Halluland befördern soll:
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Neulich in der Parallelwelt…

Bin gestern in der Tanke auf ein Magazin gestoßen, das eigentümliche Plattenkritiken veröffentlicht. Versteht einer diesen Text?

Superstar Alexander hatte sich mit seiner Erfolgssingle „Take me tonight“ auf Anhieb auf Platz eins der Singlecharts katapultiert und der Song wurde inzwischen mit Platin gekrönt. Zwar hat es Nicht-Superstar Daniel K. geschafft, ihn binnen kürzester Zeit zu verdrängen, aber Schwiegermutterliebling Alexander wird aufgrund seiner immensen Fähigkeiten und Vielseitigkeit wohl dauerhafter die deutsche Musiklandschaft bereichern. Produziert und geschrieben natürlich von Super-Produzent Dieter Bohlen. Durch diese Hitgaranten entstand ein Debütalbum der Spitzenklasse. Uptempo-Nummern und gute-Laune-Songs mischen sich mit herzzerreißenden Balladen, bei denen Alexander sämtliche Facetten seiner hervorragenden Stimme gekonnt einsetzt.

Die CD läuft auch noch als „Tipp des Monats“. Der Autor dieses Textes hält sich bedeckt. Das Magazin heißt „PPM – Pole Position Multimedia“ und liegt wohl an sehr vielen Stellen des Landes kostenlos aus. Über die Auflagestärke wurden keine Angaben gemacht.